Wir laufen wieder für die “Schmetterlingskinder” und helfen, ihren größten Wunsch zu erfüllen: eine gesunde Haut.

Vielleicht war die eine oder der andere von euch schon im Herbst 2020 beim ersten LITTLE HEROES Virtual Run für die “Schmetterlingskinder” dabei?

Jetzt gibt es wieder eine Gelegenheit, für die kleinen Held*innen zu laufen. Diesmal geht es darum, ein ganz wichtiges Zukunftsprojekt zu unterstützen: Ein neues und modernes Forschungslabor, um die Heilung von Epidermolysis bullosa (EB) schneller voranzutreiben.

Was sind “Schmetterlingskinder”?

Die Haut von “Schmetterlingskindern” ist so verletzlich wie die Flügel eines Schmetterlings, daher auch der Name. Grund dafür ist ein Gendefekt.

Bereits bei geringsten Belastungen entstehen schmerzhafte Blasen und Wunden, die mehrmals am Tag frisch verbunden werden müssen. Was für Menschen mit gesunder Haut kaum vorstellbar ist, ist für “Schmetterlingskinder” bittere Realität: Wunden heilen nur langsam oder gar nicht, Finger und Zehen verwachsen schrittweise und verlieren ihre Funktion, die Mobilität wird zunehmend eingeschränkt.

Die kleinen Patient*innen begegnen diesen Herausforderungen heldenhaft. Doch ihren schwierigen Alltag können sie nur dann so tapfer meistern, wenn es Menschen gibt, die sie dabei unterstützen.

Trotz schwerwiegender Folge- und Begleiterscheinungen von EB begegnen die “Schmetterlingskinder” ihrem Leben mit bewundernswertem Optimismus:

Emma stellt sich ihren Ängsten

Wenn sie an ihre regelmäßigen Verbandswechsel denkt, weiß Emma: Das Versorgen ihrer Wunden wird wieder sehr unangenehm werden und ihr Schmerzen bereiten. Doch nach der langen Prozedur wird es dem kleinen Mädchen besser gehen. Deshalb stellt sich Emma mutig dieser Herausforderung – jeden Tag aufs Neue. Eine echte Heldin!

Schmetterlingskind Emma / DEBRA Austria

Foto: © Die Abbilderei

Simon überwindet jedes Hindernis

Längere Strecken zurückzulegen, schüchtert Simon nicht mehr ein. Obwohl er noch so klein ist, hat er schon gelernt, mit schwierigen Situationen tapfer umzugehen. Mit seinem Spezialkinderwagen kommt Simon mittlerweile überall hin. Auch dann, wenn die Schmerzen an seinen Füßen wieder einmal schlimm sind.

schmetterlingskind simon debra austria

Foto: © Privat

Fabian bestreitet jedes Abenteuer

EB entscheidet, bei welchen Unternehmungen seiner Freunde Fabian dabei sein kann und bei welchen nicht. Wenn der Junge allerdings spannende Geschichten von Piraten, Astronauten oder wilden Tieren liest, kann Fabian genau jene Abenteuer erleben, die er besonders mag.

schmetterlingskind fabian debra austria

Foto: © Privat

Die Patientenorganisation DEBRA Austria finanziert ihre Arbeit ausschließlich über Spenden und setzt sich seit über 25 Jahren für die Anliegen der “Schmetterlingskinder” ein. Seit 15 Jahren betreibt DEBRA Austria die weltweit erste und einzigartige Spezialklinik, das EB-Haus Austria.

EB-Haus Austria: Kompetenz, Hilfe und Hoffnung seit 15 Jahren

Wer einmal dort war, weiß: Das EB-Haus Austria ist so viel mehr als eine Klinik. Es ist ein Ort der Kompetenz: Nach 15 Jahren Erfahrung mit EB zählen die Ärzt*innen und Wissenschafter*innen dort mittlerweile zur Weltspitze. Es ist aber auch ein Ort der Wärme, denn hier werden große und kleine Patient*innen individuell, warmherzig und einfühlsam betreut.

Das EB-Haus Austria ist auch ein Ort der Hilfe: Die Ärzt*innen, Diplom-Pfleger*innen und Psycholog*innen der Spezialklinik am Salzburger Universitätsklinikum wissen, wie man ein wirksames Auffangnetz für die “Schmetterlingskinder” spannt. Immer wieder verlieren Betroffene im schwierigen Leben mit EB den Halt. Viele verzweifelte Eltern fanden hier schon kurz nach der Geburt ihres Kindes Rat und Hilfe für ihren neuen Alltag mit EB.

Nicht zuletzt ist das EB-Haus Austria ein Ort der Hoffnung: Ein engagiertes Team von Forscher*innen arbeitet intensiv an Möglichkeiten zur Linderung und Heilung. Dabei konnten in den letzten 15 Jahren bereits hervorragende Grundlagen geschaffen werden.

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Foto: © Dr. Rudolf Hametner / DEBRA Austria

Für die Heilung von EB braucht es finanzielle Mittel

Jetzt setzen die Forscher*innen alles daran, den Traum ihrer Schützlinge wahr werden zu lassen: Heilung von EB.

Dafür braucht es allerdings auch genügend Platz und eine zeitgemäße Ausstattung – kurz: ein neues, modernes Forschungslabor. Nach 15 Jahren erfolgreicher Forschung müssen die Laborflächen erweitert und die technische Ausstattung dringend erneuert werden. Dafür braucht es jetzt finanzielle Mittel.

Gemeinsam kann es uns gelingen, mit der optimalen Arbeitsumgebung die Heilung von EB voranzutreiben. Mit euren Crowdläufen helft ihr mit, dieses neue Forschungslabor zu realisieren. Die Aussicht auf wirksame Therapien ist ein Lichtblick, der “Schmetterlingskinder” und ihre Angehörige neue Kraft schöpfen lässt.

Macht mit beim LITTLE HEROES Crowdlauf für die “Schmetterlingskinder”!

Bergregionen sind wichtige Natur-, Lebens- und Wirtschaftsräume. Es ist unser aller Aufgabe, sie zu schützen und zu erhalten – nicht nur für uns, sondern auch für die nachfolgenden Generationen.

Schützen kann man sie unter anderem dadurch, dass man den Müll, den man mit auf den Berg bringt, auch wieder zurück ins Tal trägt und dort unten entsorgt.

Leider halten sich nicht alle daran, die zum Wandern, Laufen oder Klettern in die Berge fahren. Verpackungen, Plastikflaschen, Bananenschalen oder Zigarettenstummel werden zu oft achtlos liegen gelassen oder weggeworfen.

Im österreichischen Niederalm, in der Nähe von Salzburg, gibt es den Verein #estutnichtweh, der sich für die Berge einsetzt. “Saubere Berge statt Müllberge” ist das erklärte Ziel. Deshalb bringen die Mitglieder des Vereins den Müll, den sie in den Bergen finden, zurück ins Tal und leisten außerdem eine ganze Menge Aufklärungsarbeit zum Thema.

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Mit dem Verein #estutnichtweh wandert der Müll vom Berg ins Tal. Foto: #estutnichtweh

Wie aus einer Idee ein Verein wurde

Wie alles angefangen hat? Mit einem ehrlichen “weil es mir nicht weh tut”, aus dem Munde der heutigen #estutnichtweh-Gründerin und -Präsidentin Renate Steinacher.

Diese sammelte bei einer von ihr geführten Alpenüberquerung achtlos weggeworfenen Müll, um ihn im Tal zu entsorgen, als eine Teilnehmerin sie fragte, warum sie das tue. Renate hatte die Idee im Kopf, welche im Dezember 2018 zum Verein #estutnichtweh (kurz: #ETNW) wurde.

Gleichgesinnte waren schnell gefunden. Eine bunte Mischung aus Sportler*innen, Kreativen, Manager*innen, Jurist*innen und Herzmenschen, die ehrenamtlich und tatkräftig bei administrativen Tätigkeiten, Planung und Durchführung von Clean Ups und Projekten unterstützen.


🎧 Podcast-Tipp: Ein Interview mit Renate von #estutnichtmehr hört ihr in Folge #30 des runskills-Podcasts.


Viele kleine Beiträge machen den Unterschied

Die Philosophie des Vereins und seiner Mitglieder ist, dass es nicht weh tut, aktiv zu werden.

Sie alle leisten kleine Beiträge, die in Summe einen großen Unterschied für unsere Umwelt machen. Sie lieben die Berge und wenn sie unterwegs sind und auf dem Weg Müll entdecken, heben sie diesen auf und nehmen ihn mit.

Von Zigarettenstummel und Lebensmittelverpackungen über Plastik- und Glasflaschen zu Power-Gel-Verpackungen und Dosen, fündig wird man leider immer.

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Beim Aufstieg zur Braunschweiger Hütte konnte einiges an Müll gesammelt werden. Foto: #estutnichtweh

Dem Verein geht es um mehr als nur um Naturschutz

#ETNW hat es sich zum Ziel gemacht, Berge, Täler, Fluss- und Seeufer sowie Städte vom Müll zu befreien; Nachhaltigkeit und Umweltschutz in das Bewusstsein der Menschen zu bringen und somit unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Die Vereinsvision ist es, gesellschaftlichen Wandel anzuregen und voranzubringen. Dabei geht es nicht nur um Naturschutz, sondern auch darum, wie wir miteinander umgehen. Mit unseren Mitmenschen sowie mit unserer Umwelt.

Kleine Veränderungen im täglichen Leben haben eine große Auswirkung auf unsere Umwelt und somit auf unsere Zukunft und die der kommenden Generationen.

Der Verein klärt, unter anderem, auf sozialen Medien auf. Wusstest du, dass ein vermeintlich harmlos weggeschnippter Zigarettenstummel neben Nikotin und Teer über 7000 weitere toxische Substanzen enthält? Sie verunreinigen das Grundwasser, stellen Vergiftungsgefahr für Tiere – und am Spielplatz auch für Kleinkinder! – dar. Sie können Waldbrände auslösen und zerfallen nach 15 Jahren zu Mikroplastik, welches wiederum in den Boden, und somit unser Trinkwasser gelangt.

Drecksackerl, Mistzangerl und Tschickdoserl

Mitglieder werden mit wichtigen Utensilien ausgestattet: einem Drecksackerl, Mistzangerl und Tschickdoserl.

Das Drecksackerl, aus Stoffresten in der EU produziert und bei Bedarf bei 30° waschbar, kann am Rucksack oder am Gürtel festgemacht werden und fängt jenen Müll auf, den anderen am Weg verloren haben.

Mit dem Mistzangerl macht man sich die Hände nicht schmutzig. Es ist eine von geschützten Werkstätten in Deutschland nachhaltig aus Buchenholz hergestellte Zange.

Das Tschickdoserl ist ein mobiler Aschenbecher. Unverzichtbar für die Gipfelzigarette.

Werde auch du aktiv!

Mit heutigem Stand zählt der Verein über 350 Mitglieder, mit denen der Müll vom Berg ins Tal wandert. Weil es nicht weh tut.

Wenn auch du der Meinung bist, dass die kleinen Dinge zählen, dann schau doch mal auf www.estutnichtweh.org vorbei und engagiere dich im Verein.

Oder nimm am LOVE FOR TRAILS Crowdlauf teil. Damit unterstützen wir #estutnichtweh mit Öffentlichkeitsarbeit und Spenden.

Frauen im Ausdauersport haben es immer noch schwer: Gut trainierte, kräftige Frauen passen nicht ins gesellschaftliche Bild – genauso wenig wie Frauen, die Zeit in Sport statt in Kind und Familie investieren. Mit dem WMN Virtual Run wollen wir gemeinsam als Crowd diese und weitere stereotype Frauenbilder ein Stück weit überwinden. Ein Teil unserer Kampagne ist dieser Artikel. Hier lassen wir Ausdauersportlerinnen erzählen, wie sie Hindernisse überwinden und warum sie trotz diverser Widrigkeiten weiter ihren Sport ausüben.

“Wir hatten das Glück, dass uns schon ganz früh viel zugetraut wurde und es keinen Unterschied gemacht hat, ob wir Mädchen oder Jungen sind”, erzählt Anna Hahner.

Sie und ihre Zwillingsschwester Lisa wuchsen auf einem Bauernhof auf, beide sind Marathonläuferinnen und waren 2016 bei den Olympischen Sommerspielen in Rio mit dabei.

Und sie wissen ganz genau, was neben ihrem Training und der nötigen Disziplin für ihre sportliche Karriere auch förderlich war:

“Ein Umfeld, das an die eigene Stärke glaubt und gleichzeitig bereit ist, einen aufzufangen, wenn es mal nicht klappt, ist wichtig.” (Anna Hahner)

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Anna Hahner, im Hintergrund ihre Zwillingsschwester Lisa. Bild: philphamphoto

Sehr häufig ist das aber eben nicht der Fall: Mädchen üben im Schulsport eher Gymnastik und Volleyball als Langstreckenlauf. Sie werden von Eltern, Erzieher*innen und Lehrer*innen ganz anders angespornt als ihre männlichen Altersgenossen.

Anstatt “Versuch es nochmal, das geht besser”, hören Mädchen eher: “Schön, dass du es überhaupt probiert hast. Das macht nichts, wenn es nicht so gut klappt.”

Bin ich gut genug für diesen Sport?

Mädchen sollen zwar schlank, aber nicht zu trainiert sein. Dieses Körperbild kann in der Pubertät den Grundstein für eine lebenslange Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper legen und einen unbeschwerten Zugang zum Sport versperren.

“Viele Frauen haben Angst, nicht gut genug zu sein und trauen sich oft viel zu wenig zu”, findet auch die Profi-Triathletin Daniela Bleymehl.

Sie ist nicht nur mehrfache Siegerin auf der Lang-, Mittel- und Olympischen Distanz im Triathlon, sondern auch Mutter und Familienmensch. Daniela weiß, dass es nicht immer einfach ist, Familie und Profi-Sport unter einen Hut zu kriegen. Das sollte Frauen aber nicht davon abhalten, den Sport, den sie lieben, auch auszuüben, findet sie:

“Häufig wird zu wenig Zeit als Ausrede vorgeschoben, was ich sehr schade finde, denn die meisten wissen gar nicht, was ihnen hier entgeht. Grundsätzlich kann ich nur jede Frau ermutigen, Ausdauersport zu treiben und bin überzeugt, dass jede(r) dadurch an positiver Energie, Kraft und Selbstbewusstsein gewinnt.” (Daniela Bleymehl)

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Profi-Triathletin Daniela Bleymehl. Bild: Daniela Bleymehl privat

Gleichberechtigungen im Sport geht nur, wenn Vorurteile überwunden werden

Nicht auffallen, niemandem einen Grund zum Reden geben – viele Frauen hält genau das erstmal davon ab, sich eine passende Sportart zu suchen.

“Als ich 2015 mit dem Laufen anfing, habe ich 18 kg mehr gewogen als jetzt. Es haben mich Selbstzweifel geplagt und ich habe mich in meinem Körper überhaupt nicht wohl gefühlt“, erzählt Verena Deichmann aus dem Brooks Run Happy Team.

Für ihre ersten Laufversuche ist sie damals extra raus aufs Land gefahren, weil sie Angst hatte, dass sie jemand sieht und sich lustig über sie macht. Mittlerweile ist Verena schon zwei Marathons gelaufen und auf den dritten trainiert sie gerade hin.

“Ich habe damals von einigen zu hören bekommen, dass ich das ja eh nicht durchziehen und schaffen würde, ich mir die Enttäuschung lieber direkt sparen solle. Das hat natürlich am Anfang Selbstzweifel ausgelöst, mir aber dann irgendwann den Ansporn gegeben ‘Jetzt erst Recht!'” (Verena Deichmann)

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Verena Deichmann hat sich von niemandem ausbremsen lassen. Bild: Verena Deichmann privat

Auch Jana Bauer hat die Erfahrung gemacht, dass erstmal kaum jemand an ihre sportlichen Ambitionen glaubte.

Das spürte sie vor allem dann, als sie erzählte, dass sie ihren ersten Halbmarathon laufen wolle: “Das Unverständnis war groß, übrigens nicht nur von den Männern, sondern tatsächlich überwiegend von anderen Frauen.”

Jana ist Mutter und die erste Reaktion aus ihrem Umfeld war, dass sie “als Mama schließlich andere Aufgaben habe, als dauernd sinnlos durch den Wald zu rennen.”

Mittlerweile ist die Unterstützung in ihrem Familien- und Freundeskreis groß. Aber es kommt trotzdem immer wieder vor, dass sie von anderen Ablehnung erfährt: “Das geht von blöden Kommentaren wie ‘jetzt überholt uns sogar eine Frau’ bis hin zu Belehrungen, was genau meine Aufgaben als Ehefrau und Mutter zu sein haben.”

Solche Vorurteile und stereotypen Geschlechterrollen frustrieren Jana und machen sie manchmal auch wütend:

“Wieso darf ein Mann, der auch Vater und Ehemann ist, sich seine Freizeit nehmen und eine Frau kann das nicht? Wieso kann eine Frau nicht genauso schnell laufen wie ein Mann? Und was ist schlimm daran, wenn sie sogar schneller ist?” (Jana Bauer)

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Jana Bauer musste mit Vorurteilen kämpfen. Bild: Jana Bauer privat

Ultratrails sind Männersache. Ach ja?!

“Das ist nichts für Mädchen. Das ist zu gefährlich. Das ist zu heftig für deinen zierlichen Frauenkörper”, musste sich Juliane Ilgert von Freunden und Familie anhören, als sie mit Anfang 20 beschloss, an einem 100 Kilometer-Lauf in den Bergen teilzunehmen.

Noch mehr habe man ihr um die Ohren geworfen, das “wäre unattraktiv, wenn Frauen so einen Sport betrieben, einmal, weil zu viele Muskeln männlich aussähen und zum anderen, weil der Sport als solcher, in Konkurrenz zu anderen zu treten, sich durch die ‘Wildnis’ zu kämpfen etc., sehr männlich sei – solche Sprüche kamen da.“

Auch sie ließ sich nicht beirren, trennte sich sogar von ihrem festen Freund, der sie blockierte – und lief weiter. Heute ist sie eine erfahrene Ultratrail-Läuferin und Teil des ASICS Frontrunner Teams.

“Seitdem bin ich über 150 Wettkämpfe gelaufen, mein Leben hat sich durch den Sport sehr zum Fantastischen verändert, selbst meine Karriere in der Kanzlei hier in München hat der Extremsport positiv befeuert – Ich bereue nichts!” (Juliane Ilgert)

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Ultraläuferin Juliane Ilgert ließ sich ihre Freude am Laufen nicht nehmen. Bild: Andy Astfalck

Auch Susi Lehmann ist schon mehrere Marathons und Ultratrails gelaufen. Aber auch ihr war es früher erstmal unangenehm, in Gegenwart von anderen zu laufen: “Ich wollte auf jeden Fall vermeiden, dass mich jemand sieht, den ich kenne.”

Ihr Wille und ihre Bereitschaft, einfach ihr “eigenes Ding durchzuziehen”, kamen erst mit der Zeit. Auch sie musste diese mentale Hürde überwinden und weitermachen, um ihr Selbstvertrauen zu finden.

Gegen Vorurteile kämpfen und niemals aufgeben, das lohnt sich nicht nur für die Sportlerin selbst, meint Susi heute:

“Ich denke, dass Sport im Allgemeinen den Menschen viel mehr Selbstvertrauen gibt. Man setzt sich Ziele, erreicht diese und bekommt dadurch einen richtigen ‘Boost’ im Leben. Als Frau im Ausdauersport kann man auf jeden Fall ein Vorbild für alle sein, die eventuell noch unter Selbstzweifeln leiden und sie dazu ermutigen, ebenfalls ihr Ding durchzuziehen.” (Susi Lehmann)

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Susi Lehmann findet, Ausdauersportlerinnen haben Vorbildfunktion. Bild: Susi Lehmann privat

Pionierinnen im Rad- und Laufsport

Isabell Groß fühlte sich als Frau nie benachteiligt. “Ich möchte aber dazu beitragen, dass es anderen Frauen und auch diversen Menschen genauso gut geht wie mir”, sagt sie und beschäftigt sich auch damit, “welche Rechte Frauen anderswo immer noch nicht haben” – und wie privilegiert man sich als Frau heute fühlen kann, wenn man in die Vergangenheit schaut.

Der Blick zurück zeigt tatsächlich Abstruses: Ende des 19. Jahrhunderts schrieb ein britischer Arzt, dass weibliche Fortpflanzungsorgane funktionsunfähig werden könnten, wenn frau zu viel rennt, klettert oder hüpft, so der Deutschlandfunk.

Eine amerikanische Medizinerin meinte demnach noch 1889, dass Frauen durch die Hausarbeit schon genug Bewegung bekämen. Und auch die Geschichte des Profisports der Frauen ist eine Geschichte von Pionierinnen: 1924 fuhr Alfonsina Strada, italienische Radsportlerin, getarnt als Mann den Giro d’Italia der Männer mit – im Ziel wurde die Sensation bejubelt. Und 1967 nahm Kathrine Switzer aus den USA unerkannt als Frau am Boston Marathon teil.

Unterschiedliche Profigehälter, schlechtere Sponsorenverträge: Der Gender-Pay-Gap ist in den meisten Sportarten noch immer besonders ausgeprägt. Bei Prämien kann er im Fußball sogar auf bis zu 87 Prozent steigen, wie auch der Deutschlandfunk recherchiert hat.

Körperliche Unterschiede zwischen Mann und Frau im Sport? Ja, die gibt es!

Wenn über Gleichberechtigung und Anerkennung im Sport geredet wird, heißt das für Ausdauersportlerinnen auf keinen Fall, sich mit Männern gleich zu machen.

Denn einige körperliche Unterschiede gibt es durchaus, zum Beispiel hormoneller Art, wie die Ärztin und ASICS Frontrunnerin Alexandra Stumpenhagen weiß.

Insbesondere bei der Trainingsgestaltung sieht Alexandra hier einiges an Nachholbedarf: “Man sollte in Trainingsplänen etwas mehr Fokus darauf legen, dass Frauen nicht jeden Tag gleich funktionieren, da sie deutlich höheren hormonellen Schwankungen ausgesetzt sind als Männer.”

Das würde nicht nur zu positiveren Trainingseffekten führen, sondern hätte auch auf mentaler Ebene positive Auswirkungen:

“Dann würde man Frauen automatisch mehr dabei unterstützen, den Sport und das Training entsprechend der Bedürfnisse des Körpers anzupassen und damit mehr Selbstvertrauen zu schaffen.” (Alexandra Stumpenhagen)

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Alexandra Stumpenhagen wünscht sich optimierte Trainingspläne für Frauen. Bild: Andy Astfalk

Aber es gibt auch noch ganz andere Situationen, in denen die Unterschiede zwischen Frauen und Männern beim Sport ans Licht kommen. Eine davon musste Isabell Groß erleben. Sie beschreibt die Situation so:

“2015 stand ich im Startblock des Berlin Marathons, musste dringend pinkeln und mich erstmal aus der Masse kämpfen, ewig am Dixi anstehen und mich zurück wühlen. Als es endlich los ging, standen nach einem Kilometer schon reihenweise Männer am Rand und haben in die Gegend gepisst. DAS kotzt mich so richtig an. Zum einen, weil’s eklig ist, aber auch, weil ICH das nicht einfach so machen kann.” (Isabell Groß)

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Für Isabell Groß werden Unterschiede zwischen Männern und Frauen auch auf Lauf-Events sehr deutlich. Bild: Isabell Groß privat

Am wichtigsten ist: anfangen und durchhalten

Ganz abgesehen davon ist für alle Sportlerinnen klar: Durch regelmäßigen Sport steigt das Selbstvertrauen und das Gespür für den eigenen Körper verändert sich.

“Das Laufen und der Sport hat unsere Selbstwahrnehmung enorm verbessert”, sagt Anna Hahner. “Wir spüren sofort, wenn in unserem Körper etwas nicht funktioniert und können dadurch reagieren. Das hat unser Vertrauen in uns und unseren Körper gestärkt, wir wissen was wir können, wir wissen, wie stark wir sind und können das auch nach außen ausstrahlen.”

Schiefe Blicke waren auch Susi Lehmann bald egal: “Mit jedem Kilometer, den ich mehr laufen konnte, wurde mein Selbstvertrauen größer und irgendwann war es mir dann Wurscht und ich bin gelaufen, wann und wo ich wollte.”

Sich zu überwinden und einfach anzufangen – das ist extrem wichtig, findet Nora Biever. Auch wenn es manchmal schwer fällt – aber es kann sich sehr lohnen:

“Der Anfang war für mich der Grundstein einer Leidenschaft, einer Befreiung und eines gesünderen Lebens in allen Bereichen. Ich würde lügen wenn ich behaupten würde, dass ich nicht auch heute noch an Unsicherheiten leiden würde. Nichtsdestotrotz: Dieser Moment, wenn man für ein Ziel gekämpft hat und es dann erreicht, ist unbezahlbar.” (Nora Biever)

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Für Nora Biever wurde der Sport zu einer Befreiung. Bild: Nora Biever privat

Auch, wenn jede Sportlerin ab und an noch an eigene Grenzen stößt, aufhören würde keine von ihnen mehr. Vorteile wie Spaß und Selbsterfahrung überwiegen eindeutig.

“Grundsätzlich muss man im Sport natürlich lernen, auch mit Rückschlägen, wie Verletzungen, Niederlagen oder sonstigen Enttäuschungen umzugehen”, weiß Profi-Triathletin Daniela Bleymehl. “Aber aus solchen Situationen bin ich bisher immer stärker herausgekommen und denke, der Sport ist hier der beste Weg, für’s Leben zu lernen”.

Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Unser WMN Virtual Run soll für alle Frauen, aber auch für Männer und Diverse, die sich engagieren möchten, eine Plattform sein. Lasst uns gemeinsam Sport machen und ein Zeichen setzen für mehr geschlechtliche Gleichstellung in unserer Gesellschaft!

Gleichzeitig sammeln wir Erfahrungen und Erlebnisse hier in diesem Artikel. Bist auch du Ausdauersportlerin? Was hast du auf deinem Weg von den ersten sportlichen Anfängen bis heute alles erlebt?

Der RAINBOW TO THE STARS Virtual Run war einer unserer großen virtuellen Spendenläufe von 2019. Nun haben wir ihn neu aufgelegt – mit einem etwas anderen Fokus und einer neuen Charity-Organisation, die wir unterstützen. Wir stellen euch das neue Thema und die Organisation vor, die ihr mit eurer Teilnahme unterstützt.

Nähen für Sternchen und Frühchen

Ein Kind ist das größte Wunder, dass es auf dieser Welt gibt. Leider haben nicht alle Kinder das Glück, gesund und zeitgerecht das Licht der Welt zu erblicken. Sie kommen als Frühchen oder Sternenkinder in unsere Welt. Ihre Eltern erleben zum Teil über Wochen den Klinikalltag. Sie bangen, hoffen oder trauern.

Wenn der kleine Erdenbürger zu früh geboren wird, folgen oft mehrere Tage, manchmal Wochen oder Monate im Krankenhaus. Eine zermürbende Situation für alle. Da bringen kleine Lichtblicke oft schon viel Freude.

Solche positiven Momente schafft der Verein Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen e.V. Rund 1.300 Kreative nähen, stricken, häkeln und basteln ehrenamtlich, um Frühgeborene und auch verstorbene Kinder, sogenannte Sternchen, mit Babysachen zu versorgen.

Kostenlose Kleidung für die Kleinsten

Die Tabuthemen Sternenkind und Frühchen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, ist Ziel des Vereins. Alle Sternenkinder sollen liebevoll gebettet werden und so den Eltern eine Möglichkeit der Erinnerung geschaffen werden.

Frühgeborene werden auf den Neonatologie-Stationen mit Kleidung versorgt, die ihrer Größe und ihrem Entwicklungsstand entspricht. Die Angebote des Vereins sind kostenfrei.

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Kleidung für die Kleinsten. Bild: Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen e.V.

„Wir haben inzwischen unterschiedlichste Möglichkeiten des Austausches, denn zu wissen, dass man nicht allein ist, ist das Wichtigste für die Eltern”, erklärt Dana Waschinsky-Wolff, 1. Vorsitzende.

Der Austausch findet digital und auch vor Ort statt. So hat der Verein im Jahr 2019 einen Ort der Erinnerung für Sternenkinder auf dem Friedhof in Wandlitz eröffnet. Im März 2021 eröffnete der Verein eine Begegnungsstätte für Jung und Alt.

Mit vereinsorientierten Angeboten wollen sie ein zentrales, lebendiges, generationsübergreifendes und offenes Angebot in Form von Workshops, Kreativ-, Näh- und Basteltreffen sowie Austauschrunden für betroffene Eltern und Angehörige anbieten.

Zielgruppe der Vereinsarbeit sind Krankenhäuser mit Geburtsstationen, Geburts- und Hebammenhäuser, Bestatter und die Fotografen der Stiftung „Dein Sternenkind“ sowie betroffene Eltern und weitere Angehörige.

Schon 1.300 Unterstützer

Die selbstgenähte Kleidung, die gestrickten und gehäkelten Mützen und Schuhe sowie die liebevoll handgefertigten Erinnerungsstücke unterliegen größten Qualitätsansprüchen. Die fertigen Werke gibt der Verein kostenfrei an die Institutionen ab. Stoffe, Porto sowie die notwendige Infrastruktur finanzieren sich aus Spenden.

Herzenssache Kleidung blau mit Wolken

Die Kleidung wird Eltern und Kliniken kostenlos überlassen. Bild: Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen e.V.

„Als ich den gemeinnützig eingetragenen Verein 2016 gegründet habe, waren wir nur eine Handvoll Unterstützer. Heute sind es rund 1.300. Ich hätte nie an ein so schnelles Wachstum geglaubt“, erklärt Dana Waschinsky-Wolff, 1. Vorsitzende.

Sie gründete den Verein aus eigener Erfahrung heraus: „Mein zweiter Sohn war sechs Wochen unterversorgt und kam entsprechend unterentwickelt auf die Welt. Er war sehr klein. Mit Kleidung fiel es mir leichter ihn anzufassen und zu versorgen, leider gibt es so kleine Größen aber nicht in jedem Laden zu kaufen.“

Sternenkinder: Würdevolle Kleidung für einen würdevollen Abschied

Und so war die Idee geboren, Kleidungsstücke in kleinen Größen zu fertigen und gratis an Kliniken zu verteilen.

„Die Sternenkinder kamen hinzu, als mir bewusst wurde, dass es auch hier auf dem Markt an Möglichkeiten fehlt. Zu einem würdevollen Abschied gehört würdevolle Kleidung. Den Eltern in dieser unfassbar traurigen Situation zumindest diese Sorge zu nehmen, ist mir wichtig.“

Mit dem RAINBOW TO THE STARS Virtual Run unterstützen wir aktuell den Verein Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen e.V. Lasst uns gemeinsam Großes für die Kleinsten erreichen!

Im Jahr 2020 gab es bei Crowdlauf große Charity Virtual Runs für die Berliner Kinderhilfe und für das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk action medeor. Kinder und medizinische Versorgung waren die zentralen Themen des Jahres bei uns.

Umso mehr freut es uns, dass wir für den letzten großen Virtual Run 2020 noch einmal die Brücke zwischen beidem schlagen können:

Wir laufen für die “Schmetterlingskinder” und setzen damit ein wichtiges Zeichen für Menschen, die mit der seltenen Hauterkrankung Epidermolysis bullosa (EB) leben.

Die Patientenorganisation DEBRA Austria setzt sich seit 25 Jahren für die Anliegen der “Schmetterlingskinder” ein.

“Schmetterlingskinder” – Little Heroes

So verletzlich wie die Flügel eines Schmetterlings ist die Haut eines Kindes, das mit der seltenen Hauterkrankung EB lebt. Ursache ist eine Genmutation, die bewirkt, dass die Eiweißverbindung zwischen den einzelnen Hautschichten gar nicht oder fehlerhaft ausgebildet wird.

So entstehen schon bei der geringsten Belastung schmerzhafte Blasen und Wunden, die mehrmals am Tag frisch verbunden werden müssen. An ein normales Leben mit Spielen, Rennen, Toben und Hinfallen ist damit nicht zu denken.

Die Chance, mit EB zur Welt zu kommen, beträgt 1 zu 17.000. “Kleine Helden” nennt DEBRA Austria deshalb die “Schmetterlingskinder”, weil sie trotz dieser massiven Beschwerden ihren Alltag so gut es geht meistern.

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Ein “Schmetterlingskind” beim Verbandswechsel. Foto: (c) Culumnatura / DEBRA Austria

Viele von ihnen kämpfen mit vielfältigen und schwerwiegenden Symptomen.So wachsen die Finger und Zehen der kleine Emilia nach und nach zusammen. Sie kann kaum mehr nach etwas greifen und immer schlechter laufen. Auch Mund und Speiseröhre sind in Mitleidenschaft gezogen: Emilia hat Schmerzen beim Essen und Schlucken.

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“Schmetterlingskind” Emilia kämpft mit schwerwiegenden Begleitsymptomen. Foto: (c) R. Hametner / DEBRA Austria

DEBRA Austria: Hilfe für die “Schmetterlingskinder”

Anfang der 1990er Jahre wurde “Schmetterlingskind” Lena geboren – und brachte eine Menge Fragen für ihre Eltern mit. Ihr Vater, Rainer Riedl, gründete schließlich vor 25 Jahren den Selbsthilfeverein DEBRA Austria, der betroffene Familien vernetzt.

Gemeinsam suchten die Eltern nach Antworten auf Fragen wie dem besten Verbandsmaterial, nach kompetenten Ärzten und danach, ob Heilung möglich ist.

Zehn Jahre später entstand dank der Unterstützung vieler Spender das EB-Haus Austria. Diese Spezialklinik für “Schmetterlingskinder” ist heute aus dem Leben der EB-Betroffenen nicht mehr wegzudenken. “Schmetterlingskind” Lena erinnert sich selbst noch besonders an ihre Fahrten ins EB-Haus Austria:

“Mindestens zweimal im Jahr fuhren wir zu den Untersuchungen und Behandlungen. Das habe ich großteils positiv in Erinnerung: Wir wurden immer herzlich empfangen, gut betreut und kompetent beraten.”

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Arzt mit betroffenem “Schmetterlingskind” im DEBRA Haus Austria in Salzburg. Foto: (c) L. Schedl / DEBRA Austria

Medizin und Forschung für “Schmetterlingskinder” – Charity-Run von Crowdlauf

Noch ist eine Heilung von EB nicht möglich. Doch das EB-Forschungsteam von DEBRA Austria arbeitet international vernetzt und sehr intensiv daran, die Krankheit weiterhin besser behandelbar und irgendwann heilbar zu machen.

Die Erkrankung trifft nicht nur Kinder, sondern begleitet die “Schmetterlingskinder” ein Leben lang, wobei die Lebenserwartung vieler Betroffener aufgrund von EB verkürzt ist.  Die EB-Forschung stützt sich auf verschiedene erfolgsversprechende Ansätze, einer davon ist die Gentherapie.

Neben der Forschung unterstützt DEBRA Austria die “Schmetterlingskinder” und ihre Familien mit kompetenter medizinischer Versorgung und Beratung, finanziert auch Hilfsmittel wie etwa Rollstühle, Therapiefahrräder und stellt psychologische Unterstützung bereit. Es gibt auch Hilfestellung für Familien in Notsituation.

“Trotz vielfältiger Einschränkungen dem Leben mit Optimismus begegnen” – das ist das Motto vieler EB-Patienten, so DEBRA Austria.

Mit dem Little Heroes Virtual Run unterstützen wir DEBRA Austria und die vielen kleinen Helden da draußen – und machen auf ihre wichtige Anliegen aufmerksam.

Auch Wochen nach der katastrophalen Explosion in Beirut gibt es für die Bewohner des Libanon noch keine Entwarnung, was ihre Gesundheitsversorgung angeht: Nicht nur sind drei Krankenhäuser schwer beschädigt, darunter mit dem Saint-George-Hospital eines der wichtigsten Krankenhäuser das Libanon – bei der Explosion wurden auch im Hafen lagernde medizinische Güter zerstört.

Nach Angaben der WHO sind mehr als die Hälfte der medizinischen Versorgungseinrichtungen nicht mehr einsatzbereit.

Was Menschen nach Katastrophen hart und plötzlich trifft, ist für andere trauriger Alltag: Wenn man krank wird, ist es an vielen Orten der Welt schwer, Hilfe zu bekommen.

So auch im lateinamerikanischen Guatemala, an der Grenze zu Mexiko: Vor allem die indigene Bevölkerung lebt zum Großteil unter der Armutsgrenze. Besonders die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate ist aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung hier besonders hoch.

Der Staat ist nicht zu sehen – lokale Gesundheitsversorger*innen übernehmen es, für sauberes Wasser, Hygiene bei Lebensmitteln und im Sanitärbereich zu sorgen oder lokale Heilmittel anzupflanzen, zu verarbeiten und auszugeben. Doch sie brauchen Unterstützung.

Verschlechterung der medizinischen Situation durch Corona

Wie in Guatemala oder Beirut, ist es auch an vielen anderen Orten der Welt die gemeinnützige Organisation action medeor, die sich für eine Basisgesundheitsversorgung und eine gerechte Verteilung qualitativ hochwertiger Medikamente einsetzt – wir unterstützen sie mit unserem Heal the World Virtual Run.

action medeor arbeitet über lokale Partner, die Wissen über Veränderungsprozesse vor Ort haben. Ihr Ziel ist es, lokale Strukturen so zu stärken, dass action medeor vor Ort langfristig nicht mehr gebraucht wird.

Klar wird das an folgendem Beispiel:

Während wir, wenn wir krank sind, einfach zum Arzt gehen, müssen Menschen vor allem in ländlichen Regionen in Afrika, Asien oder Lateinamerika mehr als 100 Kilometer zu Fuß gehen, um medizinische Hilfe zu erhalten – das geht zu weit. Das ist eine Tatsache, die sehr betroffen stimmt und die Ungerechtigkeit, die auf dieser Welt herrscht, widerspiegelt. 100 Kilometer Fußweg zum nächsten Krankenhaus/Apotheke/Arzt bedeutet nämlich auch, dass man nicht mit den kleinsten Wehwehchen direkt zum Arzt läuft. Ob man die 100 Kilometer tatsächlich auf sich nimmt, muss gut überlegt sein. Wenn man sich entschließt, dann doch zum Arzt zu gehen, ist der Gesundheitszustand oft schon so schlimm, dass der Fußweg noch anstrengender ist als sowieso schon. (Linda Merse, action medeor)

Im Jahr 2020 hat die Arbeit von action medeor neue Dimension bekommen: Das Coronavirus macht eine bessere medizinische Versorgung, mehr Aufklärung, bessere hygienische Verhältnisse und mehr Schutzkleidung erforderlicher denn je.

Aber nicht nur das Virus selbst sorgt dafür, dass sich die Ungleichverteilung der weltweiten medizinischen Versorgung nochmals verschärft. So berichtete action medeor Vorstand Sid Peruvemba noch im August: „Durch die Lockdowns funktionieren die Warenströme und Versorgungsketten nicht mehr. Die Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage, gleichzeitig steigen die Preise für Lebensmittel und Medikamente. Wir merken bereits jetzt, dass Hunger und Krankheiten sich weiter ausbreiten.“

likuni hospital malawi

Nicht nur Lateinamerika oder Beirut – ein Schwerpunkt der Arbeit von action medeor ist in Afrika. Auf dem Bild: das Likuni Hospital in Malawi. (Foto: Boris Breuer / action medeor)

Medikamente gegen Corona: Wie sollen sie global gerecht verteilt werden?

Internationale Organisationen warnen: Wenn es erst mal wirksame Medikamente und Impfstoffe gegen Corona gibt, werden die Länder des globalen Südens schnell vergessen sein.

Schon jetzt sichern sich westliche Staaten durch Investitionen Millionen von Impfdosen, Patentrechte auf Medikamente sind im Gespräch – denn gerade die großen Pharmafirmen, die bereits Patente auf etwa lebenswichtige HIV-Medikamente halten, sind jetzt wieder vorne dran, was die Coronaforschung angeht.

Sind das alles Vorzeichen auf Verteilungskämpfe, die ausbrechen werden und die Gräben zwischen armen und reichen Ländern vertiefen? Oder kann sich die globale Solidarität durchsetzen?

Die schlimmste Diagnose: Hilflosigkeit. (Action Medeor)

Bereits jetzt ist allerdings klar: Überlastete Gesundheitssysteme töten – auch bei uns vor der Tür, wie die erschreckenden Bilder aus Bergamo zeigten.

Global gesehen trifft Corona auch auf eine Ungleichverteilung von bereits grassierenden Krankheiten. „Wir befürchten inzwischen wieder einen Anstieg von Krankheiten wie Malaria, HIV/Aids oder Tuberkulose, bei deren Bekämpfung wir in den vergangenen Jahren durchaus Erfolge vorweisen konnten“, sagt Peruvemba.

Denn neben der Bekämpfung der Corona-Pandemie dürfe eines nicht vergessen werden: „In Entwicklungsländern sterben nach wie vor 2,6 Millionen Menschen jedes Jahr an Tuberkulose, HIV/Aids und Malaria. Das bedeutet, dass in den ersten vier Monaten dieses Jahres über 850.000 Menschen an diesen behandelbaren Krankheiten gestorben sind – fast fünfmal so viel wie im gleichen Zeitraum an Corona.“

Ein Zeichen der Hoffnung setzen: Aufmerksamkeit und Spenden

Durch das Coronavirus ist das Thema Gesundheitsversorgung näher an uns alle gerückt: Wir dürfen aufatmen, weil eine Überlastung des Gesundheitssystems bei uns bisher ausgeblieben ist und darauf hoffen, dass auch schwere Fälle eine adäquate Behandlung bekommen.

Doch es ist jetzt nötiger denn je, sich für eine Verbesserung des Gesundheitssystems und eine gute medizinische Versorgung einzusetzen – im eigenen Land und weltweit – und ein Zeichen dafür zu setzen, dass die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht nur für uns, sondern für alle Menschen auf der Welt gilt.

Morticia besitzt ein Tättowier- und Piercingstudio hoch oben im Norden Deutschlands – direkt an der Nordsee. Als Crowdlauf Anfang April die Selbstständigen aus der Community auf Instagram und Facebook fragte, wie es ihnen derzeit geht, antwortete Morticia: „Die Kosten laufen weiter… Einnahmen natürlich nicht. Es nützt ja nichts. Irgendwie muss ich das schaffen.“

Drei Monate später gehört Morticia zu denen, die sagen können, dass sie glimpflich durch die Corona-Krise gekommen sind: „Wir Tattoostudios haben es insofern ganz gut, dass wir Kunden haben, die nicht wegbrechen. Sie haben einen Wunsch, der sich zu späterem Zeitpunkt nachholen lässt und aufgeschoben, jedoch nicht aufgehoben werden muss.“

Ihr Laden ist wieder geöffnet und auch die Umstellung auf neue Hygieneregeln war – für ein Tattoostudio, in dem schon immer hohe Standards gelten – nicht schwer.

morticia tattoostudio

Wie antwortet Morticia auf die Frage, wie sie in die Zukunft blickt? So: „Na, positiv natürlich!“ (Bild: Morticia privat)

Die Krise macht Schwachpunkte der Gesellschaft sichtbar

„Mental hat mich dieses Vollschließung allerdings schon in eine echte Existenzangst gebracht“, sagt Morticia aber auch – und sie glaubt, dass „Verschieben und Vertrösten von Kunden“ noch eine längere Zeit präsent bleiben werden, und auch, dass sich Planen und Vorsorgen in der Zukunft ändern könnten. Trotzdem bleibt sie optimistisch.

Gesellschaftlich gesehen sind mit der Corona-Krise einige – zwar längst bekannte, aber gern verdrängte – Themen auf die Tagesordnung gekommen.

  • Gesundheitssystem: Wer hat wie Zugang? Wie können die Ressourcen verteilt werden?
  • Demokratie: Welche Maßnahmen werden wie ausgehandelt? In welchen Staatsformen fühlen sich Bürger beschützt, kontrolliert, gleich behandelt?
  • Arbeitsbedingungen: Nicht nur im Gesundheitssystem, auch in der Fleischproduktion und auf dem Bau werden alte Defizite jetzt deutlich sichtbar.
  • Tierwohl und Umweltschutz: Obwohl das Virus den Menschen befällt, rückt es über Umwege katastrophale Zustände im Umgang mit Tieren in den Fokus.
  • Ernährung und Gesundheit: Über die eigene Gesundheit, aber auch das Thema Tierwohl, beschäftigen sich viele nochmals neu mit der eigenen Ernährung – mit gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen.

Corona-Krise and Beyond: Solidarität braucht neue Formen

Auf solche Fragen braucht es neue Antworten, finden unter anderem die Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens. Die Idee dahinter: Alle Menschen erhalten von Geburt bis zum Tod einen bestimmten Betrag vom Staat – als Absicherung und ohne Gegenleistung.

Gestritten wird darüber, ob Menschen mit Grundeinkommen weniger arbeiten würden und sich insgesamt egoistischer verhielten – oder ob genau das Gegenteil der Fall wäre: Soziale und kreative Arbeiten könnten interessanter werden, weil sie für einige das Leben mit mehr Sinn füllen – unbeliebtere Arbeiten müssten dagegen anders entlohnt werden als bisher.

Bedingungsloses Grundeinkommen: Jetzt schon Zukunft spielen

Ohne es auszuprobieren, wird man nie Antworten auf diese Fragen haben – findet der Verein Mein Grundeinkommen e.V. Er verlost monatlich Grundeinkommen für mehrere Menschen, jeweils für sechs bis 12 Monate. Die Tests werden begleitet und ausgewertet und zeigen demnach vor allem: Das Geld löst Veränderungen aus, weil es nicht an Bedingungen geknüpft ist.

„In Praxistests nutzen Menschen das Mehr an Freiheit durch das Grundeinkommen dazu, wieder besser zu sich selbst zu sein: Sie schlafen besser, leben gesünder, sind körperlich aktiver und insgesamt zufriedener“, sollen fünf Jahre Verlosungen ergeben haben.

Geht es einer Person besser, haben alle etwas davon, meint der Mein Grundeinkommen e.V. – eigenes Wohlbefinden mache solidarisch: „Es ist diese individuelle Zufriedenheit, die zu mehr Gemeinschaft führt – weil sie frei gewählt und aus Lust heraus geboren ist.“

bedingungsloses grundeinkommen

Geld kann solidarisch machen, wenn es bedingungslos kommt – sagen Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens (Bild: Pixabay.com)

Krise als Neustart: Der Weg zu Veränderung führt über Werte

In seinem Buch „Krise als Neustart“ schreibt der Psychiater und Autor Jan Kalbitzer aus Berlin, dass die aktuelle Krise nicht nur das Gute aus den Menschen hervorbringe, sondern „innerfamiliäre Beziehungen und Freundschaften auf den Prüfstand stelle“.

Durch Corona werde etwa plötzlich sichtbar, wer zugunsten anderer auf etwas verzichten kann, wer schnell zum Denunzianten wird oder wer sich an der Krise bereichert – und das schmerzhafterweise auch bei Menschen aus dem Familien- und Freundeskreis.

Sein Buch war schon lange vor Corona in Arbeit – bezogen auf individuelle Lebenskrisen. Dass Corona jetzt als globale Krise alle – in unterschiedlichen Formen – trifft, ist für Kalbitzer (ohne das Leid beschönigen zu wollen) auch Chance:

  1. Erstens führt das gemeinsame Erleben einer Krise zu mehr Verständnis untereinander
  2. Zweitens können durch die aktuellen Veränderungen im Alltag leichter neue Verhaltensmuster eingeführt werden
  3. Drittens werden jetzt grundlegende Werte bewusst (etwa Gesundheit und Familie) – was sich auch in größeren, gesellschaftlichen Veränderungen auswirken kann

Sein Buch ist eine Anleitung, sich bewusst zu werden, was das eigene Leben blockiert – aber auch, sich auf die eigenen Werte zu besinnen und das Leben danach auszurichten. Das geschieht nicht im stillen Kämmerchen, sondern laut Kalbitzer am besten mit einer vertrauenswürdigen Person aus dem nicht zu nahen Umfeld. Also: In Solidarität.

Die Vergessenen der Krise

Morticia hätte sich gewünscht, dass die Tattöwiererbranche die Wiedereröffnung nicht erst hätte einklagen müssen – man hatte die Tättowierer vergessen, so ihr Eindruck.

Sich abgehängt und vergessen zu fühlen, ist einer der größten Energiekiller. Doch vermittelt sich in der Krise eines leider auch schnell: Man ist ziemlich oft auf sich selbst zurückgeworfen und kann darüber andere vergessen, sowohl im Kleinen als auch in der großen Politik.

Dabei zeigt sich jetzt ebenso deutlich wie nie, dass wir auf andere angewiesen sind – denn schon nächste Woche können wir es sein, die ein positives Testergebnis erhalten oder einen Job nicht mehr machen können (aus welchen Gründen auch immer), und dann gute Ärzte und gute Freunde brauchen.

Solidarität mit anderen ist also ein Geschenk, das man geben kann, auf das man für sich hoffen kann.

Neue Solidarität: Mut haben und jenseits aller Grenzen denken

Studien während der Krise haben gezeigt, dass wir Solidarität oft nur zeigen, solange sie bequem ist. Dass wir bei aller Solidarität nicht nur an die denken sollten, denen wir uns aus irgendwelchen Gründen verbunden fühlen – ältere Personen, Familien mit Kindern, ein Land, das wir gerne bereisen –, dass Solidarität grenzenlos und immer kritisch sein muss, dass niemand zurückbleiben sollte, darauf machen Organisationen wie medico international derzeit vehement aufmerksam.

Wie wäre es damit? Wir nehmen uns – frei nach Jan Kalbitzers Buch – Zeit, uns klarzumachen, für welche Werte wir einstehen. Was bedeuten Freiheit, Gesundheit, Wohlbefinden, Glück, Gleichberechtigung, für uns?

Und fassen uns dann den Mut, gemeinsam Gutes zu tun und für diese Werte einzustehen – sichtbar geworden gerade eben auch durch Black Lives Matter.

Nah an der westlichsten Spitze des afrikanischen Kontinents: Ein Strand, an dem sich Surfer treffen, Jugendliche und Familien zum Baden kommen, dazwischen Schafe und bunte Pirogen, die Fischerboote der heimischen Fischer.

Ab und an setzen Boote über zu einer vorgelagerten Insel. Wenn am Samstagmorgen die Familien am Strand von Ngor eintreffen, dann liegen die frisch gefangenen Fische längst in den Kühltruhen am Strand, bereit für den Weiterverkauf.

Doch der paradiesische Eindruck ist getrübt.

„Man sieht Süßigkeitenverpackungen, Becher, Tüten, Einwegverpackungen, sogar Schuhe“, erzählt Kadiatou. Die Schülerin aus Dakar beteiligt sich zum „Tag des Meeres“ mit Freunden immer wieder an einer Müllsammelaktion, bei der gerne mal zwei Tonnen Müll gesammelt werden – an nur einem Tag.

Teile davon holt sich an anderen Tagen das Meer – Stück für Stück mit jeder Welle.

So kommt der Müll ins Meer

Steht man hier am Strand, wird plötzlich so bildhaft klar wie sonst kaum, wie es passieren konnte, dass unsere Meere voll mit Plastikabfällen sind.

Dabei sind Strandszenen wie hier nur ein Teil des Problems. Plastik gelangt auch von Schiffen ins Meer, durch Mülldeponien in Asien (die auch unseren Müll immer noch aufnehmen) und von Mikroplastik in unseren Kosmetikartikeln und Klamotten.

Und auch hier im Senegal wird gegen das Problem schon lange vorgegangen: Im Jahr 2015 wurde mit großen Kampagnen die Plastiktüte verboten, seit 2006 gibt es im Dorf Thiès, etwa 70 Kilometer entfernt von Dakar, eine Recyclinganlage, wo Plastikmüll aus den Straßen für die Industrie umverarbeitet wird.

Auch viele herkömmliche, lokale Ideen werden wieder wichtiger: Schon längst werden Bastkörbe für Einkäufe auf dem Markt benutzt und anstatt sich mittags Essen to go in Plastikverpackungen zu holen, isst man hier oft gemeinsam mit Kollegen aus einer großen Schüssel, die einfach wieder zurückgebracht wird.

plastik strand senegal

Plastikmüll am Strand von Dakar – das Surferparadies ist bedroht. Foto: Valentina Aversano-Dearborn / Forum ViA (Wien)

Plastik im Meer: Mit der Fünfer-Regel weltweit gegen Müll

Allein – es gibt weiterhin viel zu wenige Mülltonnen, findet nicht nur Kadiatou. Wenn sie ihren Freunden sagt, sie sollten ihren Müll nach dem Strandbesuch wieder mitnehmen, erntet sie oft nur schiefe Blicke.

Sie versucht, eine Fünfer-Regel zu etablieren: Nach dem Strandbesuch für fünf Sekunden auf den Boden blicken und mindestens fünf herumliegende Teile mitnehmen.

Dass diese Regel auch bei uns funktionieren könnte, ist klar. Auch hier findet sich Plastikmüll an Seestränden und Flüssen, wenn auch nicht immer ganz so offensichtlich wie am Strand von Ngor.

Und ein Blick in die Zahlen zeigt, dass man in Deutschland pro Kopf etwa 37 Kilo Plastikmüll im Jahr verursacht, in Senegal dagegen nur zwölf.

Fast die Hälfte des Mülls wird in Deutschland allerdings recycelt, der Rest größtenteils verbrannt. Im Senegal liegt der Anteil des Recyclings noch im einstelligen Prozentbereich und immer noch landen mehrere Tausend Tonnen Plastikmüll nicht auf der Verbrennungsanlage, sondern in der Natur.

Ein neues Leben für das Meer: Ozeankind e.V.

Es war auch ein Schock auf einer Reise, der Marina und Micha zum Umdenken brachte. Ein Bootsausflug im indischen Ozean führte ihnen vor Augen, wie bedroht paradiesische Orte sind. Ohne langes Nachdenken war klar, dass sie etwas tun mussten. Sie änderten ihren Lebensstil und gründeten Ozeankind e.V.

Der Verein führt Bildungsprojekte mit Kindern durch und hat inzwischen eine richtige Bewegung ausgelöst. Immer mehr Menschen machen mit, verzichten auf Plastik im Alltag und organisieren Clean-Ups am Meer, am Fluss, am See. Jedes gesammelte Kilo kommt auf die virtuelle Ozeankind-Waage, die inzwischen knapp 54 Tonnen Müll anzeigt.

ozeankind plastikrebellen

Marina und Micha haben Ozeankind e.V. gegründet. Foto: Ozeankind e.V.

Für die beiden steht über allem die Erkenntnis, dass vor allem wir es sind, die etwas tun müssen:

„Wir, die wir in wohlhabenden Industriestaaten geboren sind weil auf unserem Los in der Geburtslotterie „Deutschland“ stand. Denn wir haben etwas, das viele Menschen an anderen Orten dieser Welt nicht haben: Alternativen.“

Mit dem Meeresrauschen Virtual zum Tag des Meeres 2020 unterstützen wir Ozeankind e.V. und ihre Community, die sich als „Plastikrebellen“ gegen die Vermüllung des Planeten einsetzt.

Jeder Plastikrebell sieht nicht mehr nur Probleme, sondern wird – nach der Philosophie von Ozeankind e.V. – Teil der Lösung.

Wir sind der festen Überzeugung, jeder kann im Alltag eine Menge tun. Gerade jetzt: Denn was viele von uns mehr zur Verfügung haben ist Zeit. Zum Beispiel bei jedem Spaziergang oder auch Run kann Müll, der einem „über den Weg läuft“, aufgehoben und in der nächsten Mülltonne entsorgt werden. Anstatt sich darüber zu beschweren, dass an dem Ort Müll liegt, eine positive Handlung starten. Man fühlt sich auch gleich viel besser.

Außerdem: Jedes Clean-Up, egal wo und von wem es auf der Welt im größeren Stil durchgeführt wird, ist wichtig. Doch ganz ehrlich? Wir müssen auch bei uns im Alltag anfangen, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen, andere Produkte konsumieren, weniger konsumieren. Denn nur so schaffen wir es, den Müllberg auf Dauer zu verkleinern und somit gelangt auch weniger Müll in die Natur und in die Ozeane. (Marina von Ozeankind e.V.)

Gegen Plastik im Meer: Nachhaltige Verpackung, die sich im Wasser auflöst

In Brasilien geboren ist eine andere Idee, die das Plastikproblem in den Weltmeeren von hinten aufzäumt und nach einer anderen Art von Lösung sucht.

Edna Kleber-Belizario und Christoph Kleber haben eine nachhaltige Verpackung erfunden, die sich im Wasser selbst auflöst. Der „Nachhälter“ besteht aus Holzresten, die in einem Viskoseverfahren zu einer transparenten Folie umgewandelt werden.

Bei einem Besuch von Ednas Familie in Brasilien war den beiden das Problem des Plastikmülls nochmals deutlicher bewusst geworden. Ednas Familie betreibt schon in mehreren Generationen Biolandbau und warnt seit Jahrzehnten vor Plastikmüll. Auf dieser Reise hatten sich die beiden geschworen, selbst aktiv zu werden.

Zurück in Deutschland begann die Recherche. Für sie stand bald fest, dass „Unverpackt“ für die breite Masse der Menschen erstmal keine Lösung sein wird, Bioplastik aus Nahrungsmitteln sollte es auch nicht sein. Mit ihrer Idee haben sie „Das Ding des Jahres 2020“ bei Pro7 gewonnen. Mit Hilfe des Preisgelds wird weiter getüftelt und inzwischen auch expandiert.

Lasst uns Teil der Lösung sein

Die Veränderungen der letzten Wochen und Monate haben viele von uns ein ganzes Stück weit der Natur näher gebracht – ganz ohne Fernreisen. Ein wirklicher Wandel wird aber nicht ohne jeden Einzelnen von uns möglich sein, indem auch wir eben Teil der Lösung werden: Mit Verzicht auf Plastik, eigenen Clean-Up-Projekten und vor allem durch Aufklärungsarbeit.

  • Mehrere Tausend Kinder leben in Deutschland auf der Straße – Schätzungen liegen zwischen 2.500 und 6.500.
  • Probleme im Elternhaus und in Jugendhilfeeinrichtungen sind die Hauptursache.
  • Damit Kinder nicht auf der Straße landen, müssen Hilfsangebote vielfältig sein.

„Meine Mutter hat mich mit zehn rausgeschmissen, weil ich komme nach meinem Vater. Und sie hasst meinen Vater“, erzählte der 17-jährige Nico gegenüber Spiegel TV vor ein paar Jahren.

Die Gründe dafür, dass auch im reichen Deutschland Kinder auf der Straße landen, sind vielfältig. Schätzungen zufolge sind es mindestens 2.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die auf der Straße leben. Oft ist die Situation nur vorübergehend, manchmal schaffen die Kinder und Jugendlichen aber den Weg zurück nicht mehr.

Vor allem in Großstädten leben obdachlose Minderjährige – doch sie stammen auch aus kleineren Städten und sind nur in die großen Städte gezogen, weil es dort – trotz allem – mehr Möglichkeiten für sie gibt.

Diese Altersgruppe ist am Stärksten betroffen

Bei einer deutschlandweiten Befragung von Kindern und Jugendlichen, die bereits auf der Straße gelebt haben, ermittelte das Deutsche Jugendinstitut (DJI) im Jahr 2016, dass fast ein Drittel der jungen Menschen zwischen 14 und 24 Jahren, die auf der Straße leben, 18 oder 19 Jahre alt sind. 14 Jahre oder jünger waren demnach nur etwa 5 %.

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Damit bestätigt sich, was Sozialverbände schon länger kritisieren: Wer gerade erwachsen wird, hat die größte Wahrscheinlichkeit, durch die sozialen Netze zu fallen – weil weder Angebote der Kinder- und Jugendhilfe greifen, die jungen Leute aber gleichzeitig noch keinen guten Zugang zu Absicherungen für Erwachsene haben, wie die Grundsicherung, Arbeitsförderungen oder Sozialhilfe.

Trotzdem gibt es auch immer wieder Kinder, die durch die Netze fallen – in der Studie waren es immerhin 25 %. Wie hoch die Anzahl tatsächlich ist, kann nur schwer abgeschätzt werden.

Das sind die Gründe für ein Leben auf der Strasse

Unter den minderjährigen auf der Straße Lebenden liegt in der Studie des DJI der Anteil der Mädchen höher als der Anteil der Jungen – ein Grund dafür könnte aber auch sein, dass sich Mädchen früher Hilfe in Jugendhilfeeinrichtungen holen und daher den Interviewern der Studie auch häufiger begegneten.

Dass Kinder auf der Straße leben müssen, liegt in den meisten Fällen an der Situation in der Herkunftsfamilie. Massive psychische oder physische Gewalt, sexueller Missbrauch oder auch eine prekäre Wohnungs- und Finanzsituation der Eltern können die Gründe dafür sein, dass Kinder die Familie verlassen oder vor die Tür gesetzt werden.

Doch viele der Kinder, die ohne festen Wohnsitz leben, hatten auch Schwierigkeiten in Jugendhilfeeinrichtungen, diese können die Abwärtsspirale sogar verstärken, wenn Kinder hier kein Vertrauen schließen können.

angst depression gewalt

Für die Buchautorin Sabrina Tophofen, die von ihrem Vater missbraucht und nach einer Anzeige von der Polizei in ein Pflegeheim gebracht worden war, wurde das Pflegeheim – als Zehnjährige war sie die Jüngste dort – zum Alptraum: „Es gab Gitter vor den Fenstern und abgeschlossene Türen. Und die Mädchen machten mir das Leben schwer. Sie lockten mich in ein Zimmer und rasierten meine Haare ab. Für mich gab es nur den Gedanken: Entweder ich komme hier raus, oder ich muss sterben.“

Ein anderes Mädchen habe ihr geholfen zu fliehen, so erzählte sie Brigitte.de. Sie bekam Kontakte zu Menschen, die auf der Straße lebten – und schloss sich ihnen an.

So sieht das Leben der Kinder auf der Strasse aus

Ohne festen Wohnsitz zu sein – das war das Kriterium für die Studie des DJI. Demnach lebt nur ein Drittel der Kinder auf der Straße, zwei Drittel sind aber – zumindest vorübergehend – anderweitig untergekommen, etwa bei Freunden. Trotzdem empfinden die Jugendlichen die Straße als Lebensmittelpunkt. 

Sabrina Tophofen schloss sich an ihrem ersten Tag einer Clique an: „Mit einem Jungen war ich oft unterwegs. Er beschützte mich immer, und wenn ich nachts am Hauptbahnhof unterwegs war, dann hat er mich dort nie allein gelassen. Er hat neben mir im Sitzen geschlafen. Weil ich mich nicht hinlegen wollte. Ich schlief fast nur tagsüber, habe mich irgendwohin gehockt und eine halbe Stunde gedöst.“

Was sie erzählt, wirkt erstmal paradox, doch ist es für viele Jugendliche auf der Straße die Realität: „Auch wenn das Leben auf der Straße schwierig war, ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben sicher gefühlt. Vor allem mit diesen Menschen, die sofort meine Freunde waren. Die haben mich so behandelt, als wäre ich ein toller Mensch. (…) Ich kannte so etwas ja gar nicht. Weder von zu Hause noch aus dem Heim.“

Auch bei ihr folgten, wie bei vielen anderen, Drogenepisoden – vor allem LSD habe ihr die Angst vor ihrem Vater oder der Polizei genommen, aber Verfolgungswahn erzeugt, wenn die Wirkung nachließ.

Kinderhilfe: Hier setzen die Hilfsangebote an 

Dass das Leben der betroffenen Kinder sehr unstet ist, führt dazu, dass der Übergang zwischen dem Leben auf der Straße und in einer Hilfseinrichtung fließend ist: Ein grundsätzlich guter Ansatzpunkt  für Hilfsangebote. 

Aufsuchende Sozialarbeit – also Streetwork – ist für einige auf der Straße Lebende der erste Kontakt zu den Hilfseinrichtungen. Andere kommen durch offene Angebote zu den Sozialarbeitern.

Der Berliner Verein Straßenkinder e.V. erzählt von seiner Arbeit: „Vielen Kindern und Jugendlichen, die wir betreuen, haben deren Eltern noch nie im Leben eine warme Mahlzeit gekocht. Wir glauben, dass jedes Kind so wertvoll ist, dass man es mit seinen Problemen ernst nehmen muss, sich Zeit nehmen sollte, in Gesprächen wirklich aufmerksam zuzuhören und versuchen, eine Beziehung aufzubauen.“

Die Angebote reichen von warmen Essen und Notversorgung wie einer Kleiderkammer und Waschmöglichkeiten über Erlebnispädagogik – wie Freizeitangebote, Ausflüge, kleine Reisen – bis hin zu Rechtsberatung.

Bildung und Ernährung verbessern

Den Zusammenhang zwischen Armut und sozialer Ausgrenzung zieht auch das Schutzengelwerk in Berlin. Wer von Armut bedroht ist – und das ist immerhin jedes vierte Kind in Berlin – läuft auch Gefahr, durch fehlende Teilhabemöglichkeiten von Gleichaltrigen ausgegrenzt zu werden.

Gerade nachhaltige Bildung und sportliche Angebote stärken das Selbstwertgefühl der Kinder und lassen sie gegen mögliche Angriffe innerhalb und außerhalb der Familie robuster werden. Mit Therapie- und Freizeitangeboten – auch in der Natur außerhalb der Stadt – werden Defizite aufgefangen und langfristig neue Perspektiven mit den Kindern entwickelt.

Deutschland ist ein reiches Land. Und trotzdem sind mehr als 2 Millionen junge Menschen hierzulande von Kinderarmut betroffen. 

Kinderarmut bedeutet nicht nur Aufwachsen in Familien, in denen wenig Geld zum Leben da ist. Kinderarmut geht oft einher mit Defiziten in Ernährung, Gesundheit, psychischer Stabilität, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.

Mit unserer neuen Charity-Aktion, dem Kinderhilfe Virtual Run, möchten wir einen Beitrag leisten, um sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu helfen. Diese Charity-Aktion ist eine Erweiterung des Berliner Kinderhilfe Laufcups.

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Der Virtual Run zum Berliner Kinderhilfe Laufcup 2020

In diesem Jahr findet zum ersten Mal der Berliner Kinderhilfe Laufcup statt. Er wird von Melli und Lucas von Laufleistung Hoch 3 organisiert. 

Der Laufcup startet am 23. Februar 2020. Bei insgesamt 18 Lauf-Veranstaltungen in und um Berlin haben Läuferinnen und Läufer die Möglichkeit, für einmalig 10 € am Laufcup teilzunehmen. Die Einnahmen daraus fließen an zwei Berliner Kinder-Hilfsorganisationen: Straßenkinder e.V. und SchutzengelWerk.

Laufen für den guten Zweck wird auch bei Crowdlauf groß geschrieben. Deshalb unterstützen wir diese Idee mit einem Virtual Run, der ab 22. März parallel zum Laufcup stattfinden wird. 

Mit unserem ortsunabhängigen, virtuellen Lauf-Event können alle Sportbegeisterten weltweit die Berliner Kinderhilfe unterstützen, auch wenn sie nicht im Raum Berlin/Brandenburg wohnen.

Kinderhilfe Virtual Run Medaille von Crowdlauf

Das Besondere am Kinderhilfe Virtual Run

Bei diesem Virtual Run gehen wir wieder neue Wege. Vieles wird euch bekannt vorkommen, aber in einigen wichtigen Punkten unterscheidet sich dieser von allen bisherigen Virtual Runs

Hier sind die wichtigsten Neuerungen beim Kinderhilfe Virtual Run:

  • 16 einzelne Tage: Der Virtual Run findet ab 22. März an 16 einzelnen Tagen statt, die über das ganze Jahr verteilt sind. Das sind genau die Tage, an denen auch in Berlin beim Laufcup gelaufen wird. Es gibt also keinen zusammenhängenden, mehrwöchigen Teilnahmezeitraum wie bei unseren anderen Virtual Runs. 
  • Eintragen noch am selben Tag: Das Formular, in das alle Virtual Runner ihre zurückgelegten Kilometer eintragen, steht nur an den 16 Teilnahme-Tagen zur Verfügung. Wenn ihr also für den Virtual Run Sport macht, müsst ihr eure Sporteinheiten noch am selben Tag eintragen.

Darüber hinaus gilt beim Kinderhilfe Virtual Run wieder:

  • Swim, Bike, Run: Ihr dürft laufend, schwimmend oder radelnd Kilometer sammeln.
  • Million Hopes: Die Kilometer, die ihr beim Kinderhilfe Virtual Run zurücklegt, dürft ihr gleichzeitig auch beim Million Hopes Virtual Run eintragen. 
  • Starterpaket: Es gibt diesmal wieder ein Starterpaket, in dem eine Medaille, eine Startnummer und ein Passwort für den geschlossenen Virtual-Run-Bereich auf der Website enthalten sind. Ihr braucht das Starterpaket, um mitmachen zu können.
  • Spenden: Je mehr Kilometer ihr bei diesem Virtual Run erzielt, desto mehr Spenden fließen an die Berliner Kinderhilfe. Wir wenden also bereits unseren neuen Mechanismus an, mit dem wir am Jahresende unsere Spenden verteilen werden. Darüber haben wir neulich im Blog berichtet.    

Vorverkauf und Rabatte ab 21. Februar

Schon am kommenden Freitag startet der Vorverkauf für den Kinderhilfe Virtual Run. Mit einem Starterpaket sichert ihr euch euren Startplatz beim Virtual Run und könnt dann an jedem der 16 Teilnahme-Tage mitmachen. 

Alle, die den Crowdlauf Newsletter abonniert haben, erhalten am 21. Februar eine E-Mail, in der ein Rabatt-Code enthalten ist. Damit bekommt ihr 10 % Nachlass auf das Starterpaket und alle anderen Crowdlauf-Medaillen (ausgenommen „Million Hopes“ und Angebote). 

💌 Den Newsletter könnt ihr hier kostenlos abonnieren.

Happy Running! 😊