Wenn wir bei unserem nächsten Crowdlauf „Plastikmeer – ist das fair?“ an den Start gehen, machen wir auf ein Thema aufmerksam, das uns alle angeht: Plastikmüll in den Weltmeeren.

Und auch, wenn wir in München, Berlin oder Frankfurt wohnen – in Städten, die vom Meer ziemlich weit entfernt sind, ist der Müll in den Ozeanen ein Problem, das uns dennoch betrifft. Und darum möchten wir mit unserem nächsten Crowdlauf auf dieses Thema aufmerksam machen und euch Tipps geben, was ihr ganz persönlich dafür tun könnt, dass die Meere sauber bleiben.

Warum schwimmt so viel Plastik im Meer?

Rund sechs Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich in die Ozeane. Doch wie kann das sein? Schließlich entsorgen sicher die wenigsten von uns ihren Müll bewusst und sorglos beim jährlichen Strandurlaub im Meer. Das Problem ist viel umfassender.

Eine der Ursachen ist die Nutzung von Einwegplastik. Flaschen, Tüten, Strohhalme – alles Dinge, die wir häufig und eher unbedacht nutzen. Doch gerade diese Artikel sind es, die dafür sorgen, dass immer mehr Plastik ins Meer gerät.

Besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern fehlen Strukturen, um diesen Müll zu sammeln und zu verarbeiten. Denn das Recyceln der Abfälle, aber auch das Entsorgen ist teuer. Von öffentlicher Hand können diese Kosten in wirtschaftlich schlechter gestellten Ländern oft nicht gestemmt werden. Also haben die Menschen schlicht nicht die Möglichkeit, ihren Plastikmüll anständig zu entsorgen.

Dazu kommt: Länder wie Deutschland exportieren ihren Plastikmüll in andere Länder, da sich das Recycling hierzulande finanziell oft nicht lohnt. Und dort landet dann vielleicht auch unsere Plastiktüte vom Discounter im Ozean. Ganz ohne unser Wissen.

Einwegplastik landet im Meer
Unser Einwegplastik kann über mangelhaftes Recycling weit entfernt von uns im Meer landen

Doch es gibt noch weitere Ursachen für die Plastikflut in den Meeren:

  • Mikroplastik aus Kosmetikartikeln: Viele Cremes, Shampoos und Duschgele enthalten Mikroplastik. Dabei handelt es sich um kleinste Plastikpartikel, die etwa zum Binden von Stoffen verwendet werden. Mikroplastik entsteht aber auch, wenn zum Beispiel Tüten langsam zerfallen. Mit bloßem Auge lässt sich Mikroplastik häufig gar nicht erkennen. Und dennoch ist es ein Problem. Denn es lässt sich von den Kläranlagen nur sehr schwer aus dem Abwasser herausfiltern. Also gelangt es beinahe vollständig in die Gewässer.
  • Touristische Abfälle: Ein kleines Picknick am Strand, ein abendliches Lagerfeuer mit dem einen oder anderen Fläschchen Bier – auch durch den Tourismus an den Stränden kommt es zu Verschmutzungen, wenn Menschen ihren Plastikmüll nach dem Sonnenbaden einfach am Strand liegen lassen oder ihn in die Fluten werfen.
  • Verschmutzungen durch Schiffsbesatzungen: Trotz aller Verbote entsorgen viele Schiffe ihren Müll auf dem offenen Meer. Frei nach dem Motto „Wo kein Kläger, da kein Richter” gehen Plastikabfälle und Co. ganz einfach über Bord.

Was ist das Problem, wenn so viel Plastik in den Weltmeeren herumschwimmt?

Angeschwemmte Tüten und andere Abfälle sehen nicht nur unschön aus, der Müll gefährdet auch das Ökosystem im Meer. So sind nach Angaben des WWF fast die Hälfte der Meeressäuger- und Seevogelarten durch den Plastikmüll in den Meeren gefährdet. Tiere fressen Plastiktüten, weil sie diese etwa mit Quallen verwechseln, die sonst auf ihrem Speiseplan stehen, verfangen sich in achtlos entsorgten Netzen, in denen sie dann verenden oder sie verlieren ihre Lebensräume, weil sich dort der Plastikmüll ablagert.

Doch nicht nur die Meeresbewohner haben das Nachsehen. Mit jedem Fisch, den wir zubereiten, landet auch ein bisschen Plastik auf unserem Teller und damit in unserem Magen. Und das macht krank. Denn ungesunde Weichmacher, die verarbeitet werden, damit Plastik elastischer ist, und andere giftige Substanzen schädigen nicht nur den Organismus der Meeresbewohner, sondern auch unseren.

Was können wir persönlich tun, um die Verschmutzung der Meere zu verhindern?

Ganz wichtig ist es, weniger Müll zu produzieren. Sogenannte Zero-Waste-Bewegungen machen es vor und zeigen, dass der Alltag auch ohne Massen an Plastikmüll funktioniert. Denn je weniger Plastik wir tagtäglich verwenden, desto weniger Abfall landet letztlich im Meer.

Wer also zum Einkaufen einen Stoffbeutel mitnimmt und im Geschäft auf eine Plastiktüte verzichtet, trägt schon einmal einen Teil zum Schutz der Ozeane bei. Auch der Verzicht auf Einwegflaschen spielt eine wichtige Rolle. Und wer auf einen Kaffee unterwegs nicht verzichten möchte, sollte immer einen eigenen Becher dabei haben. Der Kauf von Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt statt eingeschweißt beim Discounter ist auch eine gute Möglichkeit, den persönlichen Plastikmüll zu reduzieren.

Mit Apps wie „Replace Plastic“ vom Verein „Küste gegen Plastik“ kannst du außerdem die Barcodes von Produkten scannen, die in Plastik verpackt sind. So teilst du den Anbietern der Produkte mit, dass du dir Verpackungen ohne Plastik wünschst.

Jeder kann also ohne viel Aufwand und Verzicht einen wichtigen Beitrag leisten. Starten wir also mit unserem nächsten Crowdlauf „Plastikmeer – ist das fair?“ , dann gehen wir für die Ozeane, die Meerestiere und letztlich auch für uns durchs Ziel.

1 Antwort
  1. Florian
    Florian sagte:

    Hi Daniela,
    ein guter Artikel zu diesem sehr wichtigen Thema. Ich stimme dir in vielen Punkten zu dennoch bin ich der Meinung dass nicht das Material Plastik an sich der Übeltäter ist. Vielmehr braucht es ein Umdenken der Menschen. Würde Plastik ordnungsgemäß entsorgt werden wäre es ja ein Rohstoff der immer wieder in anderer Form wiederverwendet werden kann. Wären neue Rohstoffe teurer als recycelte wäre das bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Was sagst du dazu?

    Lg,
    Florian

    Antworten

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