Die Tropen- und Regenwälder sind der Lebensraum für rund zwei Drittel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten und täglich werden weitere Arten entdeckt. Die Tropenwälder sind zudem die Heimat von zahlreichen indigenen Völkern, die im ständigen Balanceakt zwischen den Kulturen und Traditionen ihrer Vorfahren und der modernen Welt leben.

Alle 2,5 Sekunden ein Fussballfeld

Tropische Regenwälder sind in den Tropen überall dort zu finden, wo es regelmäßig regnet, wie in Südamerika, Zentralafrika und Südostasien beidseits des Äquators bis ungefähr zum 10. Breitengrad. Schätzungen zufolge ist die gesamte Fläche an Tropenwald weltweit rund 1,77 Milliarden Hektar groß.

Das größte noch zusammenhängende Tropenwaldgebiet der Erde ist das Amazonasgebiet in Südamerika. Es ist in etwa so groß wie die Fläche der Europäischen Union. Doch dieser einzigartige Lebensraum schwindet: Pro Jahr gehen brutto etwa neun Millionen Hektar Tropenwald weltweit verloren (im Zeitraum 2000-2012).  Das entspricht der Fläche Portugals. Rechnet man das um, verschwindet alle 2,5 Sekunden Tropenwald von der Größe eines Fußballfeldes.

Wir stehen vor riesigen Herausforderungen

Allein im letzten Jahrhundert wurden jährlich Waldflächen größer als die Fläche Deutschlands zerstört. 75 % der weltweiten Entwaldung sind auf die Umwandlung von Tropenwald in landwirtschaftliche Nutzflächen zurück zu führen.

Dabei spielt v.a. die großflächige industrielle landwirtschaftliche Nutzung eine treibende Rolle. Ein großer Abnehmer für diese Agrarrohstoffe ist die Europäische Union (EU): 36 % der global gehandelten Rohstoffe, für die Tropenwälder fallen mussten, wurden in die EU geliefert.

Das bedeutet aber auch, dass wir als Verbraucher hier in Deutschland jeden Tag etwas für den Regenwaldschutz tun können. Denn unser alltäglicher Konsum hat Auswirkungen, die wir uns nur selten bewusst machen.

So enthält zum Beispiel etwa jedes zweite Produkt in unseren Supermärkten Palmöl, welches zu großen Teilen aus den Regenwaldregionen Asiens stammt. Unsere Massentierhaltung wiederum basiert auf Futtermitteln wie Soja, dessen großflächiger Anbau ein gigantischer Treiber der Regenwaldvernichtung in Südamerika ist. Und so manche Terrasse beherbergt Möbel aus Tropenholz.

Wir stehen vor der riesigen Herausforderung, die letzten Regenwälder mit ihrer Artenvielfalt zu erhalten und zu regenerieren.

Sechs gute Gründe, die Tropenwälder zu schützen

  1. Die tropischen Regenwälder beherbergen rund zwei Drittel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten weltweit. Um die einmalige Vielfalt zu bewahren, gilt es, den Lebensraum von Jaguar, Gorilla, Tukan & Co. zu schützen.
  2. Wir brauchen die Apotheke Regenwald. Sie ist eine Fundgrube für Arzneien und medizinische Produkte. Jedes vierte Medikament enthält Stoffe, die aus Waldpflanzen entwickelt wurden.
  3. Wir brauchen den Wasserspeicher Regenwald. Er treibt den Wasserkreislauf an, schützt vor Dürrekatastrophen und generiert die Regenmassen, die anderswo auf der Welt z. B. die Landwirtschaft erst ermöglichen.
  4. Wir brauchen die Samenbank Regenwald. Viele unserer Nutzpflanzen sind tropischen Ursprungs, z. B. Tomaten, Mangos, Papaya und Kakao. Rückkreuzungen unserer Züchtungen sind erforderlich, um die Anfälligkeit der Pflanzen gegen Krankheiten und Pilze zu verringern. Und viele Menschen leben direkt in dem und von dem Wald.
  5. Wir brauchen den Klimaregulator Regenwald. Wo auch immer die tropischen Regenwälder zerstört werden, werden enorme Mengen CO2 freigesetzt, was den weltweiten Treibhauseffekt weiter anheizt.
  6. Wir brauchen das Vorbild Regenwald. Pflanzen und Tiere dienten schon immer als Vorbild für technische Neuerungen: Das Fliegen wurde den Vögeln abgeschaut und der Lotuseffekt von Blättern dient z.B. der Raumfahrt. Was für Ideen dort wohl noch verborgen liegen?

Was du tun kannst

Willst auch du den Regenwald schützen, so findest du z.B. bei OroVerde viele Ideen, die du in deinem Alltag ganz einfach umsetzen kannst. Denn dein Konsumverhalten hat mehr mit den Tropen- und Regenwäldern zu tun, als du vielleicht ahnst.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.