Bergregionen sind wichtige Natur-, Lebens- und Wirtschaftsräume. Es ist unser aller Aufgabe, sie zu schützen und zu erhalten – nicht nur für uns, sondern auch für die nachfolgenden Generationen.

Schützen kann man sie unter anderem dadurch, dass man den Müll, den man mit auf den Berg bringt, auch wieder zurück ins Tal trägt und dort unten entsorgt.

Leider halten sich nicht alle daran, die zum Wandern, Laufen oder Klettern in die Berge fahren. Verpackungen, Plastikflaschen, Bananenschalen oder Zigarettenstummel werden zu oft achtlos liegen gelassen oder weggeworfen.

Im österreichischen Niederalm, in der Nähe von Salzburg, gibt es den Verein #estutnichtweh, der sich für die Berge einsetzt. “Saubere Berge statt Müllberge” ist das erklärte Ziel. Deshalb bringen die Mitglieder des Vereins den Müll, den sie in den Bergen finden, zurück ins Tal und leisten außerdem eine ganze Menge Aufklärungsarbeit zum Thema.

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Mit dem Verein #estutnichtweh wandert der Müll vom Berg ins Tal. Foto: #estutnichtweh

Wie aus einer Idee ein Verein wurde

Wie alles angefangen hat? Mit einem ehrlichen “weil es mir nicht weh tut”, aus dem Munde der heutigen #estutnichtweh-Gründerin und -Präsidentin Renate Steinacher.

Diese sammelte bei einer von ihr geführten Alpenüberquerung achtlos weggeworfenen Müll, um ihn im Tal zu entsorgen, als eine Teilnehmerin sie fragte, warum sie das tue. Renate hatte die Idee im Kopf, welche im Dezember 2018 zum Verein #estutnichtweh (kurz: #ETNW) wurde.

Gleichgesinnte waren schnell gefunden. Eine bunte Mischung aus Sportler*innen, Kreativen, Manager*innen, Jurist*innen und Herzmenschen, die ehrenamtlich und tatkräftig bei administrativen Tätigkeiten, Planung und Durchführung von Clean Ups und Projekten unterstützen.


🎧 Podcast-Tipp: Ein Interview mit Renate von #estutnichtmehr hört ihr in Folge #30 des runskills-Podcasts.


Viele kleine Beiträge machen den Unterschied

Die Philosophie des Vereins und seiner Mitglieder ist, dass es nicht weh tut, aktiv zu werden.

Sie alle leisten kleine Beiträge, die in Summe einen großen Unterschied für unsere Umwelt machen. Sie lieben die Berge und wenn sie unterwegs sind und auf dem Weg Müll entdecken, heben sie diesen auf und nehmen ihn mit.

Von Zigarettenstummel und Lebensmittelverpackungen über Plastik- und Glasflaschen zu Power-Gel-Verpackungen und Dosen, fündig wird man leider immer.

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Beim Aufstieg zur Braunschweiger Hütte konnte einiges an Müll gesammelt werden. Foto: #estutnichtweh

Dem Verein geht es um mehr als nur um Naturschutz

#ETNW hat es sich zum Ziel gemacht, Berge, Täler, Fluss- und Seeufer sowie Städte vom Müll zu befreien; Nachhaltigkeit und Umweltschutz in das Bewusstsein der Menschen zu bringen und somit unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Die Vereinsvision ist es, gesellschaftlichen Wandel anzuregen und voranzubringen. Dabei geht es nicht nur um Naturschutz, sondern auch darum, wie wir miteinander umgehen. Mit unseren Mitmenschen sowie mit unserer Umwelt.

Kleine Veränderungen im täglichen Leben haben eine große Auswirkung auf unsere Umwelt und somit auf unsere Zukunft und die der kommenden Generationen.

Der Verein klärt, unter anderem, auf sozialen Medien auf. Wusstest du, dass ein vermeintlich harmlos weggeschnippter Zigarettenstummel neben Nikotin und Teer über 7000 weitere toxische Substanzen enthält? Sie verunreinigen das Grundwasser, stellen Vergiftungsgefahr für Tiere – und am Spielplatz auch für Kleinkinder! – dar. Sie können Waldbrände auslösen und zerfallen nach 15 Jahren zu Mikroplastik, welches wiederum in den Boden, und somit unser Trinkwasser gelangt.

Drecksackerl, Mistzangerl und Tschickdoserl

Mitglieder werden mit wichtigen Utensilien ausgestattet: einem Drecksackerl, Mistzangerl und Tschickdoserl.

Das Drecksackerl, aus Stoffresten in der EU produziert und bei Bedarf bei 30° waschbar, kann am Rucksack oder am Gürtel festgemacht werden und fängt jenen Müll auf, den anderen am Weg verloren haben.

Mit dem Mistzangerl macht man sich die Hände nicht schmutzig. Es ist eine von geschützten Werkstätten in Deutschland nachhaltig aus Buchenholz hergestellte Zange.

Das Tschickdoserl ist ein mobiler Aschenbecher. Unverzichtbar für die Gipfelzigarette.

Werde auch du aktiv!

Mit heutigem Stand zählt der Verein über 350 Mitglieder, mit denen der Müll vom Berg ins Tal wandert. Weil es nicht weh tut.

Wenn auch du der Meinung bist, dass die kleinen Dinge zählen, dann schau doch mal auf www.estutnichtweh.org vorbei und engagiere dich im Verein.

Oder nimm am LOVE FOR TRAILS Crowdlauf teil. Damit unterstützen wir #estutnichtweh mit Öffentlichkeitsarbeit und Spenden.

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