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Nah an der westlichsten Spitze des afrikanischen Kontinents: Ein Strand, an dem sich Surfer treffen, Jugendliche und Familien zum Baden kommen, dazwischen Schafe und bunte Pirogen, die Fischerboote der heimischen Fischer.

Ab und an setzen Boote über zu einer vorgelagerten Insel. Wenn am Samstagmorgen die Familien am Strand von Ngor eintreffen, dann liegen die frisch gefangenen Fische längst in den Kühltruhen am Strand, bereit für den Weiterverkauf.

Doch der paradiesische Eindruck ist getrübt.

„Man sieht Süßigkeitenverpackungen, Becher, Tüten, Einwegverpackungen, sogar Schuhe“, erzählt Kadiatou. Die Schülerin aus Dakar beteiligt sich zum „Tag des Meeres“ mit Freunden immer wieder an einer Müllsammelaktion, bei der gerne mal zwei Tonnen Müll gesammelt werden – an nur einem Tag.

Teile davon holt sich an anderen Tagen das Meer – Stück für Stück mit jeder Welle.

So kommt der Müll ins Meer

Steht man hier am Strand, wird plötzlich so bildhaft klar wie sonst kaum, wie es passieren konnte, dass unsere Meere voll mit Plastikabfällen sind.

Dabei sind Strandszenen wie hier nur ein Teil des Problems. Plastik gelangt auch von Schiffen ins Meer, durch Mülldeponien in Asien (die auch unseren Müll immer noch aufnehmen) und von Mikroplastik in unseren Kosmetikartikeln und Klamotten.

Und auch hier im Senegal wird gegen das Problem schon lange vorgegangen: Im Jahr 2015 wurde mit großen Kampagnen die Plastiktüte verboten, seit 2006 gibt es im Dorf Thiès, etwa 70 Kilometer entfernt von Dakar, eine Recyclinganlage, wo Plastikmüll aus den Straßen für die Industrie umverarbeitet wird.

Auch viele herkömmliche, lokale Ideen werden wieder wichtiger: Schon längst werden Bastkörbe für Einkäufe auf dem Markt benutzt und anstatt sich mittags Essen to go in Plastikverpackungen zu holen, isst man hier oft gemeinsam mit Kollegen aus einer großen Schüssel, die einfach wieder zurückgebracht wird.

plastik strand senegal

Plastikmüll am Strand von Dakar – das Surferparadies ist bedroht. Foto: Valentina Aversano-Dearborn / Forum ViA (Wien)

Plastik im Meer: Mit der Fünfer-Regel weltweit gegen Müll

Allein – es gibt weiterhin viel zu wenige Mülltonnen, findet nicht nur Kadiatou. Wenn sie ihren Freunden sagt, sie sollten ihren Müll nach dem Strandbesuch wieder mitnehmen, erntet sie oft nur schiefe Blicke.

Sie versucht, eine Fünfer-Regel zu etablieren: Nach dem Strandbesuch für fünf Sekunden auf den Boden blicken und mindestens fünf herumliegende Teile mitnehmen.

Dass diese Regel auch bei uns funktionieren könnte, ist klar. Auch hier findet sich Plastikmüll an Seestränden und Flüssen, wenn auch nicht immer ganz so offensichtlich wie am Strand von Ngor.

Und ein Blick in die Zahlen zeigt, dass man in Deutschland pro Kopf etwa 37 Kilo Plastikmüll im Jahr verursacht, in Senegal dagegen nur zwölf.

Fast die Hälfte des Mülls wird in Deutschland allerdings recycelt, der Rest größtenteils verbrannt. Im Senegal liegt der Anteil des Recyclings noch im einstelligen Prozentbereich und immer noch landen mehrere Tausend Tonnen Plastikmüll nicht auf der Verbrennungsanlage, sondern in der Natur.

Ein neues Leben für das Meer: Ozeankind e.V.

Es war auch ein Schock auf einer Reise, der Marina und Micha zum Umdenken brachte. Ein Bootsausflug im indischen Ozean führte ihnen vor Augen, wie bedroht paradiesische Orte sind. Ohne langes Nachdenken war klar, dass sie etwas tun mussten. Sie änderten ihren Lebensstil und gründeten Ozeankind e.V.

Der Verein führt Bildungsprojekte mit Kindern durch und hat inzwischen eine richtige Bewegung ausgelöst. Immer mehr Menschen machen mit, verzichten auf Plastik im Alltag und organisieren Clean-Ups am Meer, am Fluss, am See. Jedes gesammelte Kilo kommt auf die virtuelle Ozeankind-Waage, die inzwischen knapp 54 Tonnen Müll anzeigt.

ozeankind plastikrebellen

Marina und Micha haben Ozeankind e.V. gegründet. Foto: Ozeankind e.V.

Für die beiden steht über allem die Erkenntnis, dass vor allem wir es sind, die etwas tun müssen:

„Wir, die wir in wohlhabenden Industriestaaten geboren sind weil auf unserem Los in der Geburtslotterie „Deutschland“ stand. Denn wir haben etwas, das viele Menschen an anderen Orten dieser Welt nicht haben: Alternativen.“

Mit dem Meeresrauschen Virtual zum Tag des Meeres 2020 unterstützen wir Ozeankind e.V. und ihre Community, die sich als „Plastikrebellen“ gegen die Vermüllung des Planeten einsetzt.

Jeder Plastikrebell sieht nicht mehr nur Probleme, sondern wird – nach der Philosophie von Ozeankind e.V. – Teil der Lösung.

Wir sind der festen Überzeugung, jeder kann im Alltag eine Menge tun. Gerade jetzt: Denn was viele von uns mehr zur Verfügung haben ist Zeit. Zum Beispiel bei jedem Spaziergang oder auch Run kann Müll, der einem „über den Weg läuft“, aufgehoben und in der nächsten Mülltonne entsorgt werden. Anstatt sich darüber zu beschweren, dass an dem Ort Müll liegt, eine positive Handlung starten. Man fühlt sich auch gleich viel besser.

Außerdem: Jedes Clean-Up, egal wo und von wem es auf der Welt im größeren Stil durchgeführt wird, ist wichtig. Doch ganz ehrlich? Wir müssen auch bei uns im Alltag anfangen, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen, andere Produkte konsumieren, weniger konsumieren. Denn nur so schaffen wir es, den Müllberg auf Dauer zu verkleinern und somit gelangt auch weniger Müll in die Natur und in die Ozeane. (Marina von Ozeankind e.V.)

Gegen Plastik im Meer: Nachhaltige Verpackung, die sich im Wasser auflöst

In Brasilien geboren ist eine andere Idee, die das Plastikproblem in den Weltmeeren von hinten aufzäumt und nach einer anderen Art von Lösung sucht.

Edna Kleber-Belizario und Christoph Kleber haben eine nachhaltige Verpackung erfunden, die sich im Wasser selbst auflöst. Der „Nachhälter“ besteht aus Holzresten, die in einem Viskoseverfahren zu einer transparenten Folie umgewandelt werden.

Bei einem Besuch von Ednas Familie in Brasilien war den beiden das Problem des Plastikmülls nochmals deutlicher bewusst geworden. Ednas Familie betreibt schon in mehreren Generationen Biolandbau und warnt seit Jahrzehnten vor Plastikmüll. Auf dieser Reise hatten sich die beiden geschworen, selbst aktiv zu werden.

Zurück in Deutschland begann die Recherche. Für sie stand bald fest, dass „Unverpackt“ für die breite Masse der Menschen erstmal keine Lösung sein wird, Bioplastik aus Nahrungsmitteln sollte es auch nicht sein. Mit ihrer Idee haben sie „Das Ding des Jahres 2020“ bei Pro7 gewonnen. Mit Hilfe des Preisgelds wird weiter getüftelt und inzwischen auch expandiert.

Lasst uns Teil der Lösung sein

Die Veränderungen der letzten Wochen und Monate haben viele von uns ein ganzes Stück weit der Natur näher gebracht – ganz ohne Fernreisen. Ein wirklicher Wandel wird aber nicht ohne jeden Einzelnen von uns möglich sein, indem auch wir eben Teil der Lösung werden: Mit Verzicht auf Plastik, eigenen Clean-Up-Projekten und vor allem durch Aufklärungsarbeit.

  • Mehrere Tausend Kinder leben in Deutschland auf der Straße – Schätzungen liegen zwischen 2.500 und 6.500.
  • Probleme im Elternhaus und in Jugendhilfeeinrichtungen sind die Hauptursache.
  • Damit Kinder nicht auf der Straße landen, müssen Hilfsangebote vielfältig sein.

„Meine Mutter hat mich mit zehn rausgeschmissen, weil ich komme nach meinem Vater. Und sie hasst meinen Vater“, erzählte der 17-jährige Nico gegenüber Spiegel TV vor ein paar Jahren.

Die Gründe dafür, dass auch im reichen Deutschland Kinder auf der Straße landen, sind vielfältig. Schätzungen zufolge sind es mindestens 2.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die auf der Straße leben. Oft ist die Situation nur vorübergehend, manchmal schaffen die Kinder und Jugendlichen aber den Weg zurück nicht mehr.

Vor allem in Großstädten leben obdachlose Minderjährige – doch sie stammen auch aus kleineren Städten und sind nur in die großen Städte gezogen, weil es dort – trotz allem – mehr Möglichkeiten für sie gibt.

Diese Altersgruppe ist am Stärksten betroffen

Bei einer deutschlandweiten Befragung von Kindern und Jugendlichen, die bereits auf der Straße gelebt haben, ermittelte das Deutsche Jugendinstitut (DJI) im Jahr 2016, dass fast ein Drittel der jungen Menschen zwischen 14 und 24 Jahren, die auf der Straße leben, 18 oder 19 Jahre alt sind. 14 Jahre oder jünger waren demnach nur etwa 5 %.

obdachlose frau kinderarmut deutschland

Damit bestätigt sich, was Sozialverbände schon länger kritisieren: Wer gerade erwachsen wird, hat die größte Wahrscheinlichkeit, durch die sozialen Netze zu fallen – weil weder Angebote der Kinder- und Jugendhilfe greifen, die jungen Leute aber gleichzeitig noch keinen guten Zugang zu Absicherungen für Erwachsene haben, wie die Grundsicherung, Arbeitsförderungen oder Sozialhilfe.

Trotzdem gibt es auch immer wieder Kinder, die durch die Netze fallen – in der Studie waren es immerhin 25 %. Wie hoch die Anzahl tatsächlich ist, kann nur schwer abgeschätzt werden.

Das sind die Gründe für ein Leben auf der Strasse

Unter den minderjährigen auf der Straße Lebenden liegt in der Studie des DJI der Anteil der Mädchen höher als der Anteil der Jungen – ein Grund dafür könnte aber auch sein, dass sich Mädchen früher Hilfe in Jugendhilfeeinrichtungen holen und daher den Interviewern der Studie auch häufiger begegneten.

Dass Kinder auf der Straße leben müssen, liegt in den meisten Fällen an der Situation in der Herkunftsfamilie. Massive psychische oder physische Gewalt, sexueller Missbrauch oder auch eine prekäre Wohnungs- und Finanzsituation der Eltern können die Gründe dafür sein, dass Kinder die Familie verlassen oder vor die Tür gesetzt werden.

Doch viele der Kinder, die ohne festen Wohnsitz leben, hatten auch Schwierigkeiten in Jugendhilfeeinrichtungen, diese können die Abwärtsspirale sogar verstärken, wenn Kinder hier kein Vertrauen schließen können.

angst depression gewalt

Für die Buchautorin Sabrina Tophofen, die von ihrem Vater missbraucht und nach einer Anzeige von der Polizei in ein Pflegeheim gebracht worden war, wurde das Pflegeheim – als Zehnjährige war sie die Jüngste dort – zum Alptraum: „Es gab Gitter vor den Fenstern und abgeschlossene Türen. Und die Mädchen machten mir das Leben schwer. Sie lockten mich in ein Zimmer und rasierten meine Haare ab. Für mich gab es nur den Gedanken: Entweder ich komme hier raus, oder ich muss sterben.“

Ein anderes Mädchen habe ihr geholfen zu fliehen, so erzählte sie Brigitte.de. Sie bekam Kontakte zu Menschen, die auf der Straße lebten – und schloss sich ihnen an.

So sieht das Leben der Kinder auf der Strasse aus

Ohne festen Wohnsitz zu sein – das war das Kriterium für die Studie des DJI. Demnach lebt nur ein Drittel der Kinder auf der Straße, zwei Drittel sind aber – zumindest vorübergehend – anderweitig untergekommen, etwa bei Freunden. Trotzdem empfinden die Jugendlichen die Straße als Lebensmittelpunkt. 

Sabrina Tophofen schloss sich an ihrem ersten Tag einer Clique an: „Mit einem Jungen war ich oft unterwegs. Er beschützte mich immer, und wenn ich nachts am Hauptbahnhof unterwegs war, dann hat er mich dort nie allein gelassen. Er hat neben mir im Sitzen geschlafen. Weil ich mich nicht hinlegen wollte. Ich schlief fast nur tagsüber, habe mich irgendwohin gehockt und eine halbe Stunde gedöst.“

Was sie erzählt, wirkt erstmal paradox, doch ist es für viele Jugendliche auf der Straße die Realität: „Auch wenn das Leben auf der Straße schwierig war, ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben sicher gefühlt. Vor allem mit diesen Menschen, die sofort meine Freunde waren. Die haben mich so behandelt, als wäre ich ein toller Mensch. (…) Ich kannte so etwas ja gar nicht. Weder von zu Hause noch aus dem Heim.“

Auch bei ihr folgten, wie bei vielen anderen, Drogenepisoden – vor allem LSD habe ihr die Angst vor ihrem Vater oder der Polizei genommen, aber Verfolgungswahn erzeugt, wenn die Wirkung nachließ.

Kinderhilfe: Hier setzen die Hilfsangebote an 

Dass das Leben der betroffenen Kinder sehr unstet ist, führt dazu, dass der Übergang zwischen dem Leben auf der Straße und in einer Hilfseinrichtung fließend ist: Ein grundsätzlich guter Ansatzpunkt  für Hilfsangebote. 

Aufsuchende Sozialarbeit – also Streetwork – ist für einige auf der Straße Lebende der erste Kontakt zu den Hilfseinrichtungen. Andere kommen durch offene Angebote zu den Sozialarbeitern.

Der Berliner Verein Straßenkinder e.V. erzählt von seiner Arbeit: „Vielen Kindern und Jugendlichen, die wir betreuen, haben deren Eltern noch nie im Leben eine warme Mahlzeit gekocht. Wir glauben, dass jedes Kind so wertvoll ist, dass man es mit seinen Problemen ernst nehmen muss, sich Zeit nehmen sollte, in Gesprächen wirklich aufmerksam zuzuhören und versuchen, eine Beziehung aufzubauen.“

Die Angebote reichen von warmen Essen und Notversorgung wie einer Kleiderkammer und Waschmöglichkeiten über Erlebnispädagogik – wie Freizeitangebote, Ausflüge, kleine Reisen – bis hin zu Rechtsberatung.

Bildung und Ernährung verbessern

Den Zusammenhang zwischen Armut und sozialer Ausgrenzung zieht auch das Schutzengelwerk in Berlin. Wer von Armut bedroht ist – und das ist immerhin jedes vierte Kind in Berlin – läuft auch Gefahr, durch fehlende Teilhabemöglichkeiten von Gleichaltrigen ausgegrenzt zu werden.

Gerade nachhaltige Bildung und sportliche Angebote stärken das Selbstwertgefühl der Kinder und lassen sie gegen mögliche Angriffe innerhalb und außerhalb der Familie robuster werden. Mit Therapie- und Freizeitangeboten – auch in der Natur außerhalb der Stadt – werden Defizite aufgefangen und langfristig neue Perspektiven mit den Kindern entwickelt.

Deutschland ist ein reiches Land. Und trotzdem sind mehr als 2 Millionen junge Menschen hierzulande von Kinderarmut betroffen. 

Kinderarmut bedeutet nicht nur Aufwachsen in Familien, in denen wenig Geld zum Leben da ist. Kinderarmut geht oft einher mit Defiziten in Ernährung, Gesundheit, psychischer Stabilität, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.

Mit unserer neuen Charity-Aktion, dem Kinderhilfe Virtual Run, möchten wir einen Beitrag leisten, um sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu helfen. Diese Charity-Aktion ist eine Erweiterung des Berliner Kinderhilfe Laufcups.

💌 Abonniert den Crowdlauf-Newsletter, um Infos und Rabatt-Codes zu erhalten!

Der Virtual Run zum Berliner Kinderhilfe Laufcup 2020

In diesem Jahr findet zum ersten Mal der Berliner Kinderhilfe Laufcup statt. Er wird von Melli und Lucas von Laufleistung Hoch 3 organisiert. 

Der Laufcup startet am 23. Februar 2020. Bei insgesamt 18 Lauf-Veranstaltungen in und um Berlin haben Läuferinnen und Läufer die Möglichkeit, für einmalig 10 € am Laufcup teilzunehmen. Die Einnahmen daraus fließen an zwei Berliner Kinder-Hilfsorganisationen: Straßenkinder e.V. und SchutzengelWerk.

Laufen für den guten Zweck wird auch bei Crowdlauf groß geschrieben. Deshalb unterstützen wir diese Idee mit einem Virtual Run, der ab 22. März parallel zum Laufcup stattfinden wird. 

Mit unserem ortsunabhängigen, virtuellen Lauf-Event können alle Sportbegeisterten weltweit die Berliner Kinderhilfe unterstützen, auch wenn sie nicht im Raum Berlin/Brandenburg wohnen.

Kinderhilfe Virtual Run Medaille von Crowdlauf

Das Besondere am Kinderhilfe Virtual Run

Bei diesem Virtual Run gehen wir wieder neue Wege. Vieles wird euch bekannt vorkommen, aber in einigen wichtigen Punkten unterscheidet sich dieser von allen bisherigen Virtual Runs

Hier sind die wichtigsten Neuerungen beim Kinderhilfe Virtual Run:

  • 16 einzelne Tage: Der Virtual Run findet ab 22. März an 16 einzelnen Tagen statt, die über das ganze Jahr verteilt sind. Das sind genau die Tage, an denen auch in Berlin beim Laufcup gelaufen wird. Es gibt also keinen zusammenhängenden, mehrwöchigen Teilnahmezeitraum wie bei unseren anderen Virtual Runs. 
  • Eintragen noch am selben Tag: Das Formular, in das alle Virtual Runner ihre zurückgelegten Kilometer eintragen, steht nur an den 16 Teilnahme-Tagen zur Verfügung. Wenn ihr also für den Virtual Run Sport macht, müsst ihr eure Sporteinheiten noch am selben Tag eintragen.

Darüber hinaus gilt beim Kinderhilfe Virtual Run wieder:

  • Swim, Bike, Run: Ihr dürft laufend, schwimmend oder radelnd Kilometer sammeln.
  • Million Hopes: Die Kilometer, die ihr beim Kinderhilfe Virtual Run zurücklegt, dürft ihr gleichzeitig auch beim Million Hopes Virtual Run eintragen. 
  • Starterpaket: Es gibt diesmal wieder ein Starterpaket, in dem eine Medaille, eine Startnummer und ein Passwort für den geschlossenen Virtual-Run-Bereich auf der Website enthalten sind. Ihr braucht das Starterpaket, um mitmachen zu können.
  • Spenden: Je mehr Kilometer ihr bei diesem Virtual Run erzielt, desto mehr Spenden fließen an die Berliner Kinderhilfe. Wir wenden also bereits unseren neuen Mechanismus an, mit dem wir am Jahresende unsere Spenden verteilen werden. Darüber haben wir neulich im Blog berichtet.    

Vorverkauf und Rabatte ab 21. Februar

Schon am kommenden Freitag startet der Vorverkauf für den Kinderhilfe Virtual Run. Mit einem Starterpaket sichert ihr euch euren Startplatz beim Virtual Run und könnt dann an jedem der 16 Teilnahme-Tage mitmachen. 

Alle, die den Crowdlauf Newsletter abonniert haben, erhalten am 21. Februar eine E-Mail, in der ein Rabatt-Code enthalten ist. Damit bekommt ihr 10 % Nachlass auf das Starterpaket und alle anderen Crowdlauf-Medaillen (ausgenommen „Million Hopes“ und Angebote). 

💌 Den Newsletter könnt ihr hier kostenlos abonnieren.

Happy Running! 😊

Seit dem 15. Januar läuft unser kostenloser Virtual Run “Million Hopes”. Es ist ein virtueller Solidaritäts-Lauf für die Menschen in Australien, an dem schon mehrere tausend Menschen teilgenommen haben.

Im Rahmen dieser Charity-Aktion wollen wir gemeinsam als Crowd eine Million (1.000.000) Kilometer zurücklegen. Wir tun das, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Gleichzeitig wollen wir aber auch Geld spenden, um den Betroffenen vor Ort finanziell zu helfen. Deshalb gehen 5 € von jeder verkauften “Million Hopes”-Medaille an Charity-Organisationen, die gegen die Folgen der Brände in Australien ankämpfen.

In diesem Artikel wollen wir euch einen Zwischenstand durchgeben: Wie viele Kilometer kamen schon zusammen? Wie viele Medaillen wurden verkauft? Wie viele Spenden fließen an Charity-Organisationen?

So erfolgreich ist Million Hopes schon jetzt

Die Charity-Aktion läuft noch auf unbestimmte Zeit. Doch schon jetzt hat sie alle unsere Erwartungen übertroffen.

Als wir im Dezember die ersten Anfragen von euch bekommen haben, ob wir nicht einen Virtual Run für Australien machen könnten, dachten wir noch, das Interesse legt sich bestimmt bald wieder.

Aber nichts da! Die Anfragen häuften sich. Also haben wir kurzfristig entschieden, einen Virtual Run zum Thema zu starten und eine neue Medaille herauszubringen.

million hopes medaille crowdlauf

Das Ganze stampften wir innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden. Eigentlich wollten wir erst im Februar oder März mit einem neuen Virtual Run starten, doch dann kam “Million Hopes”.

Zum Glück! Denn dank euch wurde dieser Virtual Run der bislang größte und erfolgreichste, den wir je gemacht haben.

Was genau bedeutet “erfolgreich” hier? Um das zu klären, packen wir ein paar Zahlen für euch aus:

  • Kilometer: In knapp vier Wochen kamen über 80.000 km zusammen. Das ist zweimal um die Erde! Und jeden Tag kommen über 3.000 km hinzu. Das ist deutlich mehr als bei jedem anderen Virtual Run zuvor. Ein starkes Zeichen der Anteilnahme und Solidarität!
  • Posts: Auf Instagram kursieren bereits weit über 5.000 Beiträge mit dem Hashtag #millionhopes. Und sie sind fast alle von euch! Dort könnt ihr wunderbar sehen, wie groß, bunt und engagiert die Crowdlauf Family ist. Ganz toll!
  • Medaillen: Allein am ersten Tag der Charity-Aktion wurden über 1.000 “Million Hopes”-Medaillen vorbestellt. So groß war die Nachfrage und die Spendenbereitschaft noch nie!
  • Spenden: Aktuell liegen wir bei einem Spendenvolumen von stolzen 9.000 €, die durch den Medaillenverkauf zusammengekommen sind! Wir sammeln noch ein bisschen, dann überweisen wir.

Übrigens: An welche Organisationen das Geld gehen soll, darüber könnt IHR schon bald in einer Umfrage entscheiden!

Den Link zur Umfrage geben wir im nächsten Crowdlauf-Newsletter bekannt, den ihr hier kostenlos abonnieren könnt.

Wie geht’s weiter?

Das Ziel der “Million Hopes” Charity-Aktion ist, gemeinsam mit euch 1.000.000 km zu erreichen. Denn eine Million Kilometer sind eine Million Mal Hoffnung für Australien.

Selbst wenn die Brände irgendwann gelöscht werden, der Wiederaufbau und die Wiederaufforstung wird ein Kraftakt für die Australier werden. Und sehr viel Zeit benötigen.

Aktuell werden jeden Tag im Schnitt mehr als 3.100 km eingetragen. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, brauchen wir 322 Tage insgesamt, um die eine Million km zu knacken. 27 Tage sind schon geschafft – verbleiben also noch 295.

Das klingt nach einer Mammutaufgabe – ist es auch! Aber es ist gerade mal Mitte Februar. Quasi noch tiefster Winter.

Wenn wir alle schon jetzt so aktiv sind, wie viel schaffen wir dann wohl im Frühling, Sommer und Herbst, wenn all die großen Läufe kommen, die Halbmarathons, Marathons und Ultras?

Lasst uns gemeinsam versuchen, die Aktion zu einem noch größeren Erfolg zu machen, als sie schon jetzt ist! Wir glauben an euch, wir glauben an die Kraft der Crowdlauf Family!

In diesem Sinne: Happy Running! 😊

Als wir Anfang November “Das Klimabuch” von Esther Gonstalla und drei unserer Klimaheld*in-Medaillen verlost haben (Instagram, Facebook), haben wir die Crowd gefragt: Was macht ihr eigentlich für den Klimaschutz?

Das Ergebnis ist ein bunter Mix aus ganz tollen Ideen. Manche sind so groß, dass sie viel Planung verlangen, aber es sind auch viele Ideen dabei, die ganz klein und damit für alle jederzeit umsetzbar sind.

Wir haben die besten Ideen, Tipps und Vorschläge aus der Crowd für euch gesammelt. Vielleicht ist ja die eine oder andere Aktion dabei, die du unbedingt mal ausprobieren willst. Los geht’s!

Viele Tipps wurden mehrfach genannt. Deshalb mussten wir eine Auswahl treffen, wessen Kommentar wir in den Artikel übernehmen. Bitte habe Verständnis, wenn du diesmal nicht ausgewählt wurdest. Danke!

Einkaufen

“Ich spare Plastik, da ich meine Brötchen nicht mehr in Papier/Plastik Tüten mit Sichtfenstern einpacken, sondern sie direkt in eine Brotbox packe. An der Kasse mache ich die Box zum Abrechnen wieder auf. Täglich eine Tüte mit Plastik weniger.” (jerome_dax)

“Ich versuche auf typische Einmalprodukte wie Küchenrolle und Abschminkpads zu verzichten.” (fit_vor_40)

“Dinge die man nicht oft braucht leihen nicht gleich Kaufen” (Chris Tin)

“Wir haben viel Plastik aus dem Haus verbannt und beim einkaufen achten wir auch darauf kein Plastik bzw. so wenig wie möglich zu kaufen.” (fentas_leben_baby_sport)

“Ich versuche, weitestgehend auf einmal-Artikel wie coffee2go becher, gefrierbeutel oder sogar tampons (->tasse) zu verzichten.” (lets_study_med)

“Ich kaufe mir keine Kleider mehr bzw. denke nach bevor ich etwas kaufe” (di.ana.vo)

“Ich kaufe Milch, Joghurt und Mineralwasser nur in Glasflaschen, das Gemüse und Obst lose ohne Plastik Tüten. Wenn ich einkaufen gehe benutze ich stofftaschen zum einpacken, die man immer wieder verwenden kann.” (laufvoegelchen)

“Wir kaufen soweit möglich Second Hand” (mel_hohmeyer)

“Kein Duschbad mehr, eine Stück Seife ist die perfekte Alternative, kein Deo mehr, keine Haarfarbe mehr, Wäsche waschen ohne Weichspühler” (Liz Elisa)

“Ich versuche weitestgehend auf Plastik zu verzichten. Selbst mein Sohn 5 zieht da bereits total mit.” (Anika Doherty)

“Ich gehe mit Tupper einkaufen” (Carola Stehr)

“Meine Sportklamotten wurden zT aus recyceltem Plastik gefertigt” (strickblog)

“Getränke statt in Einwegflaschen in Mehrwegflaschen kaufen” (the.running.scout)

DIY

“Wir stellen Seifen, Cremes, Waschmittel, etc. Selbst her” (Julia Schwarzmann)

“Ich mache Bienenwachstücher anstatt Frischhaltefolie zu verwenden” (Annette Renner)

“Ich repariere Klamotten lieber als sie wegzuschmeißen.” (lets_study_med)

“Ich habe fleißig Einkaufsnetze gehäkelt, für Familie, Bekannte und für mich” (fit_vor_40)

“mache aus kastanien mein eigenes waschmittel. ganz kostenlos von mutter natur. manchmal mit a bissal an essig, damit die wäsche weicher wird!” (suetueck)

“Ich versuche bspw. Schuhkartons als Behälter oder Pakete wiederzuverwenden” (karima_nd_)

Strom & Heizung

“Ich spare Strom, achte drauf, immer alles auszustecken und nichts im Standby zu haben.” (uddlduddl)

“Meinen Strom und mein Gas beziehe ich von Greenpeace Energy.” (Mica Jacobs)

“Wir haben beim Hausbau einige Sachen versucht wo wir Strom sparen können eines davon ist das wir das Haus stromlos machen können! (…) wen wir schlafen gehen oder außer Haus dann betätigen wir einen Schalter und machen das Haus bis auf Kühlschrank und gefriertruhe Stromlos” (marlene.running)

“Ich dusche nur kalt” (takeiteasy_running)

“Ich besitze keine Tiefkühltruhe” (strickblog)

Ernährung

“Wir verzichten wenn es möglich ist auf Palmöl! Selbst die Kinder verzichten auf ihren heißgeliebten schokoaufstrich (wegen der Orang-Utans).” (running.hanna)

“Beim Kochen verzichte ich weitestgehend auf das sogenannte Superfood, das weiter gereist ist, als ich es jemals sein werde ;) Heimisches Obst und Gemüse hat’s auch drauf” (katrinchen_1988)

“Ich bin schon seit Jahren Vegetarier und bin gerade dabei meine Ernährung 100% auf Vegan umzustellen.” (papierverliebte)

“Ich trinke nur gefiltertes Leitungswasser und fülle mir dieses jeden Tag in eine 1,5 l Trinkflasche ab, so dass ich 500 Plastikflaschen im Jahr spare. (…) Ich nutze Too Good To Go um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.” (_insane_story_)

“Ich versuche hauptsächlich regionale Produkte zu kaufen (…) und schaue immer wieder, wie man Reste verwerten kann.” (run.dreas)

“Weitestgehend regional und saisonal einkaufen, wenn Fleisch- oder Wurstwaren, dann höchstens 2-3 x im Monat vom Bauern “nebenan”” (wiederwatt)

“Die Große hat das Thema gerade in der Grundschule. Wir haben daher z.B. die Muffins für den Geburtstag in der Schule in kleine Waffelbecher gemacht, um den üblichen Müll zu vermeiden.” (nela_running_mom)

“Ich habe immer meinen wiederverwendbaren Coffee Cup dabei” (trish.runs)

“Ich rette Lebensmittel vor dem Müll (lokale Foodsharing Community)” (simply.me.natti)

“Fleisch nur wenn wir essen gehen schon allein wegen dem Wasserverbrauch” (Petra Süßmann)

Mobilität

“Ich fahre Fahrrad und Bahn und verzichte komplett auf den Luxus Auto.” (jenni_lafleur)

“Ich bin seid drei Jahren nicht mehr geflogen. Bewusst. Denn das hat meinen ökologischen Fußabdruck ziemlich schlecht dastehen lassen. Obwohl der Rest gut war.” (die_gillos)

“Wir haben ein E-Auto (Leben auf dem Land)” (mel_hohmeyer)

“Wir fahren ein Elektroauto, das mit der erzeugten Solarenergie von unserem Haus geladen wird” (run4_what_you_love)

“Mindestens ein Mal pro Woche ist meine Laufstrecke der Weg zur Arbeit und zurück” (Tobias Flörke)

“Ich versuche das Auto so selten wie möglich zu nutzen. Fahre auch die 11km mit dem Rad zu Arbeit, egal bei welchem Wetter.” (Dirk Große)

Garten

“Mein Garten ohne Chemie und natürlich bearbeiten. Für meine Bienen und andere Insekten viel zum blühen anbauen.” (triflo.bln)

“Dieses Jahr haben wir zum erstmal eine Insekten Wiese gemacht und dazu eine Getränke Station gebaut. Über den Herbst und Winter füttern wir die Vögel. (…) Sammeln Regenwasser für die Blumen und Wiesen um diese zu gießen, wenn es ganz heiß ist und wir gießen auch die Bäume an der Strasse.” (Bianca Reiner)

“Wir haben einen großen Garten wo wir jedes Jahr fleißig Blumen, Büsche und Bäume pflanzen.” (Christian Kreßler)

“Ich lass in meinem Garten den “natürlichen” Wuchs überwiegend herschen, sodass Insekten und Kleinstlebewesen gut leben können” (molle.runfit)

“Ich baue im Garten meine eigenes Obst und Gemüse an und kaufe kein eingeschweißtes” (Jessica Rauch)

“Hochbeet für Salat u Kräuter” (Daniela Zehentbauer)

Aufklärung & Aktionen

“Wenn wir beim spazieren gehen oder joggen Müll sehen, heben wir den auf!” (Charlie Jagelki)

“Auf der Arbeit in der Kita schon unsere Kleinsten an die Mülltrennung und das Thema Natur und Umwelt heranführen.” (lauramurmel)

“Ich fahre Mit meiner Tochter sehr viel fahrrad” (Jessica Rauch)

“Ich trample nicht sinnlos auf Grünflächen rum und schmeiße keinen Unrat in die Natur, so erziehe ich auch meine Kids” (Anette Weymann)

“Ich verlasse den Strand nie, ohne dort Müll gesammelt zu haben” (ahoi_nicole)

Hast du weitere Tipps für uns?

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Drei verschiedene Klima- und Vegetationszonen prägen das Leben in Burkina Faso, einem Binnenstaat in Westafrika. Wüste, Savanne und tropische Wälder folgen aufeinander. Etwa ein Drittel aller etwa 30 Millionen Burkinabé lebt im Ausland – Jean Baptiste Kafando ist einer von ihnen, er wohnt in Berlin.

Seine Arbeit hier in Deutschland und seine Projekte in Burkina Faso sind beide aufs Engste mit dem Klimawandel verknüpft. Doch wenn er die Veränderungen der Natur beobachtet, sorgt er sich vor allem um die sozialen Auswirkungen in Burkina.

Mangos in Deutschland – Warum schmecken sie nicht?

“Als ich zum ersten Mal in Deutschland war, habe ich Mangos gesehen und gekauft. Aber die haben überhaupt nicht geschmeckt. Wenn man weiß, wie Mangos in Afrika wachsen – das war ein Schock für mich”, erzählt Jean-Baptiste Kafando, der in Burkina Faso nach einem Kunst- und Kommunikationsstudium als Journalist gearbeitet hatte.

Als er versuchte zu verstehen, warum Mangos in Deutschland so wenig Geschmack haben, habe er lernen müssen, dass sie unter Einsatz von Pestiziden gezüchtet, unreif geerntet und für lange Transportwege mit Konservierungsmitteln behandelt werden.

Vom Journalisten zum Imker

Doch in Deutschland entdeckte er nicht nur, dass Mangos hier überhaupt nicht schmecken, sondern auch – per Zufall – einen neuen Beruf, der ihm weit spannender vorkam als Journalismus: Er ließ sich zum Imker ausbilden und arbeitet inzwischen seit über zehn Jahren mit Bienen.

Jean-Baptiste Kafando mit seinen Bienen in der Bio-Imkerei in Berlin
Jean-Baptiste Kafando mit seinen Bienen in der Bio-Imkerei in Berlin, (c) Jean-Baptiste Kafando

Dass seine Imkerei biozertifiziert ist, sei keine Überraschung, meint er. Er müsse zwar das Wachs selbst herstellen, auf Einsatz von Chemie völlig verzichten, was die Arbeit anstrengender mache. “Aber das macht Sinn. Auf gesunde Ernährung sollte man sowieso achten. Und wer Bio produziert, hat die Idee, in Harmonie mit der Natur zu leben.”

Das ist sein Klimaschutz im Kleinen. 

Der Klimawandel ist deutlich zu spüren

In einen persönlichen Zwiespalt gerät er, wenn er an sein lange geplantes Projekt in Burkina Faso denkt. Er möchte dort junge Leute zu Imkern ausbilden und eine Imkerei aufbauen, die über das traditionelle Imkern, bei dem der Honig mit Feuer und Strohhalmen aus den Bäumen gewonnen wird, hinausgeht.

Doch dazu muss er das Verhalten der Bienen beobachten und zum Beispiel erforschen, welche Bäume genug Nektar bieten – und regelmäßig nach Burkina Faso fliegen. Das wiederum kann er nur noch schwer mit seinem Klimagewissen vereinbaren.

Was für das Fliegen spricht: Sein Projekt würde, zumindest im Kleinen, wahrscheinlich zu einer besseren Ernährung der Menschen in Burkina beitragen. Denn der Klimawandel sei dort deutlich erlebbar – und mit ihm die sozialen Folgen.

“Jedes Jahr sieht man wie die Wälder immer mehr verschwinden und wie die Savanne immer anders aussieht, und das ist nicht zu diskutieren, das sieht man, das spürt man auch”, meint Kafando.

Und er fügt hinzu, vor allem an Terrorgruppierungen im Osten des Landes denkend: “Diese Krise, die man dort erlebt, hat auch was mit Ernährung zu tun, mit Mangelernährung und Mangel an Lebensmitteln. Weil, jeder Mensch, wenn er sich nicht gut ernähren kann, kann sich alles ausdenken, und das ist schade.“

Ein solcher Zustand kann Extremismus fördern. Vor allem islamistische Gruppierungen überziehen den Osten des Landes momentan mit Gewalt.

Die Folgen treffen den globalen Süden härter

Die Folgen des Klimawandels treffen die Menschen in Afrika und Südostasien am härtesten, dies bestätigte erst jüngst wieder eine im Magazin “Science” veröffentlichte Studie.

Sie bezieht sich darauf, dass die dort lebenden Menschen nicht nur unter extremeren klimatischen Bedingungen leben und verstärkt leben werden, sondern dass sie die Extreme auch nicht so gut durch technische Infrastrukturen ausgleichen können – was etwa den Zugang zu Trinkwasser, den Schutz der Küsten oder die Befruchtung von Pflanzen angeht. 

Massive Abforstungen oder ein in großen Maßstäben sorgloser Umgang mit Müll leisten in Ländern im südlichen Teil der Welt einen Beitrag dazu, dass sich die Lebensbedingungen verschlechtern werden. Dennoch ist unbestreitbar klar: Den größten Anteil am menschengemachten Klimawandel hat der Lebensstil der Menschen in der nördlichen, industrialisierten Hälfte der Welt.

Zum Vergleich: Während in Deutschland im Jahr 2016 jeder Einwohner durchschnittlich für 8,8 Tonnen an CO2-Emissionen verantwortlich war, waren es in Burkina Fasos Nachbarland Sudan nur etwa 0,5 Tonnen pro Einwohner im Jahr – für Burkina Faso liegen keine Werte vor.

Der so genannte ökologische Fußabdruck der Einwohner (der weitere Faktoren mit einbezieht) in beiden Ländern könnte kaum unterschiedlicher sein.

Kafandos Bio-Honig-Laden in Berlin-Friedrichshain
Kafandos Bio-Honig-Laden in Berlin-Friedrichshain, (c) Jean-Baptiste Kafando

Die Diskussion im globalen Norden 

Diskutieren wir in Deutschland also über das Klimapaket der Bundesregierung, dann blicken wir dabei immer noch auf eher grüne Wälder und können sogar über kalte Regentage klagen.

Wir wissen, dass wir trotz allem Zugang zu ökologisch produzierten Lebensmitteln und sauberem Wasser haben und fühlen uns durch Versicherungen, stabile Infrastrukturen und Deichanlagen sowie durch staatliche Fürsorge auch weitestgehend abgesichert, sogar im Fall von Schäden durch Extremwetterlagen.

Für Menschen in anderen Teilen der Erde wird der Klimawandel dabei längst zu einer Frage des Überlebens, die Veränderungen in der Natur sind nicht nur von Jahr zu Jahr deutlicher sichtbar, sondern erfordern schon jetzt individuelle und kollektive Reaktionen – wobei nicht selten die letzte Wahl sein wird, wegzugehen. 

Wie andere Länder auch, verfügt Burkina Faso über einen Nationalen Plan zur Anpassung an den Klimawandel, der technologische und ökologische Optionen auswertet – denn auch wenn die Weltgemeinschaft ihre Emissionen sofort drastisch reduzieren würde, sind einige Entwicklungen nicht mehr aufzuhalten. 

Achtgeben, aufmerksam machen und den Wandel einfordern

Wenn Jean Baptiste Kafando sagt: “Mangelernährung führt dazu, dass sich Menschen alles ausdenken können”, dann denkt er an die Schreckensbilder aus seiner Heimat, die ihm noch um einiges näher gehen als uns – und hat mit der Imkerei eine kleine Nische gefunden, wie er hier wie dort versuchen kann, etwas zu bewegen.

Seine Erfahrungen, Fragen und inneren Zwiespälte zeigen dabei, dass die Grenzen zwischen Nord und Süd verschwimmen und wir alle immer mehr als Weltbürger agieren müssen. Aber wie?

Neben dem persönlichen Versuch, den eigenen ökologischen Fußabdruck durch vor allem bewussten Konsum etwas zu verringern, können wir alle Aufmerksamkeit für das Thema generieren und in unserer eigenen Nische nach neuen Lösungen suchen – bei Fridays for Future, als Unternehmer*innen oder Angestellte, als Denker*innen, Macher*innen oder vielleicht durch einen Crowdlauf.

Wir müssen jetzt die Bilder und Geschichten, die uns bewegen, weitertragen und den großen Wandel von der Politik einzufordern. Auch wenn das bedeutet, dass wir in Zukunft auf schlecht schmeckende Mangos völlig verzichten müssen.

Der Rassismus macht die Rassen – nicht umgekehrt. So lautet der Tenor der “Jenaer Erklärung“, die auf der kürzlich zu Ende gegangenen Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft verabschiedet wurde.

Die Annahme, Menschen könnten in Rassen eingeteilt werden, entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage, stellten die Forscher klar.

Menschenrassen seien demnach nichts weiter als ein gedankliches Konstrukt, sagt Professor Martin Fischer von der Universität Jena. Mit dem Rassebegriff werde die Biologie missbraucht, um Rassismus zu legitimieren.

Rassismus ist absurd

Wir legen euch wärmstens ans Herz, das 7-minütige Interview mit Martin Fischer auf Deutschlandfunk als Podcast zu hören. Es ist wirklich gut!

Darin erklärt der Jenaer Professor unter anderem, warum es völlig absurd ist, Menschen anhand ihrer Hautfarbe zu diskriminieren:

Dunkle und helle Hautfarben sind Anpassungen an den Anteil des Sonnenlichts das Jahr über. Und bleich zu werden, weiße Hautfarbe zu entwickeln, ist ein, wenn man so will, defizitärer Akt: Die mangelnde Sonne im Norden führte dazu, dass Menschen (…) ausbleichen mussten, um überhaupt noch Vitamin D synthetisieren zu können. 

Prof. Martin Fischer, Uni Jena

Das heißt, Menschen, die heute eine weiße Hautfarbe haben, wären eigentlich deutlich dunkler, wenn ihre Vorfahren vor mehreren zehntausend Jahren nicht von Süden nach Norden gewandert wären. Denn, so Martin Fischer weiter:

Die jüngsten Ergebnisse (…) zeigen, dass alle nicht afrikanischen Menschen auf eine Gruppe in Ostafrika, Südsudan/Ostafrika, zurückgehen, von denen wir dann abstammen. Also wir sind eigentlich hellhäutige Afrikaner, wenn man so will, unser Ursprung liegt in Afrika.

Prof. Martin Fischer, Uni Jena

Also… das heißt:

Wir hier in Deutschland und im nördlichen Europa haben alle einen Migrationshintergrund? Wir alle sind Migrant*innen aus Afrika? Du, ich, er und sie?

Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit sind wirklich absurd!

Warum wir über dieses Thema bloggen

Wir von Crowdlauf glauben, dass nur ein Miteinander die Welt für alle besser machen kann.

Menschen dürfen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung keine Ablehnung in unserer Gesellschaft erfahren.

Vor allem sind Pauschalisierungen zu vermeiden. Wann immer jemand Menschen in Gruppen zusammenfasst (“die Ausländer”, “die Migranten”, “die Schwulen”) und diese Gruppen pauschal verurteilt, sollten wir alle hellhörig werden.

Gruppen lassen sich nämlich leicht als Feindbild konstruieren, z.B. indem sie rhetorisch mit Gefahren und Katastrophen in Verbindung gebracht werden (“eine Flüchtlingswelle überschwemmt Europa!”). Dieses sogenannte “Framing” ist ein beliebtes Stilmittel von Populisten, um Menschen zu manipulieren.

Auch werden durch Gruppen die Individuen, aus denen die Gruppen eigentlich bestehen, unsichtbar: Viel zu schnell ist die Rede von “den Migranten” – und nicht von dem 28-jährigen Mohammed, der als Lehrer in Idlib gearbeitet hat, bis er vor dem Krieg fliehen musste.

Dabei sind Individuen Menschen wie du und ich, mit eigenen Biografien, Wünschen und Ängsten.

Ich möchte nicht, dass jemand meine Biografie, meine Wünsche und Ängste für nichtig erklärt, bloß weil er oder sie mich in ein Gruppe steckt, in der ich als Individuum unsichtbar werde. Willst du das etwa?

Wir von Crowdlauf bloggen über Themen wie diese, und starten Kampagnen wie “Ich mag’s bunt“, um uns alle immer wieder dazu anzuregen, über unsere eigenen Pauschalisierungen und Konstrukte im Kopf nachzudenken. Um sie zu hinterfragen und bei Bedarf aufzubrechen, wenn wir feststellen, dass sie nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.

Vielleicht überwinden wir so irgendwann auch den Alltagsrassismus, der uns als Gesellschaft prägt.

Zu leben bedeutet, Ressourcen zu verbrauchen: Nahrung, Energie, Rohstoffe… Das ist ein ganz normaler Vorgang.

Doch wenn wir auf eine Weise leben, die zu viele Ressourcen verbraucht – und das tun wir in den Industrienationen seit Jahrzehnten -, dann überlastet das die Erde.

Das heißt im Klartext: Die Menge an Ressourcen, die wir verbrauchen, kann auf natürliche Weise nicht mehr erneuert werden.

Der Erdüberlastungstag ist erreicht

Seit dem 29. Juli 2019 leben wir als Weltbevölkerung rein rechnerisch bereits auf Pump. Die Ressourcen, die unsere Erde hergeben könnte, ohne darunter zu leiden, sind in diesem Jahr weltweit schon jetzt verbraucht.

Der deutsche Erdüberlastungstag war übrigens schon am 3. Mai. Denn wir in Deutschland verbrauchen fast doppelt so viele Ressourcen wie der weltweite Durchschnitt.

Der Erdüberlastungstag ist also bereits erreicht – in Deutschland sowie weltweit.

Wir alle haben es in der Hand, unser Leben zu verändern, um die Ressourcen der Erde zu schonen und so das Leben und Überleben der nächsten Generationen zu sichern.

Hier sind einige Tipps, was wir gegen die Erdüberlastung tun können (Quelle: ZDF).

1. Weniger Autofahren

18 Prozent der Treibhausgas-Emissionen sind auf den Verkehr zurückzuführen. Insbesondere der Straßenverkehr schlägt dabei besonders kräftig zu Buche.

Lassen wir am besten das Auto so oft wie möglich stehen. Bewegen wir uns zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den Öffentlichen fort.

2. Seltener neue Kleidung kaufen

Um 1 Kilogramm Baumwolle herzustellen, werden rund 15.000 Liter Wasser und 1 Kilogramm schädliche Chemikalien benötigt. Und wir Deutschen kaufen im Schnitt 14 Kilogramm neue Kleidung jedes Jahr.

Fragen wir uns also besser beim Kleiderkauf: “Brauche ich das wirklich? Oder kann ich vielleicht alte Sachen reparieren, Second Hand kaufen oder Kleidung mit anderen tauschen?”

3. Fleischkonsum reduzieren

100 Kilogramm Fleisch produzieren wir in Deutschland pro Person und Jahr. Nur ein Teil davon wird gegessen, der Rest landet oft im Müll.

Die Fleisch-Produktion ist dabei sehr ressourcenintensiv. Sie verursacht viele Treibhausgas-Emissionen und belastet den Boden. Empfohlen wird, dass wir den derzeitigen Gemüsekonsum verdreifachen und den Nüsse- und Samenkonsum verzehnfachen.

4. Nicht mehr fliegen

Das Fliegen verursacht 201 Gramm Treibhausgas-Emissionen pro Person und pro Kilometer. Das Bahnfahren nur 36 Gramm.

Bei Flugreisen werden im Schnitt auch deutlich mehr Kilometer zurückgelegt als bei Bahnreisen. Damit haben Flugreisen höhere Gesamt-Emissionen als Bahnreisen. Anstatt weniger zu fliegen, sollten wir also besser gar nicht mehr fliegen oder uns jedes Mal ernsthaft fragen: “Muss es wirklich ein Flug sein? Gibt es wirklich keine Alternativen?”

5. Strom sparen

Pro Kilowattstunde Strom, die wir verbrauchen, entstehen im Schnitt 474 Gramm CO2. Durch den Umstieg auf Ökostrom könnte der CO2-Ausstoß deutlich gesenkt werden.

Aber Vorsicht: Manche Stromanbieter werben mit “Ökostrom”, meinen aber einen Strom-Mix. Was wir brauchen, ist Ökostrom, der zu 100 % aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Den gibt es auch – und genau darauf müssen wir beim Wechsel des Stromanbieters achten.

Was sind deine Tipps?

Wie versuchst du, deinen ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten? Wir freuen uns über deine Kommentare.

Im Dezember 2017 haben die Vereinten Nationen beschlossen, dass der 20. Mai in Zukunft der Weltbienentag sein soll. Dieser besondere Tag findet 2019 also erst zum zweiten Mal statt. Aber warum ist es eigentlich so wichtig, den Bienen einen eigenen Tag im Kalender zu widmen?

Bienen sind wichtig – und bedroht

Sie bestäuben Pflanzen, damit diese Früchte tragen – und wir satt werden: Bienen spielen eine wichtige Rolle, wenn es um unsere Nahrung geht. 

Wenn am 20. Mai 2019 zum zweiten Mal der von den Vereinten Nationen verabschiedete Weltbienentag stattfindet, steht nicht nur diese wichtige Leistung der summenden Insekten im Vordergrund. Auch ein ernstes Thema wird damit in die Öffentlichkeit gerückt. Denn Bienen sind vom Aussterben bedroht.

Pestizide, aggressive Düngemittel, der Klimawandel und immer weniger Wiesen, auf denen sich die Insekten wohlfühlen, bedrohen die Bienen.

Was, wenn es keine Bienen mehr gäbe?

Für die Menschen hätte das Aussterben dieser Insekten fatale Folgen. Bienen bestäuben nämlich einen Großteil der Pflanzen, die auf der Erde wachsen. Sterben die Insekten aus, ist das nicht mehr gewährleistet.

Die Folge: Auch Nahrungsmittelpflanzen können sich nicht mehr vermehren. Dadurch sind auch viele andere Tierarten wie etwa Vögel bedroht, die sich von Pflanzensamen und Insekten ernähren

“Stell dir eine Welt ohne Bienen vor…”: Aufklärungsvideo der Vereinten Nationen für den Bienenschutz

Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns regelmäßig bewusst machen, wie bedeutsam Bienen für uns sind. Der Weltbienentag, der weltweit zelebriert wird, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Aber natürlich braucht es mehr als nur einen Gedenktag, um diesen summenden Tierchen wirklich zu helfen. Wir alle müssen und können etwas für den Schutz der Bienen tun.

Auch interessant: Kleine Anleitung zum Bienenretten

Zum Weltbienentag ein Crowdlauf? Na logo!

Natürlich möchten auch wir mit Crowdlauf auf das Thema aufmerksam machen und zeigen, wie wichtig es ist, sich für den Erhalt der Bienen einzusetzen.

Bienen-Medaille von Crowdlauf
Bienchen summ herum – Die Bienenschutz-Medaille von Crowdlauf

Seit Mitte 2017 organisieren wir Crowdlauf nun schon. Im Netz rufen wir dabei Sportler*innen auf, die Welt im Laufschritt ein bisschen besser zu machen. Jeder Crowdlauf ist einem wichtigen Thema unserer Zeit gewidmet – und jeder Lauf einer Crowdläuferin oder eines Crowdläufers unterstützt unsere Aufklärungskampagne für dieses Thema.

Da im Mai der Weltbienentag ansteht, gehen wieder überall in Deutschland und Österreich Menschen unter dem Motto „Bienchen summ herum“ an den Start. Unsere Bienen-Medaille ist seit 2018 erhältlich und hat sich in kurzer Zeit zu einer unserer beliebtesten Medaillen gemausert. :)

Wir freuen uns über viele Crowdläufer*innen, die auch in diesem Jahr unsere Bienenschutz-Kampagne und damit besonders die Bienen unterstützen!

Danke euch!

Warum liegt dir der Bienenschutz am Herzen?

Dass die Bienen für uns alle wichtig sind, steht außer Frage. Aber bestimmt hat jede*r von uns noch eine ganz eigene Motivation, für die Bienen und ihren Schutz zu laufen.

Was ist deine Motivation? Wir freuen uns über Kommentare!

Wenn wir bei unserem nächsten Crowdlauf „Plastikmeer – ist das fair?“ an den Start gehen, machen wir auf ein Thema aufmerksam, das uns alle angeht: Plastikmüll in den Weltmeeren.

Und auch, wenn wir in München, Berlin oder Frankfurt wohnen – in Städten, die vom Meer ziemlich weit entfernt sind, ist der Müll in den Ozeanen ein Problem, das uns dennoch betrifft. Und darum möchten wir mit unserem nächsten Crowdlauf auf dieses Thema aufmerksam machen und euch Tipps geben, was ihr ganz persönlich dafür tun könnt, dass die Meere sauber bleiben.

Warum schwimmt so viel Plastik im Meer?

Rund sechs Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich in die Ozeane. Doch wie kann das sein? Schließlich entsorgen sicher die wenigsten von uns ihren Müll bewusst und sorglos beim jährlichen Strandurlaub im Meer. Das Problem ist viel umfassender.

Eine der Ursachen ist die Nutzung von Einwegplastik. Flaschen, Tüten, Strohhalme – alles Dinge, die wir häufig und eher unbedacht nutzen. Doch gerade diese Artikel sind es, die dafür sorgen, dass immer mehr Plastik ins Meer gerät.

Besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern fehlen Strukturen, um diesen Müll zu sammeln und zu verarbeiten. Denn das Recyceln der Abfälle, aber auch das Entsorgen ist teuer. Von öffentlicher Hand können diese Kosten in wirtschaftlich schlechter gestellten Ländern oft nicht gestemmt werden. Also haben die Menschen schlicht nicht die Möglichkeit, ihren Plastikmüll anständig zu entsorgen.

Dazu kommt: Länder wie Deutschland exportieren ihren Plastikmüll in andere Länder, da sich das Recycling hierzulande finanziell oft nicht lohnt. Und dort landet dann vielleicht auch unsere Plastiktüte vom Discounter im Ozean. Ganz ohne unser Wissen.

Einwegplastik landet im Meer
Unser Einwegplastik kann über mangelhaftes Recycling weit entfernt von uns im Meer landen

Doch es gibt noch weitere Ursachen für die Plastikflut in den Meeren:

  • Mikroplastik aus Kosmetikartikeln: Viele Cremes, Shampoos und Duschgele enthalten Mikroplastik. Dabei handelt es sich um kleinste Plastikpartikel, die etwa zum Binden von Stoffen verwendet werden. Mikroplastik entsteht aber auch, wenn zum Beispiel Tüten langsam zerfallen. Mit bloßem Auge lässt sich Mikroplastik häufig gar nicht erkennen. Und dennoch ist es ein Problem. Denn es lässt sich von den Kläranlagen nur sehr schwer aus dem Abwasser herausfiltern. Also gelangt es beinahe vollständig in die Gewässer.
  • Touristische Abfälle: Ein kleines Picknick am Strand, ein abendliches Lagerfeuer mit dem einen oder anderen Fläschchen Bier – auch durch den Tourismus an den Stränden kommt es zu Verschmutzungen, wenn Menschen ihren Plastikmüll nach dem Sonnenbaden einfach am Strand liegen lassen oder ihn in die Fluten werfen.
  • Verschmutzungen durch Schiffsbesatzungen: Trotz aller Verbote entsorgen viele Schiffe ihren Müll auf dem offenen Meer. Frei nach dem Motto „Wo kein Kläger, da kein Richter” gehen Plastikabfälle und Co. ganz einfach über Bord.

Was ist das Problem, wenn so viel Plastik in den Weltmeeren herumschwimmt?

Angeschwemmte Tüten und andere Abfälle sehen nicht nur unschön aus, der Müll gefährdet auch das Ökosystem im Meer. So sind nach Angaben des WWF fast die Hälfte der Meeressäuger- und Seevogelarten durch den Plastikmüll in den Meeren gefährdet. Tiere fressen Plastiktüten, weil sie diese etwa mit Quallen verwechseln, die sonst auf ihrem Speiseplan stehen, verfangen sich in achtlos entsorgten Netzen, in denen sie dann verenden oder sie verlieren ihre Lebensräume, weil sich dort der Plastikmüll ablagert.

Doch nicht nur die Meeresbewohner haben das Nachsehen. Mit jedem Fisch, den wir zubereiten, landet auch ein bisschen Plastik auf unserem Teller und damit in unserem Magen. Und das macht krank. Denn ungesunde Weichmacher, die verarbeitet werden, damit Plastik elastischer ist, und andere giftige Substanzen schädigen nicht nur den Organismus der Meeresbewohner, sondern auch unseren.

Was können wir persönlich tun, um die Verschmutzung der Meere zu verhindern?

Ganz wichtig ist es, weniger Müll zu produzieren. Sogenannte Zero-Waste-Bewegungen machen es vor und zeigen, dass der Alltag auch ohne Massen an Plastikmüll funktioniert. Denn je weniger Plastik wir tagtäglich verwenden, desto weniger Abfall landet letztlich im Meer.

Wer also zum Einkaufen einen Stoffbeutel mitnimmt und im Geschäft auf eine Plastiktüte verzichtet, trägt schon einmal einen Teil zum Schutz der Ozeane bei. Auch der Verzicht auf Einwegflaschen spielt eine wichtige Rolle. Und wer auf einen Kaffee unterwegs nicht verzichten möchte, sollte immer einen eigenen Becher dabei haben. Der Kauf von Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt statt eingeschweißt beim Discounter ist auch eine gute Möglichkeit, den persönlichen Plastikmüll zu reduzieren.

Mit Apps wie „Replace Plastic“ vom Verein „Küste gegen Plastik“ kannst du außerdem die Barcodes von Produkten scannen, die in Plastik verpackt sind. So teilst du den Anbietern der Produkte mit, dass du dir Verpackungen ohne Plastik wünschst.

Jeder kann also ohne viel Aufwand und Verzicht einen wichtigen Beitrag leisten. Starten wir also mit unserem nächsten Crowdlauf „Plastikmeer – ist das fair?“ , dann gehen wir für die Ozeane, die Meerestiere und letztlich auch für uns durchs Ziel.