Robert, Co-Gründer von Crowdlauf, ist seit etwa vier Jahren ein leidenschaftlicher Radurlauber und gemeinsam mit seiner Frau und einem Zelt kreuz und quer durchs Land unterwegs.

Seine Leidenschaft teilen einige aus der Crowd: Lust auf Abenteuer, Zeit für Spontanität, Familie und Freunde, die Nähe zur Natur und Aktivität statt Langeweile – ihr habt uns auf Facebook verraten, dass ihr euch aus all diesen Gründen schon mal für einen Fahrradurlaub entschieden habt.

Wir nehmen euch mit auf eine kleine Gedankenreise: Was wäre, wenn ihr für den nächsten Urlaub eure Siebensachen (mal wieder) auf den Gepäckträger schnallt und einfach lostretet?

Wir haben für euch die Erfahrungen und Stolpersteine aus der Crowd gesammelt und servieren sie gemeinsam mit ein paar Hinweisen für jeden Radfahr-Typen. Denn: Reisen mit dem Rad ist sowohl etwas für Spontane als auch für akribischen Planer*innen, es passt zu Low-Budget-Fans und Luxusliebhaber*innen, zu Allein- und Gruppenreisenden und zu Sportler*innen wie auch zu Hobbyradler*innen.

Diese Art des Reisens hält nicht nur fit und lässt uns mehr erleben, sie ist vor allem auch umweltschonender. Und wenn nur vierzig Läufer*innen aus unserer Crowd – beispielsweise – im Osterurlaub nicht mit dem Auto um den Bodensee fahren, sondern mit dem Fahrrad, dann haben wir der Umwelt bereits eine Tonne CO2 erspart!

Was macht den Reiz des Radreisens für unsere Crowd aus?

Jenny Wiblishauser war drei Tage auf dem Rennrad im Erzgebirge unterwegs. 5000 Höhenmeter, 300 Kilometer, sowohl auf der deutschen als auch auf der tschechischen Seite. Für sie steht fest: Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, erlebt mehr als auf einer Autorundreise.

Ein bisschen Nostalgie war bei Ne La im Spiel – dass sie mit ihren eigenen Kindern den Donauradweg von Passau nach Wien radelte, lag auch daran, dass sie als Kind mit ihren Eltern die gleiche Tour gemacht hatte. Schöner Abschluss ihres Aktivurlaubs: Die Sightseeing-Tour durch Wien, natürlich ebenfalls per Rad.

Reiner Strandurlaub? Viel zu langweilig, findet Claudia Randerath. In ihrem Tourenbuch stehen bereits eine Radreise von Koblenz nach Mönchengladbach und 300 Kilometer entlang der Mosel.

Die Suche nach einem besonderen Abenteuer brachte Daniel Pokrant mit dem Rad durch den Südwesten Islands. Und während er mit seinem Vater unterwegs war und auf Campingplätzen übernachtete, kehrte Bernd Rösnick in Gasthäusern und Jugendherbergen ein – passend zur Begleitung, denn Bernd war mit einer Männergruppe vom Harz nach Fehmarn unterwegs. Die Idee zu dieser Reise „entstand aus einer Bierlaune heraus“.

Robert, Co-Gründer von Crowdlauf, macht immer wieder die Erfahrung, dass sich der Alltagsstress schon am ersten Tag auf dem Rad auflöst. Er liebt es, spontan entscheiden zu können – auch je nach Wetter. Und schwärmt vor: „Man taucht unmittelbar in die Natur ein – die Gerüche, das Vogelgezwitscher, das Plätschern des Baches, die Sonne auf der Haut. Das entspannt ungemein und man fühlt sich in seiner Mitte.“

Wo liegen die Stolpersteine?

Ein Abbruch wegen Knieproblemen, zu viel Regen und ein öder Streckenabschnitt – das sind die negativen Erfahrungen, von denen unsere Crowd-Mitglieder berichten. Doch die meisten haben trotz Allem einen weiteren Versuch gestartet.

Eine Packliste für jede Wetterlage, die spannendsten Touren durch Länder wie Portugal oder Brasilien sowie genaue Regionalkarten und Tipps für die richtige Ausrüstung bietet unter anderem der ADFC. So richtige, wirklich gute Ausreden gibt es also nicht.

Was kann ich beachten?

Bevor ihr euren Fahrradurlaub plant, solltet ihr euch unbedingt überlegen, welche Reisetypen ihr seid.

Steht ihr (und eure Mitreisenden!) mehr auf Spontanität und Abenteuer? Oder seid ihr doch eher Planer*innen und Tüftler*innen? Die einen steigen mit Minimalgepäck und Zelt vor der Haustür aufs Rad und wissen nur, dass sie in ein paar Tagen wieder zurück sein wollen. Andere genießen es schon Wochen vor der Abreise, die genaue Tour auf der Landkarte abzustecken, Unterkünfte auf der Strecke zu vergleichen, die Leistungsfähigkeit langsam zu trainieren und durch Angebote für die beste Ausrüstung zu stöbern.

Das gleiche gilt für die Unterkunft: Für manche ist nur Zelt und Campingkocher stilecht für die Fahrradtour, andere belohnen sich jeden Abend für die sportliche Betätigung mit Sauna und edlem Hotelessen.

Wer diese Fragen mit allen klärt, die mitfahren, erspart sich auf der Reise jede Menge Ärger und verdoppelt die Vorfreude.

Warum lohnt es sich, diese Art des Reisens auszuprobieren?

Fit bleiben, Umwelt schonen, Abenteuer – manche Vorteile liegen auf der Hand. Doch ein paar Dinge stellen sich erst ein, wenn man die ersten Kilometer gefahren ist und nach der ersten Nacht wieder aufs Rad steigt.

Da ist dieses Gefühl, alleine oder gemeinsam die erste Hürde genommen zu haben und zu wissen, dass euch jetzt nicht mehr viel stoppen kann.

Ihr seid tatsächlich ohne vollgestopften Kofferraum unterwegs – und kommt ganz gut klar ohne große Garderobe und Unterhaltungskram.

Ihr seid noch gar nicht lang unterwegs, und habt doch soviel mehr gespürt, erlebt, gesehen – zum Beispiel diesen Bach und den Fischreiher, an dem ihr sonst mit dem Auto vorbeigerast wärt.

Ihr spürt eure Oberschenkel, ja, aber steigt trotzdem wieder auf das Rad und fahrt weiter.

Ihr habt (allein) größere Anstiege genommen als ihr es euch jemals zugetraut hättet oder euch (als Paar, Familie, Freundeskreis) besser aufeinander eingestellt als ihr es zuhause je tut.

Und all das verändert den Blick auch nach der Rückkehr und beflügelt für den Alltag. Wollen wir wetten?

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