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Seit dem 15. Januar läuft unser kostenloser Virtual Run “Million Hopes”. Es ist ein virtueller Solidaritäts-Lauf für die Menschen in Australien, an dem schon mehrere tausend Menschen teilgenommen haben.

Im Rahmen dieser Charity-Aktion wollen wir gemeinsam als Crowd eine Million (1.000.000) Kilometer zurücklegen. Wir tun das, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Gleichzeitig wollen wir aber auch Geld spenden, um den Betroffenen vor Ort finanziell zu helfen. Deshalb gehen 5 € von jeder verkauften “Million Hopes”-Medaille an Charity-Organisationen, die gegen die Folgen der Brände in Australien ankämpfen.

In diesem Artikel wollen wir euch einen Zwischenstand durchgeben: Wie viele Kilometer kamen schon zusammen? Wie viele Medaillen wurden verkauft? Wie viele Spenden fließen an Charity-Organisationen?

So erfolgreich ist Million Hopes schon jetzt

Die Charity-Aktion läuft noch auf unbestimmte Zeit. Doch schon jetzt hat sie alle unsere Erwartungen übertroffen.

Als wir im Dezember die ersten Anfragen von euch bekommen haben, ob wir nicht einen Virtual Run für Australien machen könnten, dachten wir noch, das Interesse legt sich bestimmt bald wieder.

Aber nichts da! Die Anfragen häuften sich. Also haben wir kurzfristig entschieden, einen Virtual Run zum Thema zu starten und eine neue Medaille herauszubringen.

million hopes medaille crowdlauf

Das Ganze stampften wir innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden. Eigentlich wollten wir erst im Februar oder März mit einem neuen Virtual Run starten, doch dann kam “Million Hopes”.

Zum Glück! Denn dank euch wurde dieser Virtual Run der bislang größte und erfolgreichste, den wir je gemacht haben.

Was genau bedeutet “erfolgreich” hier? Um das zu klären, packen wir ein paar Zahlen für euch aus:

  • Kilometer: In knapp vier Wochen kamen über 80.000 km zusammen. Das ist zweimal um die Erde! Und jeden Tag kommen über 3.000 km hinzu. Das ist deutlich mehr als bei jedem anderen Virtual Run zuvor. Ein starkes Zeichen der Anteilnahme und Solidarität!
  • Posts: Auf Instagram kursieren bereits weit über 5.000 Beiträge mit dem Hashtag #millionhopes. Und sie sind fast alle von euch! Dort könnt ihr wunderbar sehen, wie groß, bunt und engagiert die Crowdlauf Family ist. Ganz toll!
  • Medaillen: Allein am ersten Tag der Charity-Aktion wurden über 1.000 “Million Hopes”-Medaillen vorbestellt. So groß war die Nachfrage und die Spendenbereitschaft noch nie!
  • Spenden: Aktuell liegen wir bei einem Spendenvolumen von stolzen 9.000 €, die durch den Medaillenverkauf zusammengekommen sind! Wir sammeln noch ein bisschen, dann überweisen wir.

Übrigens: An welche Organisationen das Geld gehen soll, darüber könnt IHR schon bald in einer Umfrage entscheiden!

Den Link zur Umfrage geben wir im nächsten Crowdlauf-Newsletter bekannt, den ihr hier kostenlos abonnieren könnt.

Wie geht’s weiter?

Das Ziel der “Million Hopes” Charity-Aktion ist, gemeinsam mit euch 1.000.000 km zu erreichen. Denn eine Million Kilometer sind eine Million Mal Hoffnung für Australien.

Selbst wenn die Brände irgendwann gelöscht werden, der Wiederaufbau und die Wiederaufforstung wird ein Kraftakt für die Australier werden. Und sehr viel Zeit benötigen.

Aktuell werden jeden Tag im Schnitt mehr als 3.100 km eingetragen. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, brauchen wir 322 Tage insgesamt, um die eine Million km zu knacken. 27 Tage sind schon geschafft – verbleiben also noch 295.

Das klingt nach einer Mammutaufgabe – ist es auch! Aber es ist gerade mal Mitte Februar. Quasi noch tiefster Winter.

Wenn wir alle schon jetzt so aktiv sind, wie viel schaffen wir dann wohl im Frühling, Sommer und Herbst, wenn all die großen Läufe kommen, die Halbmarathons, Marathons und Ultras?

Lasst uns gemeinsam versuchen, die Aktion zu einem noch größeren Erfolg zu machen, als sie schon jetzt ist! Wir glauben an euch, wir glauben an die Kraft der Crowdlauf Family!

In diesem Sinne: Happy Running! 😊

Als wir Anfang November “Das Klimabuch” von Esther Gonstalla und drei unserer Klimaheld*in-Medaillen verlost haben (Instagram, Facebook), haben wir die Crowd gefragt: Was macht ihr eigentlich für den Klimaschutz?

Das Ergebnis ist ein bunter Mix aus ganz tollen Ideen. Manche sind so groß, dass sie viel Planung verlangen, aber es sind auch viele Ideen dabei, die ganz klein und damit für alle jederzeit umsetzbar sind.

Wir haben die besten Ideen, Tipps und Vorschläge aus der Crowd für euch gesammelt. Vielleicht ist ja die eine oder andere Aktion dabei, die du unbedingt mal ausprobieren willst. Los geht’s!

Viele Tipps wurden mehrfach genannt. Deshalb mussten wir eine Auswahl treffen, wessen Kommentar wir in den Artikel übernehmen. Bitte habe Verständnis, wenn du diesmal nicht ausgewählt wurdest. Danke!

Einkaufen

“Ich spare Plastik, da ich meine Brötchen nicht mehr in Papier/Plastik Tüten mit Sichtfenstern einpacken, sondern sie direkt in eine Brotbox packe. An der Kasse mache ich die Box zum Abrechnen wieder auf. Täglich eine Tüte mit Plastik weniger.” (jerome_dax)

“Ich versuche auf typische Einmalprodukte wie Küchenrolle und Abschminkpads zu verzichten.” (fit_vor_40)

“Dinge die man nicht oft braucht leihen nicht gleich Kaufen” (Chris Tin)

“Wir haben viel Plastik aus dem Haus verbannt und beim einkaufen achten wir auch darauf kein Plastik bzw. so wenig wie möglich zu kaufen.” (fentas_leben_baby_sport)

“Ich versuche, weitestgehend auf einmal-Artikel wie coffee2go becher, gefrierbeutel oder sogar tampons (->tasse) zu verzichten.” (lets_study_med)

“Ich kaufe mir keine Kleider mehr bzw. denke nach bevor ich etwas kaufe” (di.ana.vo)

“Ich kaufe Milch, Joghurt und Mineralwasser nur in Glasflaschen, das Gemüse und Obst lose ohne Plastik Tüten. Wenn ich einkaufen gehe benutze ich stofftaschen zum einpacken, die man immer wieder verwenden kann.” (laufvoegelchen)

“Wir kaufen soweit möglich Second Hand” (mel_hohmeyer)

“Kein Duschbad mehr, eine Stück Seife ist die perfekte Alternative, kein Deo mehr, keine Haarfarbe mehr, Wäsche waschen ohne Weichspühler” (Liz Elisa)

“Ich versuche weitestgehend auf Plastik zu verzichten. Selbst mein Sohn 5 zieht da bereits total mit.” (Anika Doherty)

“Ich gehe mit Tupper einkaufen” (Carola Stehr)

“Meine Sportklamotten wurden zT aus recyceltem Plastik gefertigt” (strickblog)

“Getränke statt in Einwegflaschen in Mehrwegflaschen kaufen” (the.running.scout)

DIY

“Wir stellen Seifen, Cremes, Waschmittel, etc. Selbst her” (Julia Schwarzmann)

“Ich mache Bienenwachstücher anstatt Frischhaltefolie zu verwenden” (Annette Renner)

“Ich repariere Klamotten lieber als sie wegzuschmeißen.” (lets_study_med)

“Ich habe fleißig Einkaufsnetze gehäkelt, für Familie, Bekannte und für mich” (fit_vor_40)

“mache aus kastanien mein eigenes waschmittel. ganz kostenlos von mutter natur. manchmal mit a bissal an essig, damit die wäsche weicher wird!” (suetueck)

“Ich versuche bspw. Schuhkartons als Behälter oder Pakete wiederzuverwenden” (karima_nd_)

Strom & Heizung

“Ich spare Strom, achte drauf, immer alles auszustecken und nichts im Standby zu haben.” (uddlduddl)

“Meinen Strom und mein Gas beziehe ich von Greenpeace Energy.” (Mica Jacobs)

“Wir haben beim Hausbau einige Sachen versucht wo wir Strom sparen können eines davon ist das wir das Haus stromlos machen können! (…) wen wir schlafen gehen oder außer Haus dann betätigen wir einen Schalter und machen das Haus bis auf Kühlschrank und gefriertruhe Stromlos” (marlene.running)

“Ich dusche nur kalt” (takeiteasy_running)

“Ich besitze keine Tiefkühltruhe” (strickblog)

Ernährung

“Wir verzichten wenn es möglich ist auf Palmöl! Selbst die Kinder verzichten auf ihren heißgeliebten schokoaufstrich (wegen der Orang-Utans).” (running.hanna)

“Beim Kochen verzichte ich weitestgehend auf das sogenannte Superfood, das weiter gereist ist, als ich es jemals sein werde ;) Heimisches Obst und Gemüse hat’s auch drauf” (katrinchen_1988)

“Ich bin schon seit Jahren Vegetarier und bin gerade dabei meine Ernährung 100% auf Vegan umzustellen.” (papierverliebte)

“Ich trinke nur gefiltertes Leitungswasser und fülle mir dieses jeden Tag in eine 1,5 l Trinkflasche ab, so dass ich 500 Plastikflaschen im Jahr spare. (…) Ich nutze Too Good To Go um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.” (_insane_story_)

“Ich versuche hauptsächlich regionale Produkte zu kaufen (…) und schaue immer wieder, wie man Reste verwerten kann.” (run.dreas)

“Weitestgehend regional und saisonal einkaufen, wenn Fleisch- oder Wurstwaren, dann höchstens 2-3 x im Monat vom Bauern “nebenan”” (wiederwatt)

“Die Große hat das Thema gerade in der Grundschule. Wir haben daher z.B. die Muffins für den Geburtstag in der Schule in kleine Waffelbecher gemacht, um den üblichen Müll zu vermeiden.” (nela_running_mom)

“Ich habe immer meinen wiederverwendbaren Coffee Cup dabei” (trish.runs)

“Ich rette Lebensmittel vor dem Müll (lokale Foodsharing Community)” (simply.me.natti)

“Fleisch nur wenn wir essen gehen schon allein wegen dem Wasserverbrauch” (Petra Süßmann)

Mobilität

“Ich fahre Fahrrad und Bahn und verzichte komplett auf den Luxus Auto.” (jenni_lafleur)

“Ich bin seid drei Jahren nicht mehr geflogen. Bewusst. Denn das hat meinen ökologischen Fußabdruck ziemlich schlecht dastehen lassen. Obwohl der Rest gut war.” (die_gillos)

“Wir haben ein E-Auto (Leben auf dem Land)” (mel_hohmeyer)

“Wir fahren ein Elektroauto, das mit der erzeugten Solarenergie von unserem Haus geladen wird” (run4_what_you_love)

“Mindestens ein Mal pro Woche ist meine Laufstrecke der Weg zur Arbeit und zurück” (Tobias Flörke)

“Ich versuche das Auto so selten wie möglich zu nutzen. Fahre auch die 11km mit dem Rad zu Arbeit, egal bei welchem Wetter.” (Dirk Große)

Garten

“Mein Garten ohne Chemie und natürlich bearbeiten. Für meine Bienen und andere Insekten viel zum blühen anbauen.” (triflo.bln)

“Dieses Jahr haben wir zum erstmal eine Insekten Wiese gemacht und dazu eine Getränke Station gebaut. Über den Herbst und Winter füttern wir die Vögel. (…) Sammeln Regenwasser für die Blumen und Wiesen um diese zu gießen, wenn es ganz heiß ist und wir gießen auch die Bäume an der Strasse.” (Bianca Reiner)

“Wir haben einen großen Garten wo wir jedes Jahr fleißig Blumen, Büsche und Bäume pflanzen.” (Christian Kreßler)

“Ich lass in meinem Garten den “natürlichen” Wuchs überwiegend herschen, sodass Insekten und Kleinstlebewesen gut leben können” (molle.runfit)

“Ich baue im Garten meine eigenes Obst und Gemüse an und kaufe kein eingeschweißtes” (Jessica Rauch)

“Hochbeet für Salat u Kräuter” (Daniela Zehentbauer)

Aufklärung & Aktionen

“Wenn wir beim spazieren gehen oder joggen Müll sehen, heben wir den auf!” (Charlie Jagelki)

“Auf der Arbeit in der Kita schon unsere Kleinsten an die Mülltrennung und das Thema Natur und Umwelt heranführen.” (lauramurmel)

“Ich fahre Mit meiner Tochter sehr viel fahrrad” (Jessica Rauch)

“Ich trample nicht sinnlos auf Grünflächen rum und schmeiße keinen Unrat in die Natur, so erziehe ich auch meine Kids” (Anette Weymann)

“Ich verlasse den Strand nie, ohne dort Müll gesammelt zu haben” (ahoi_nicole)

Hast du weitere Tipps für uns?

Schreibe sie in die Kommentare oder schick uns eine E-Mail!

Drei verschiedene Klima- und Vegetationszonen prägen das Leben in Burkina Faso, einem Binnenstaat in Westafrika. Wüste, Savanne und tropische Wälder folgen aufeinander. Etwa ein Drittel aller etwa 30 Millionen Burkinabé lebt im Ausland – Jean Baptiste Kafando ist einer von ihnen, er wohnt in Berlin.

Seine Arbeit hier in Deutschland und seine Projekte in Burkina Faso sind beide aufs Engste mit dem Klimawandel verknüpft. Doch wenn er die Veränderungen der Natur beobachtet, sorgt er sich vor allem um die sozialen Auswirkungen in Burkina.

Mangos in Deutschland – Warum schmecken sie nicht?

“Als ich zum ersten Mal in Deutschland war, habe ich Mangos gesehen und gekauft. Aber die haben überhaupt nicht geschmeckt. Wenn man weiß, wie Mangos in Afrika wachsen – das war ein Schock für mich”, erzählt Jean-Baptiste Kafando, der in Burkina Faso nach einem Kunst- und Kommunikationsstudium als Journalist gearbeitet hatte.

Als er versuchte zu verstehen, warum Mangos in Deutschland so wenig Geschmack haben, habe er lernen müssen, dass sie unter Einsatz von Pestiziden gezüchtet, unreif geerntet und für lange Transportwege mit Konservierungsmitteln behandelt werden.

Vom Journalisten zum Imker

Doch in Deutschland entdeckte er nicht nur, dass Mangos hier überhaupt nicht schmecken, sondern auch – per Zufall – einen neuen Beruf, der ihm weit spannender vorkam als Journalismus: Er ließ sich zum Imker ausbilden und arbeitet inzwischen seit über zehn Jahren mit Bienen.

Jean-Baptiste Kafando mit seinen Bienen in der Bio-Imkerei in Berlin
Jean-Baptiste Kafando mit seinen Bienen in der Bio-Imkerei in Berlin, (c) Jean-Baptiste Kafando

Dass seine Imkerei biozertifiziert ist, sei keine Überraschung, meint er. Er müsse zwar das Wachs selbst herstellen, auf Einsatz von Chemie völlig verzichten, was die Arbeit anstrengender mache. “Aber das macht Sinn. Auf gesunde Ernährung sollte man sowieso achten. Und wer Bio produziert, hat die Idee, in Harmonie mit der Natur zu leben.”

Das ist sein Klimaschutz im Kleinen. 

Der Klimawandel ist deutlich zu spüren

In einen persönlichen Zwiespalt gerät er, wenn er an sein lange geplantes Projekt in Burkina Faso denkt. Er möchte dort junge Leute zu Imkern ausbilden und eine Imkerei aufbauen, die über das traditionelle Imkern, bei dem der Honig mit Feuer und Strohhalmen aus den Bäumen gewonnen wird, hinausgeht.

Doch dazu muss er das Verhalten der Bienen beobachten und zum Beispiel erforschen, welche Bäume genug Nektar bieten – und regelmäßig nach Burkina Faso fliegen. Das wiederum kann er nur noch schwer mit seinem Klimagewissen vereinbaren.

Was für das Fliegen spricht: Sein Projekt würde, zumindest im Kleinen, wahrscheinlich zu einer besseren Ernährung der Menschen in Burkina beitragen. Denn der Klimawandel sei dort deutlich erlebbar – und mit ihm die sozialen Folgen.

“Jedes Jahr sieht man wie die Wälder immer mehr verschwinden und wie die Savanne immer anders aussieht, und das ist nicht zu diskutieren, das sieht man, das spürt man auch”, meint Kafando.

Und er fügt hinzu, vor allem an Terrorgruppierungen im Osten des Landes denkend: “Diese Krise, die man dort erlebt, hat auch was mit Ernährung zu tun, mit Mangelernährung und Mangel an Lebensmitteln. Weil, jeder Mensch, wenn er sich nicht gut ernähren kann, kann sich alles ausdenken, und das ist schade.“

Ein solcher Zustand kann Extremismus fördern. Vor allem islamistische Gruppierungen überziehen den Osten des Landes momentan mit Gewalt.

Die Folgen treffen den globalen Süden härter

Die Folgen des Klimawandels treffen die Menschen in Afrika und Südostasien am härtesten, dies bestätigte erst jüngst wieder eine im Magazin “Science” veröffentlichte Studie.

Sie bezieht sich darauf, dass die dort lebenden Menschen nicht nur unter extremeren klimatischen Bedingungen leben und verstärkt leben werden, sondern dass sie die Extreme auch nicht so gut durch technische Infrastrukturen ausgleichen können – was etwa den Zugang zu Trinkwasser, den Schutz der Küsten oder die Befruchtung von Pflanzen angeht. 

Massive Abforstungen oder ein in großen Maßstäben sorgloser Umgang mit Müll leisten in Ländern im südlichen Teil der Welt einen Beitrag dazu, dass sich die Lebensbedingungen verschlechtern werden. Dennoch ist unbestreitbar klar: Den größten Anteil am menschengemachten Klimawandel hat der Lebensstil der Menschen in der nördlichen, industrialisierten Hälfte der Welt.

Zum Vergleich: Während in Deutschland im Jahr 2016 jeder Einwohner durchschnittlich für 8,8 Tonnen an CO2-Emissionen verantwortlich war, waren es in Burkina Fasos Nachbarland Sudan nur etwa 0,5 Tonnen pro Einwohner im Jahr – für Burkina Faso liegen keine Werte vor.

Der so genannte ökologische Fußabdruck der Einwohner (der weitere Faktoren mit einbezieht) in beiden Ländern könnte kaum unterschiedlicher sein.

Kafandos Bio-Honig-Laden in Berlin-Friedrichshain
Kafandos Bio-Honig-Laden in Berlin-Friedrichshain, (c) Jean-Baptiste Kafando

Die Diskussion im globalen Norden 

Diskutieren wir in Deutschland also über das Klimapaket der Bundesregierung, dann blicken wir dabei immer noch auf eher grüne Wälder und können sogar über kalte Regentage klagen.

Wir wissen, dass wir trotz allem Zugang zu ökologisch produzierten Lebensmitteln und sauberem Wasser haben und fühlen uns durch Versicherungen, stabile Infrastrukturen und Deichanlagen sowie durch staatliche Fürsorge auch weitestgehend abgesichert, sogar im Fall von Schäden durch Extremwetterlagen.

Für Menschen in anderen Teilen der Erde wird der Klimawandel dabei längst zu einer Frage des Überlebens, die Veränderungen in der Natur sind nicht nur von Jahr zu Jahr deutlicher sichtbar, sondern erfordern schon jetzt individuelle und kollektive Reaktionen – wobei nicht selten die letzte Wahl sein wird, wegzugehen. 

Wie andere Länder auch, verfügt Burkina Faso über einen Nationalen Plan zur Anpassung an den Klimawandel, der technologische und ökologische Optionen auswertet – denn auch wenn die Weltgemeinschaft ihre Emissionen sofort drastisch reduzieren würde, sind einige Entwicklungen nicht mehr aufzuhalten. 

Achtgeben, aufmerksam machen und den Wandel einfordern

Wenn Jean Baptiste Kafando sagt: “Mangelernährung führt dazu, dass sich Menschen alles ausdenken können”, dann denkt er an die Schreckensbilder aus seiner Heimat, die ihm noch um einiges näher gehen als uns – und hat mit der Imkerei eine kleine Nische gefunden, wie er hier wie dort versuchen kann, etwas zu bewegen.

Seine Erfahrungen, Fragen und inneren Zwiespälte zeigen dabei, dass die Grenzen zwischen Nord und Süd verschwimmen und wir alle immer mehr als Weltbürger agieren müssen. Aber wie?

Neben dem persönlichen Versuch, den eigenen ökologischen Fußabdruck durch vor allem bewussten Konsum etwas zu verringern, können wir alle Aufmerksamkeit für das Thema generieren und in unserer eigenen Nische nach neuen Lösungen suchen – bei Fridays for Future, als Unternehmer*innen oder Angestellte, als Denker*innen, Macher*innen oder vielleicht durch einen Crowdlauf.

Wir müssen jetzt die Bilder und Geschichten, die uns bewegen, weitertragen und den großen Wandel von der Politik einzufordern. Auch wenn das bedeutet, dass wir in Zukunft auf schlecht schmeckende Mangos völlig verzichten müssen.

Der Rassismus macht die Rassen – nicht umgekehrt. So lautet der Tenor der “Jenaer Erklärung“, die auf der kürzlich zu Ende gegangenen Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft verabschiedet wurde.

Die Annahme, Menschen könnten in Rassen eingeteilt werden, entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage, stellten die Forscher klar.

Menschenrassen seien demnach nichts weiter als ein gedankliches Konstrukt, sagt Professor Martin Fischer von der Universität Jena. Mit dem Rassebegriff werde die Biologie missbraucht, um Rassismus zu legitimieren.

Rassismus ist absurd

Wir legen euch wärmstens ans Herz, das 7-minütige Interview mit Martin Fischer auf Deutschlandfunk als Podcast zu hören. Es ist wirklich gut!

Darin erklärt der Jenaer Professor unter anderem, warum es völlig absurd ist, Menschen anhand ihrer Hautfarbe zu diskriminieren:

Dunkle und helle Hautfarben sind Anpassungen an den Anteil des Sonnenlichts das Jahr über. Und bleich zu werden, weiße Hautfarbe zu entwickeln, ist ein, wenn man so will, defizitärer Akt: Die mangelnde Sonne im Norden führte dazu, dass Menschen (…) ausbleichen mussten, um überhaupt noch Vitamin D synthetisieren zu können. 

Prof. Martin Fischer, Uni Jena

Das heißt, Menschen, die heute eine weiße Hautfarbe haben, wären eigentlich deutlich dunkler, wenn ihre Vorfahren vor mehreren zehntausend Jahren nicht von Süden nach Norden gewandert wären. Denn, so Martin Fischer weiter:

Die jüngsten Ergebnisse (…) zeigen, dass alle nicht afrikanischen Menschen auf eine Gruppe in Ostafrika, Südsudan/Ostafrika, zurückgehen, von denen wir dann abstammen. Also wir sind eigentlich hellhäutige Afrikaner, wenn man so will, unser Ursprung liegt in Afrika.

Prof. Martin Fischer, Uni Jena

Also… das heißt:

Wir hier in Deutschland und im nördlichen Europa haben alle einen Migrationshintergrund? Wir alle sind Migrant*innen aus Afrika? Du, ich, er und sie?

Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit sind wirklich absurd!


Update vom 10.3.2021: Ein Leser hat uns auf dieses Video von Das Erste aufmerksam gemacht: Wiege der Menschheit: Begann die Entwicklung des Menschen in Europa? Auch wenn die menschliche Abstammungslinie doch nicht in Ostafrika liegen sollte, wird dadurch das Argument, dass menschliche Rassen ein gedankliches Konstrukt sind, natürlich nicht entkräftet. 


Warum wir über dieses Thema bloggen

Wir von Crowdlauf glauben, dass nur ein Miteinander die Welt für alle besser machen kann.

Menschen dürfen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung keine Ablehnung in unserer Gesellschaft erfahren.

Vor allem sind Pauschalisierungen zu vermeiden. Wann immer jemand Menschen in Gruppen zusammenfasst (“die Ausländer”, “die Migranten”, “die Schwulen”) und diese Gruppen pauschal verurteilt, sollten wir alle hellhörig werden.

Gruppen lassen sich nämlich leicht als Feindbild konstruieren, z.B. indem sie rhetorisch mit Gefahren und Katastrophen in Verbindung gebracht werden (“eine Flüchtlingswelle überschwemmt Europa!”). Dieses sogenannte “Framing” ist ein beliebtes Stilmittel von Populisten, um Menschen zu manipulieren.

Auch werden durch Gruppen die Individuen, aus denen die Gruppen eigentlich bestehen, unsichtbar: Viel zu schnell ist die Rede von “den Migranten” – und nicht von dem 28-jährigen Mohammed, der als Lehrer in Idlib gearbeitet hat, bis er vor dem Krieg fliehen musste.

Dabei sind Individuen Menschen wie du und ich, mit eigenen Biografien, Wünschen und Ängsten.

Ich möchte nicht, dass jemand meine Biografie, meine Wünsche und Ängste für nichtig erklärt, bloß weil er oder sie mich in ein Gruppe steckt, in der ich als Individuum unsichtbar werde. Willst du das etwa?

Wir von Crowdlauf bloggen über Themen wie diese, und starten Kampagnen wie “Ich mag’s bunt“, um uns alle immer wieder dazu anzuregen, über unsere eigenen Pauschalisierungen und Konstrukte im Kopf nachzudenken. Um sie zu hinterfragen und bei Bedarf aufzubrechen, wenn wir feststellen, dass sie nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.

Vielleicht überwinden wir so irgendwann auch den Alltagsrassismus, der uns als Gesellschaft prägt.

Zu leben bedeutet, Ressourcen zu verbrauchen: Nahrung, Energie, Rohstoffe… Das ist ein ganz normaler Vorgang.

Doch wenn wir auf eine Weise leben, die zu viele Ressourcen verbraucht – und das tun wir in den Industrienationen seit Jahrzehnten -, dann überlastet das die Erde.

Das heißt im Klartext: Die Menge an Ressourcen, die wir verbrauchen, kann auf natürliche Weise nicht mehr erneuert werden.

Der Erdüberlastungstag ist erreicht

Seit dem 29. Juli 2019 leben wir als Weltbevölkerung rein rechnerisch bereits auf Pump. Die Ressourcen, die unsere Erde hergeben könnte, ohne darunter zu leiden, sind in diesem Jahr weltweit schon jetzt verbraucht.

Der deutsche Erdüberlastungstag war übrigens schon am 3. Mai. Denn wir in Deutschland verbrauchen fast doppelt so viele Ressourcen wie der weltweite Durchschnitt.

Der Erdüberlastungstag ist also bereits erreicht – in Deutschland sowie weltweit.

Wir alle haben es in der Hand, unser Leben zu verändern, um die Ressourcen der Erde zu schonen und so das Leben und Überleben der nächsten Generationen zu sichern.

Hier sind einige Tipps, was wir gegen die Erdüberlastung tun können (Quelle: ZDF).

1. Weniger Autofahren

18 Prozent der Treibhausgas-Emissionen sind auf den Verkehr zurückzuführen. Insbesondere der Straßenverkehr schlägt dabei besonders kräftig zu Buche.

Lassen wir am besten das Auto so oft wie möglich stehen. Bewegen wir uns zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den Öffentlichen fort.

2. Seltener neue Kleidung kaufen

Um 1 Kilogramm Baumwolle herzustellen, werden rund 15.000 Liter Wasser und 1 Kilogramm schädliche Chemikalien benötigt. Und wir Deutschen kaufen im Schnitt 14 Kilogramm neue Kleidung jedes Jahr.

Fragen wir uns also besser beim Kleiderkauf: “Brauche ich das wirklich? Oder kann ich vielleicht alte Sachen reparieren, Second Hand kaufen oder Kleidung mit anderen tauschen?”

3. Fleischkonsum reduzieren

100 Kilogramm Fleisch produzieren wir in Deutschland pro Person und Jahr. Nur ein Teil davon wird gegessen, der Rest landet oft im Müll.

Die Fleisch-Produktion ist dabei sehr ressourcenintensiv. Sie verursacht viele Treibhausgas-Emissionen und belastet den Boden. Empfohlen wird, dass wir den derzeitigen Gemüsekonsum verdreifachen und den Nüsse- und Samenkonsum verzehnfachen.

4. Nicht mehr fliegen

Das Fliegen verursacht 201 Gramm Treibhausgas-Emissionen pro Person und pro Kilometer. Das Bahnfahren nur 36 Gramm.

Bei Flugreisen werden im Schnitt auch deutlich mehr Kilometer zurückgelegt als bei Bahnreisen. Damit haben Flugreisen höhere Gesamt-Emissionen als Bahnreisen. Anstatt weniger zu fliegen, sollten wir also besser gar nicht mehr fliegen oder uns jedes Mal ernsthaft fragen: “Muss es wirklich ein Flug sein? Gibt es wirklich keine Alternativen?”

5. Strom sparen

Pro Kilowattstunde Strom, die wir verbrauchen, entstehen im Schnitt 474 Gramm CO2. Durch den Umstieg auf Ökostrom könnte der CO2-Ausstoß deutlich gesenkt werden.

Aber Vorsicht: Manche Stromanbieter werben mit “Ökostrom”, meinen aber einen Strom-Mix. Was wir brauchen, ist Ökostrom, der zu 100 % aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Den gibt es auch – und genau darauf müssen wir beim Wechsel des Stromanbieters achten.

Was sind deine Tipps?

Wie versuchst du, deinen ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten? Wir freuen uns über deine Kommentare.

Im Dezember 2017 haben die Vereinten Nationen beschlossen, dass der 20. Mai in Zukunft der Weltbienentag sein soll. Dieser besondere Tag findet 2019 also erst zum zweiten Mal statt. Aber warum ist es eigentlich so wichtig, den Bienen einen eigenen Tag im Kalender zu widmen?

Bienen sind wichtig – und bedroht

Sie bestäuben Pflanzen, damit diese Früchte tragen – und wir satt werden: Bienen spielen eine wichtige Rolle, wenn es um unsere Nahrung geht. 

Wenn am 20. Mai 2019 zum zweiten Mal der von den Vereinten Nationen verabschiedete Weltbienentag stattfindet, steht nicht nur diese wichtige Leistung der summenden Insekten im Vordergrund. Auch ein ernstes Thema wird damit in die Öffentlichkeit gerückt. Denn Bienen sind vom Aussterben bedroht.

Pestizide, aggressive Düngemittel, der Klimawandel und immer weniger Wiesen, auf denen sich die Insekten wohlfühlen, bedrohen die Bienen.

Was, wenn es keine Bienen mehr gäbe?

Für die Menschen hätte das Aussterben dieser Insekten fatale Folgen. Bienen bestäuben nämlich einen Großteil der Pflanzen, die auf der Erde wachsen. Sterben die Insekten aus, ist das nicht mehr gewährleistet.

Die Folge: Auch Nahrungsmittelpflanzen können sich nicht mehr vermehren. Dadurch sind auch viele andere Tierarten wie etwa Vögel bedroht, die sich von Pflanzensamen und Insekten ernähren

“Stell dir eine Welt ohne Bienen vor…”: Aufklärungsvideo der Vereinten Nationen für den Bienenschutz

Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns regelmäßig bewusst machen, wie bedeutsam Bienen für uns sind. Der Weltbienentag, der weltweit zelebriert wird, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Aber natürlich braucht es mehr als nur einen Gedenktag, um diesen summenden Tierchen wirklich zu helfen. Wir alle müssen und können etwas für den Schutz der Bienen tun.

Auch interessant: Kleine Anleitung zum Bienenretten

Zum Weltbienentag ein Crowdlauf? Na logo!

Natürlich möchten auch wir mit Crowdlauf auf das Thema aufmerksam machen und zeigen, wie wichtig es ist, sich für den Erhalt der Bienen einzusetzen.

Bienen-Medaille von Crowdlauf
Bienchen summ herum – Die Bienenschutz-Medaille von Crowdlauf

Seit Mitte 2017 organisieren wir Crowdlauf nun schon. Im Netz rufen wir dabei Sportler*innen auf, die Welt im Laufschritt ein bisschen besser zu machen. Jeder Crowdlauf ist einem wichtigen Thema unserer Zeit gewidmet – und jeder Lauf einer Crowdläuferin oder eines Crowdläufers unterstützt unsere Aufklärungskampagne für dieses Thema.

Da im Mai der Weltbienentag ansteht, gehen wieder überall in Deutschland und Österreich Menschen unter dem Motto „Bienchen summ herum“ an den Start. Unsere Bienen-Medaille ist seit 2018 erhältlich und hat sich in kurzer Zeit zu einer unserer beliebtesten Medaillen gemausert. :)

Wir freuen uns über viele Crowdläufer*innen, die auch in diesem Jahr unsere Bienenschutz-Kampagne und damit besonders die Bienen unterstützen!

Danke euch!

Warum liegt dir der Bienenschutz am Herzen?

Dass die Bienen für uns alle wichtig sind, steht außer Frage. Aber bestimmt hat jede*r von uns noch eine ganz eigene Motivation, für die Bienen und ihren Schutz zu laufen.

Was ist deine Motivation? Wir freuen uns über Kommentare!

Wenn wir bei unserem nächsten Crowdlauf „Plastikmeer – ist das fair?“ an den Start gehen, machen wir auf ein Thema aufmerksam, das uns alle angeht: Plastikmüll in den Weltmeeren.

Und auch, wenn wir in München, Berlin oder Frankfurt wohnen – in Städten, die vom Meer ziemlich weit entfernt sind, ist der Müll in den Ozeanen ein Problem, das uns dennoch betrifft. Und darum möchten wir mit unserem nächsten Crowdlauf auf dieses Thema aufmerksam machen und euch Tipps geben, was ihr ganz persönlich dafür tun könnt, dass die Meere sauber bleiben.

Warum schwimmt so viel Plastik im Meer?

Rund sechs Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich in die Ozeane. Doch wie kann das sein? Schließlich entsorgen sicher die wenigsten von uns ihren Müll bewusst und sorglos beim jährlichen Strandurlaub im Meer. Das Problem ist viel umfassender.

Eine der Ursachen ist die Nutzung von Einwegplastik. Flaschen, Tüten, Strohhalme – alles Dinge, die wir häufig und eher unbedacht nutzen. Doch gerade diese Artikel sind es, die dafür sorgen, dass immer mehr Plastik ins Meer gerät.

Besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern fehlen Strukturen, um diesen Müll zu sammeln und zu verarbeiten. Denn das Recyceln der Abfälle, aber auch das Entsorgen ist teuer. Von öffentlicher Hand können diese Kosten in wirtschaftlich schlechter gestellten Ländern oft nicht gestemmt werden. Also haben die Menschen schlicht nicht die Möglichkeit, ihren Plastikmüll anständig zu entsorgen.

Dazu kommt: Länder wie Deutschland exportieren ihren Plastikmüll in andere Länder, da sich das Recycling hierzulande finanziell oft nicht lohnt. Und dort landet dann vielleicht auch unsere Plastiktüte vom Discounter im Ozean. Ganz ohne unser Wissen.

Einwegplastik landet im Meer
Unser Einwegplastik kann über mangelhaftes Recycling weit entfernt von uns im Meer landen

Doch es gibt noch weitere Ursachen für die Plastikflut in den Meeren:

  • Mikroplastik aus Kosmetikartikeln: Viele Cremes, Shampoos und Duschgele enthalten Mikroplastik. Dabei handelt es sich um kleinste Plastikpartikel, die etwa zum Binden von Stoffen verwendet werden. Mikroplastik entsteht aber auch, wenn zum Beispiel Tüten langsam zerfallen. Mit bloßem Auge lässt sich Mikroplastik häufig gar nicht erkennen. Und dennoch ist es ein Problem. Denn es lässt sich von den Kläranlagen nur sehr schwer aus dem Abwasser herausfiltern. Also gelangt es beinahe vollständig in die Gewässer.
  • Touristische Abfälle: Ein kleines Picknick am Strand, ein abendliches Lagerfeuer mit dem einen oder anderen Fläschchen Bier – auch durch den Tourismus an den Stränden kommt es zu Verschmutzungen, wenn Menschen ihren Plastikmüll nach dem Sonnenbaden einfach am Strand liegen lassen oder ihn in die Fluten werfen.
  • Verschmutzungen durch Schiffsbesatzungen: Trotz aller Verbote entsorgen viele Schiffe ihren Müll auf dem offenen Meer. Frei nach dem Motto „Wo kein Kläger, da kein Richter” gehen Plastikabfälle und Co. ganz einfach über Bord.

Was ist das Problem, wenn so viel Plastik in den Weltmeeren herumschwimmt?

Angeschwemmte Tüten und andere Abfälle sehen nicht nur unschön aus, der Müll gefährdet auch das Ökosystem im Meer. So sind nach Angaben des WWF fast die Hälfte der Meeressäuger- und Seevogelarten durch den Plastikmüll in den Meeren gefährdet. Tiere fressen Plastiktüten, weil sie diese etwa mit Quallen verwechseln, die sonst auf ihrem Speiseplan stehen, verfangen sich in achtlos entsorgten Netzen, in denen sie dann verenden oder sie verlieren ihre Lebensräume, weil sich dort der Plastikmüll ablagert.

Doch nicht nur die Meeresbewohner haben das Nachsehen. Mit jedem Fisch, den wir zubereiten, landet auch ein bisschen Plastik auf unserem Teller und damit in unserem Magen. Und das macht krank. Denn ungesunde Weichmacher, die verarbeitet werden, damit Plastik elastischer ist, und andere giftige Substanzen schädigen nicht nur den Organismus der Meeresbewohner, sondern auch unseren.

Was können wir persönlich tun, um die Verschmutzung der Meere zu verhindern?

Ganz wichtig ist es, weniger Müll zu produzieren. Sogenannte Zero-Waste-Bewegungen machen es vor und zeigen, dass der Alltag auch ohne Massen an Plastikmüll funktioniert. Denn je weniger Plastik wir tagtäglich verwenden, desto weniger Abfall landet letztlich im Meer.

Wer also zum Einkaufen einen Stoffbeutel mitnimmt und im Geschäft auf eine Plastiktüte verzichtet, trägt schon einmal einen Teil zum Schutz der Ozeane bei. Auch der Verzicht auf Einwegflaschen spielt eine wichtige Rolle. Und wer auf einen Kaffee unterwegs nicht verzichten möchte, sollte immer einen eigenen Becher dabei haben. Der Kauf von Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt statt eingeschweißt beim Discounter ist auch eine gute Möglichkeit, den persönlichen Plastikmüll zu reduzieren.

Mit Apps wie „Replace Plastic“ vom Verein „Küste gegen Plastik“ kannst du außerdem die Barcodes von Produkten scannen, die in Plastik verpackt sind. So teilst du den Anbietern der Produkte mit, dass du dir Verpackungen ohne Plastik wünschst.

Jeder kann also ohne viel Aufwand und Verzicht einen wichtigen Beitrag leisten. Starten wir also mit unserem nächsten Crowdlauf „Plastikmeer – ist das fair?“ , dann gehen wir für die Ozeane, die Meerestiere und letztlich auch für uns durchs Ziel.

Mit unserem ersten Crowdlauf 2019 stellen wir all jene Menschen auf das Podest, die sich das ganze Jahr über für uns engagieren – für uns, unsere Kinder, unsere Gesellschaft, unsere Umwelt, unsere Zukunft.

Sie sind ehrenamtlich tätig und trainieren uns im Sportverein, wenn sie Feierabend haben, sie studieren bis spätnachts die Akten für die nächste Stadtratssitzung oder lassen sich für einen Feuerwehreinsatz aus dem Wochenende holen. Ohne sie hätten wir eine schlechtere Unfall- und Katastrophenhilfe, weniger Kulturveranstaltungen und weniger Wissen und Erfahrungen zum Thema Umweltschutz. Doch mit ihnen werden unsere Schulen, Kindergärten, Behinderteneinrichtungen und Altenheime lebenswertere Orte.

Und eines ist sicher: Ohne Menschen im Ehrenamt müsste sich unser Staat ziemlich viel Neues einfallen lassen, denn einige Bereiche unseres sozialen Miteinanders würden schlichtweg nicht mehr funktionieren.

Also: Die Flutlichter an – für alle Menschen, die ein Ehrenamt ausüben!

Wir liefern euch vorab zum Crowdlauf nicht nur alle wichtigen Fakten zur Situation in Deutschland, sondern auch persönliche Tipps, die euch weiterhelfen, falls ihr euch selbst für ein Ehrenamt interessiert.

Welche Arten von ehrenamtlicher Arbeit gibt es?

Grundsätzlich und historisch gesehen bezieht sich das Wort Ehrenamt nur auf Ämter, in die Personen gewählt werden – dazu zählen etwa der Posten eines Vereinsvorstands oder die Arbeit als Schöffin bei Gericht.

Schon seit Jahrzehnten wird der Begriff aber auch allgemein verwendet für bürgerschaftliches  Engagement oder Freiwilligentätigkeiten, die unentgeltlich oder gegen geringe Aufwandsentschädigungen geleistet werden. Und schon der Name deutet an, dass auch die Menschen, die sich engagieren, ein bisschen etwas selbst davon haben – nämlich zumindest die Ehre.

Im Freiwilligen-Survey des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2014 wurde aber ermittelt, dass genau dieses Motiv für Menschen immer unwichtiger wird. Nur noch ein Drittel der befragten Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen möchte durch die Tätigkeiten sein Ansehen vergrößern.

In den Vordergrund rücken mit jeweils etwa 80 % Zustimmung oder voller Zustimmung die Tatsache, dass ein Ehrenamt Spaß machen kann, man mit anderen Menschen zusammenkommt und die Gesellschaft mitgestalten kann. Immerhin die Hälfte aller freiwillig Engagierten gibt an, dass sie durch die gemeinnützige Tätigkeit auch für sich selbst neue Dinge lernt, die auch außerhalb des Engagements nützlich sind.

Etwa 30 Millionen Menschen engagieren sich nach den meisten Schätzungen aktuell ehrenamtlich, alleine in Deutschland. Mögliche Betätigungsfelder sind:

  • Sport (z.B. Trainer, Vereinsvorstände)
  • Kultur (z.B. Organisatoren von Stadtteilfesten, Gruppenleiter)
  • Umweltschutz (z.B. Tierschutzorganisationen, Tierheime, politische Kampagnenarbeit)
  • Kinder, Schulen, Altenpflege und Behinderteneinrichtungen (z.B. Vorleser in Schulen, Vormundschaften von minderjährigen Geflüchteten, Pfadfinder, Gruppenleiter in Altenpflegeeinrichtungen)

Ohne Ehrenamtliche gäbe es keine Telefonseelsorgeangebote, viel zu wenig Unterstützer für all die Aufgaben in der Jugendhilfe, kaum Angebote in Sportvereinen und ein erschreckend armes kulturelles Angebot in den Gemeinden vor Ort – und niemand weiß, wo wir ohne Ehrenamtliche heute bei der Integration von Migranten und Geflüchteten stünden.

Das Ehrenamt ist außerdem keine neue Erfindung. Schon Perikles behauptete über das antike Griechenland, dass ein Privatmann kein stiller Bürger sei, sondern schlichtweg ein schlechter Staatsbürger.

Im Jahr 2000 wurden die Ergebnisse einer internationalen, über mehrere Jahrzehnte lang durchgeführten Studie veröffentlicht, die nahelegen, dass die Staaten mit größerem ehrenamtlichen Engagement auch die Staaten sind, in denen mehr öffentliche Gelder in das soziale Miteinander investiert werden – Staaten können also nicht einfach sparen, indem sie das ehrenamtliche Engagement ihrer Bürger ausnutzen.

Wie finde ich eine passende ehrenamtliche Tätigkeit?

Einen Überblick über mögliche Einsatzfelder vor Ort bekommst du in Beratungsstellen auf deiner Gemeinde und deren Webseite. Hier werden große lokale Organisationen, Freiwilligenagenturen und Ehrenamtsbörsen aufgelistet sowie Veranstaltungen angekündigt, bei denen du dich detaillierter informieren kannst.

Aktuelle Projekte, die ganz aktuell bundesweit Unterstützer suchen, sind zum Beispiel unter Discover Volunteering bei betterplace.orgausgeschrieben. Und auch die Kirchen können gute Ansprechpartner sein.

Möchtest du für deine Tätigkeit sogar ins Ausland gehen, dann kannst du dich von Weltwärts inspirieren lassen, dem Freiwilligendienst-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Wenn es keine mehrmonatige Reise werden soll, informierst du dich am besten in einschlägigen Foren. Hier solltest du aber immer auch abwägen, ob von deinem Einsatz tatsächlich die lokale Bevölkerung profitiert – oder vielleicht mehr die Agentur, die dich vermittelt.

Eine Alternative, die Reisen mit einem nachhaltigen Lebensstil und Bildung verbindet, ist etwa das Sustainability Adventure von Forum Via. Und, Stichwort Onlineforum: Immer mehr Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Online-Communities, indem sie anderen mit ihrem Wissen weiterhelfen oder darauf achten, dass die Netiquette gewahrt wird.

Daneben gibt es natürlich noch andere Möglichkeiten, ein passendes Ehrenamt zu finden. In welchem deiner Hobbys möchtest du mehr Zeit mit anderen verbringen? Du spielst Basketball, warst vor Jahren Teil eines Kajakvereins oder bist am Wochenende sowieso nur in den Bergen? Frag nach, wie du dich engagieren könntest.

Und auch andersherum funktioniert das: Wenn du deinen Bekanntenkreis durchgehst, merkst du wahrscheinlich auch, welche Tätigkeiten gebraucht werden können, ohne dass sie bereits zu einem deiner Hobbys passen. Sucht dein Nachbar jemanden, der ihn mit dem Rollstuhl einmal pro Monat zu einer Sportveranstaltung mitnimmt? Engagiert sich deine Kollegin bereits in der Schülernachhilfe von sozial benachteiligten Kindern und könnte Unterstützung gebrauchen? Stammt der Hund deiner Eltern aus dem Tierheim, das dringend neue Gassigeher braucht?

Was muss ich beachten, wenn ich ein Ehrenamt ausübe?

Hast du eine Tätigkeit gefunden, die dich interessiert und sie bereits erfolgreich ausprobiert, dann musst du noch mit deinem Arbeitgeber klären, in welchem Umfang du neben dem Job ehrenamtlich tätig werden darfst.

Grundsätzlich ist das Recht auf die Ausübung eines Ehrenamts sogar im Grundgesetz verankert (im Rahmen des Rechts auf freie Persönlichkeitsentfaltung) – sobald deine Erholungszeiten aber gefährdet sind, solltest du Rücksprache halten. Einige Arbeitgeber unterstützen ehrenamtliche Tätigkeiten inzwischen aber schon gezielt.

Hinsichtlich Versicherungsschutz (Unfallversicherung und Haftpflicht) gelten unterschiedliche Regelungen, je nachdem, in welchem Bundesland du dich engagierst oder bei welcher Organisation. Informationen hierzu, zu Aufwandsentschädigungen und steuerlichen Vorteilen gibt es auf den Seiten der Ministerien in deinem Bundesland sowie bei der jeweiligen Trägerorganisation.

Wir könnten dir an dieser Stelle auch eine Checkliste präsentieren und dich fragen, wie viel Zeit du investieren möchtest und ob deine Familie oder dein Partner hinter dir stehen, wenn du dich für ein Ehrenamt entscheidest. Wir könnten dir zu Bedenken geben, dass ein Ehrenamt immer zu deinen Interessen passen sollte und dass du dir im Klaren sein musst, dass andere Hobbys auf der Strecke bleiben könnten.

Aber: Die meisten Menschen in einem Ehrenamt sind irgendwann mal in ihr Amt hinein gestolpert und trotz Widrigkeiten dabei geblieben – viele machen sich ihre Aufgabe zur Lebensaufgabe, weil sie dem Leben einen Sinn geben kann. Und so etwas gefunden zu haben ist vielen mehr Wert als jeder Lohn für andere Arbeit.

Trotzdem: Menschen, die sich engagieren, brauchen unsere Anerkennung und haben es verdient, dass ihnen keine Stolpersteine in den Weg gelegt werden – wie etwa bürokratische Hürden oder undurchsichtige rechtliche Regelungen.

Und jetzt? Starte deinen Crowdlauf!

Wenn wir für den Ehrenamt-Crowdlauf ins Rennen gehen, dann laufen wir für den Fußballtrainer, der dich vor 15 Jahren trainiert hat und heute deinen kleinen Nachbarn das Kicken beibringt, für die Ärztin, die zweimal im Monat ihren Dienst bei der Bergwacht ableistet, damit wir beruhigt Skifahren oder Mountainbiken gehen können, für die beiden Chorleiter in deiner Kirchengemeinde und für den ehrenamtlichen Betreuer der geflüchteten Familie aus der Klasse deiner Tochter.

Und wir laufen dafür, dass ihre Arbeit noch besser Wert geschätzt wird und die Bedingungen verbessert werden – wir laufen für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und die Menschen, die so viele kleine Risse mit ihrem Einsatz und ihrer Leidenschaft kitten können!

Wir waren gerade im Urlaub, als sich im August 2018 die Ereignisse in Chemnitz überschlugen. Nachdem ein junger Mann von zwei anderen Männern niedergestochen wurde und kurz darauf an seinen Verletzung verstarb, und als klar wurde, dass die mutmaßlichen Täter Flüchtlinge waren, kochte die Stimmung hoch. Menschenmassen zogen durch die Straßen und riefen rechte Parolen. In den Medien war von einer Hetzjagd gegen Ausländer die Rede.

Wir waren schockiert, als wir die Ereignisse aus der Ferne verfolgten, aber uns auch schnell einig:

Die Ermordung des jungen Mannes war eine schreckliche Straftat, die entschieden zu verurteilen ist. Aber diese Tat darf weder missbraucht werden, um Hass gegen Ausländer zu legitimieren, noch um Geflüchtete per se als gefährlich zu verurteilen.

Dem Hass etwas entgegensetzen

Nur wenige Tage später mobilisierte sich von Chemnitz aus eine deutschlandweite Gegenbewegung unter dem Hashtag #wirsindmehr. Ihr Ziel war es, mit einem großen Konzert und mit Gegendemos Zeichen zu setzen gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Chemnitz ist anders, Chemnitz ist bunt, lautete ihre Botschaft. Sie wollten damit auch verhindern, dass ihre Stadt ein negatives Image aufgedrückt bekommt durch die vielen Medienberichte, die bundesweit über die rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz kursierten.

Diese Gegenbewegung ließ uns aufatmen. Sie war ein wichtiges und positives Signal, nicht nur für Chemnitz, sondern für ganz Deutschland, das den Menschen klarmachte:

Wir dürfen dem Hass, der Gewalt, der Ausgrenzung und dem destruktiven Gegeneinander nicht die Bühne überlassen. Wir müssen mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, etwas Gutes dagegensetzen: Empathie, Besonnenheit, die Bereitschaft zu einem friedlichen Miteinander und eine positive Haltung zu einem bunten Leben.

So war die Idee für den Toleranz-Crowdlauf geboren.

Eine bessere Zukunft braucht Toleranz

Wir leben in turbulenten Zeiten. Die Welt ist in den letzten Jahrzehnten immer komplexer geworden. Auf wichtigen Fragen, die wir uns stellen, kann es keine einfachen Antworten mehr geben. Wir wünschen uns Wegweiser, die uns helfen zu entscheiden, was wir tun sollen, finden aber keine. Das verursacht Unsicherheit und schürt Ängste.

Das Tückische an Ängsten ist, dass ihre Ursachen gerne im Dunkeln bleiben. Denn was unklar, fremd und unbekannt ist, oder was andere als gefährlich und bedrohlich darstellen, macht uns besonders viel Angst.

Wir fürchten uns so lange vor dem Monster im Wandschrank, bis wir uns der Angst stellen, den Wandschrank öffnen und realisieren, dass es dort kein Monster gibt.

Deshalb glauben wir ganz fest daran, dass sich niemand von einem vagen Gefühl der Angst beherrschen lassen sollte. Egal was andere als “die große Gefahr” darstellen mögen, wir sollten unsere Ängste hinterfragen. Ganz besonders dann, wenn sie sich pauschal gegen andere Menschengruppen richten, wie die Ausländer, die Geflüchteten, die Schwarzen, die Schwulen. Nur weil Menschen anders aussehen, sprechen, leben oder lieben, sind Vorurteile und Pauschalisierungen noch lange nicht legitim.

Wenn wir genau hinschauen, werden wir feststellen, dass da viele dufte Typen dabei sind, Frauen wie Männer, mit denen das Abendland garantiert nicht untergehen wird.

Dazu braucht es zunächst einmal Toleranz, also eine Grundhaltung, die auch andere Lebens- und Denkweisen neben der eigenen duldet. Ohne Toleranz könnte ein Miteinander nicht funktionieren – und erst ein Miteinander macht die Welt besser für alle. Das war schon immer so und das wird auch in Zukunft so sein. Das ist unsere Überzeugung.

Wir laden dich also herzlich dazu ein, gemeinsam mit uns und der Crowd ein Zeichen zu setzen für mehr Toleranz und Mitmenschlichkeit. Lass uns in die Welt hinausschreien “Ich mag’s bunt!” und all der Schwarzmalerei frohe Farbkleckse verpassen. Dann gehört die Zukunft uns.

Mach mit beim Toleranz-Crowdlauf “Ich mag’s bunt”!

Menschen, die an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, haben oft große Probleme, den Alltag zu bewältigen. Speziell geschulte Assistenzhunde könnten ihnen helfen, Ängste abzubauen und ihnen einen Weg zurück ins gesellschaftliche Leben ebnen.

Doch dafür braucht es gesetzliche Rahmenbedingungen, die die Ausbildung und Finanzierung von Assistenzhunden sowie den Umgang mit ihnen regeln. Aber die gibt es in Deutschland noch nicht.

Was ist PTBS?

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung. Betroffene leiden oft an Panikattacken, Angstzuständen und Depressionen, haben Flashbacks, Albträume, bis hin zu Suizidgedanken.

Auslöser einer PTBS können sehr verschieden sein. Immer sind es aber außergewöhnliche und potentiell lebensbedrohliche Ereignisse, die bei den betroffenen Menschen zu tiefgreifenden, seelischen Erschütterungen führen.

Zu den häufigsten Auslösern zählen sexueller Missbrauch, physische und psychische Gewalt, Naturkatastrophen, schwere Verkehrsunfälle, aber auch Kriegserfahrungen und Vertreibungen.

Eine PTBS kann jeden treffen. In bestimmten Berufs- und Personengruppen ist das Risiko aber erhöht. Dazu zählen unter anderem:

  • Soldat*innen, die traumatisiert von ihren Einsätzen in Kriegs- und Krisengebieten zurückkehren
  • Mitarbeiter*innen von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, die versuchen, Menschenleben zu retten, oder die selbst in lebensbedrohliche Situationen geraten
  • Lokführer*innen, denen sich jemand vor den Zug wirft und sich so das Leben nimmt
  • Geflüchtete, die in ihren Heimatländern Krieg und Gewalt erlebt haben oder auf der Flucht beinahe selbst ums Leben gekommen wären

Diese Liste nennt nur einige Beispiele von vielen.

Nicht selten treten die Symptome einer PTBS erst Monate oder Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte nach dem auslösenden Ereignis ein.

Betroffene sind häufig nicht mehr in der Lage, öffentliche Plätze zu besuchen oder einkaufen zu gehen. Bestimmte Geräusche oder Gerüche können ganz plötzlich die traumatischen Ereignisse von damals zurück ins Gedächtnis rufen. Ängste und Panikattacken sind die Folge.

PTBS-Leidende neigen deshalb oft dazu, sich innerlich zurückzuziehen, keine sozialen Kontakt mehr zu pflegen und ihre Wohnungen nicht mehr zu verlassen. Eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist dadurch fast unmöglich.

Wie Assistenzhunde helfen können

Hunde haben eine positive Wirkung auf Menschen. Schon allein ihre Anwesenheit kann beruhigend wirken, Ängste reduzieren und Hemmungen abbauen, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Für PTBS-Betroffene sind speziell geschulte Assistenzhunde, die therapiebegleitend eingesetzt werden, deshalb eine große Chance: Sie könnten ihnen einen Weg zurück ins gesellschaftliche Leben ebnen.

Assistenzhunde werden unter anderem darauf trainiert, in der Öffentlichkeit eine physische Barriere zu schaffen, die andere Personen auf Abstand hält. Außerdem sind sie in der Lage, Flashbacks und Albträume zu erkennen und durch Anstupsen oder Pfote auf das Bein legen zu unterbrechen.

In einer Studie berichteten 82 % der befragten PTBS-Patient*innen mit Assistenzhunden von einer Reduktion ihrer Symptome, 40 % konnten sogar die Einnahme von Medikamenten reduzieren. (Quelle: Rehahunde Deutschland e.V.)

Hunde erreichen damit etwas, was selbst Familienmitgliedern, Freund*innen und medizinischem Fachpersonal oft nicht gelingt: Sie finden einen Zugang zu PTBS-Betroffenen, geben ihnen mehr Sicherheit im Alltag und ermöglichen so Ärzt*innen und Therapeut*innen, die Betroffenen fachkundig zu begleiten.

In Deutschland fehlen gesetzliche Rahmenbedingungen

Seit dem 1. Januar 2015 gibt es in Österreich eine einheitliche, gesetzliche Definition des Begriffs “Assistenzhund”. Dadurch wurde es möglich, für diese speziellen Hunde Ausnahmen festzulegen, was die Maulkorb- und Leinenpflicht betrifft. Sie genießen außerdem freien Zugang zu öffentlichen Orten und Gebäuden.

Auch die Ausbildung von Assistenzhunden und Assistenzhundeführer*innen ist in Österreich gesetzlich geregelt. Es gibt Qualitätsstandards, die einzuhalten sind, und staatliche Prüfungen für Hundetrainer*innen sowie Hundehalter*innen.

In Deutschland gibt es dafür noch keine einheitlichen, gesetzlichen Regelungen. Das ist problematisch, denn so kann nicht sichergestellt werden, dass ein Hund wirklich gut trainiert, dass Trainer*innen tatsächlich gut ausgebildet und dass Menschen mit körperlichen oder psychischen Leiden einen Assistenzhund bekommen, der sie in ihrer Therapie sinnvoll unterstützen kann.

Außerdem ist die Ausbildung eines Assistenzhundes oft sehr teuer. Kosten in Höhe von 25.000 EUR sind keine Seltenheit. Mit einer staatlichen Anerkennung von Assistenzhunden könnten diese Kosten zumindest teilweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Gäbe es gesetzliche Regelungen, würden alle davon profitieren – auch die Assistenzhundeschulen und -trainer*innen in Deutschland, die bereits jetzt eine gute Arbeit leisten.

Vor allem aber würden diejenigen profitieren, die mit einem voll anerkannten und gut trainierten Assistenzhund einen Weg zurück ins Leben finden könnten.